Man sollte seine Jugendsünden nicht Lebenserfahrung nennen
Man sollte seine Jugendsünden nicht Lebenserfahrung nennenFoto-Quelle: Günter F

Man sollte seine Jugendsünden nicht Lebenserfahrung nennen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Man sollte seine Jugendsünden nicht Lebenserfahrung nennen. Denn durch negative Erlebnisse wird man weder reif noch klug. Man muss nicht eine Klasse wiederholt, und nicht einen Verkehrsunfall verursacht haben, um zur Einsicht zu gelangen, dass Lernen und dass Vorsicht nützlich sind. Erfahrungen werden häufig überschätzt: Mancher sammelt sie wie Souvenirs und protzt damit. Aber nicht der Weitgereiste und nicht der Vielbelesene ist auch der, der die Welt und die Menschen kennt. Es ist möglich, dass man seine Heimat nie verlässt und nur wenige Bücher gelesen hat, und doch Menschenkenntnis und einen weiten Horizont besitzt. Jesus ist dafür ein Beispiel: er kannte weder die antiken Denker noch die Länder außerhalb Palästinas, nur das Alte Testament. Karl Waggerl meinte: Erfahrungen wären nur dann von Wert, wenn man sie hätte, ehe man sie machen muss. – Es kommt doch nicht darauf an, wie viele Erfahrungen wir sammeln, sondern welchen Nutzen wir daraus ziehen. Man kann durch Erfahrung auch dumm und engstirnig werden, wenn man nur auf seine Erfahrungen schaut und die Erfahrungen anderer ignoriert. Viele bilden sich mit 20 ein, sie würden das Leben kennen. Mit 40 sind sie sich dessen nicht mehr so sicher und begreifen schließlich mit 60, dass man auch im Alter das Leben und die Menschen noch nicht kennt.

Walter Rupp SJ

Diesen Text habe ich heute bei stöbern gefunden und finde er trifft genau ins Schwartze. Wir müssen uns nicht einbilden das wir im Alter alles Wissen und ist es nicht, schön auch noch im Alter neues zu lernen.
Günter F