Ich sing` dir was - eine traurige Wahrheit
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Ich sing` dir was - eine traurige Wahrheit

Beitrag von wize.life-Nutzer

Vor einigen Wochen sah ich eine Reportage über alte Menschen in Wien, die als Haustier einen Vogel halten. Meist waren es Menschen, die sehr selten oder auch nie Besuch von Angehörigen bekommen. Der Vogel ist demnach fast der einzige Ansprechpartner, den sie seit vielen Jahren haben. Zieht man dann noch den ambulanten Pflegedienst und den Essensbringdienst ab, dann ist der Vogel wahrlich der einzige, mit dem die alten Leute reden. Ist das nicht traurig?

Besonders berührt hat mich eine alte Frau in einem Seniorenheim. Dort hat die Heimleitung im Untergeschoß eine Vogelvoliere eingerichtet, mit verschiedenen Vögeln, u.a. Wellensittiche und Papageien darin. Jeden Nachmittag fuhr die alte Frau mit ihrem Rollstuhl vor die Käfige und unterhielt sich mit den Vögeln. Sie seien, wie sie sagte, noch der einzige Lichtblick in ihrem Leben. Auf die Frage, ob sie denn keine Angehörigen hätte, antwortete sie: "Doch, ich habe sieben Kinder geboren, die alle noch leben." Bei diesem Satz rannen ihr die Tränen über die Wangen. "Die Vogerln sind noch der einzige Lichtblick in meinem Leben, denn Besuch bekomme ich keinen", erzählte sie weiter.

Das muss man sich einmal vorstellen! Diese alte Frau hat sieben!! Kindern das Leben geschenkt, aber keines hat Zeit, die Mutter im Seniorenheim zu besuchen. Eine beschämende Tatsache, die leider kein Einzelfall ist.


Foto: Christoph Aron/www.pixelio.de