Mine "Die Geschichte einer Freundschaft"
Mine "Die Geschichte einer Freundschaft"Foto-Quelle: Copyright Peter Böttcher

Mine "Die Geschichte einer Freundschaft"

Beitrag von wize.life-Nutzer

Als ich 11 war, wünschte ich mir einen Hund, einen Hund zum kuscheln, schmusen, zum herumtollen. Irgendeinen Hund, dem ich alles erzählen konnte.
Mein Wunsch ging nicht in Erfüllung.
Als ich 30 war, las ich ein Inserat "Junge Mischlingshündin günstig abzugeben" Umgehend, rief ich die Nummer an. Eine Männerstimme meldete sich "Die Töle können sie günstig kaufen, sie stammt aus dem letzten Wurf, vor ca. 16 Wochen, haben sie Interesse?" Ich entschied mich sofort, den Hund dort rauszuholen, eine innere Stimme sagte mir, der Hund ist dort in Gefahr. Nach einer Stunde fahrt, kam ich an, in einen kleinen Dorf in der Nähe von Lüneburg. Meine Befürchtungen, sollten sich schnell bestätigen. Ich traf auf einen unsympathischen Mann und auf einen kleinen Hund, in einer Scheune, gefesselt mit einer Metallkette, am rechten Vorderlauf. Ein verängstigtes Tier, welches noch nie Tageslicht gesehen hatte. 100 Mark übergab ich dem Mann, legte den kleinen Hund auf den Rücksitz, nur schnell weg hier, weg von dem Ort des Schreckens.

3 Wochen vergingen, bis die kleine Hündin langsam Vertrauen faßte, sie war eine Mischung aus Münsterländer und Chow Chow, mit ihrer blauen Zunge, ihrem wuscheligen braunen Fell, und ihren Puschlohren, war sie schnell der Liebling der Familie.
Ich nannte sie Mine, nach 7 Monaten, wich sie nicht mehr von meiner Seite, ich konnte es selbst nicht begreifen, Mine hörte mir zu, es war, als könnte sie jedes Wort vestehen. Sie kuschelte sich an mich, wenn ich krank war, sie weckte mich morgens, wenn ich einen wichtigen Termin hatte.
Irgendwann nahm ich sie mit, wenn ich meine Kunden besuchte. Sie liebte rock'n roll und am liebsten mochte sie Bill Haley, bei der Musik, blühte sie förmilich auf.
Beim toben am Elbstrand, zeigte sie ihre kleine Macke, sie mochte partout keine Schäferhunddamen, und wenn sie die "Damen" in die Hacken zwickte, rannte sie blitzschnell zu mir, und versteckte sich hinter meinen Beinen, so als sei sie völlig unschuldig, an dem Geschehen.
Mine vestand alles und gehorchte auf jedes Wort, aber einmal entwischte sie, als ich mir ein Schiff anschaute, in Rendsburg. Sie hatte ein Auge geworfen, auf einen Pudel, mit dem sie für 5 Stunden, hinter den Silhouetten der Stadt verschwand. Ich sah sie nach 5 Stunden voller Sorge, auf der anderen Flußseite. Minchen, du läufst falsch, du musst nach rechts, und dann über die Brücke. Minchen rannte nach rechts, und über die Brücke. Wir schauten uns tief in die Augen, und schon waren wir wieder auf Augenhöhe.

Nach nur 4 Jahren, erkrankte meine geliebte Mine schwer, sie konnte nicht mehr urinieren, ohne Schmerzen, sie verlor an Gewicht, vorbei das Toben am Elbstrand. In der Nacht, bevor ich mit ihr zum Tierarzt fuhr, nahm ich Mine mit in mein Bett, ich spürte ihren Schmerz und ihr Flehen, lass mich gehen, ich kann nicht mehr.
Ich begrub meine Mine im Garten meines Elternhauses, schnitzte ihr ein Holzkreuz, und schrieb ihren Namen darauf. Das Grab mit dem Holzkreuz, existiert heute noch, den Ort besuchen, kann ich nicht.
Das ist eine andere Geschichte.

Peter Böttcher

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