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Herr Anselm und die netten Menschen

Von wize.life-Nutzer - Montag, 13.10.2014 - 20:25 Uhr

Nach einer sechswöchigen Krebstherapie, lebt Herr Anselm wieder zu Hause, die Ärzte haben ihm angeraten, für drei Monate einen Mundschutz zu tragen.
An einem sonnigen Herbstvormittag, sagt Herr Anselm zu seiner Frau- "Schatz, heute versuche ich es mal allein, in die Stadt!"

Vor dem Haus, trifft Herr Anselm, auf die zehnjährige Nachbarstochter Klara.
"Hallo Herr Anselm-ruft Klara, mit einem fröhlichen Lächeln, sind sie wieder gesund?"
"Es geht schon viel besser, antwortet Herr Anselm!"
"Prima, dann komme ich bald Lukas besuchen, erwidert Klara!"

Ein paar Straßen weiter, trifft Herr Anselm auf Frau Schick.
"Oh Gott, Herr Anselm, man sieht ihnen die Krankheit immer noch an, sagt Frau Schick!"
Herr Anselm nickt freundlich, hebt die linke Hand zum Gruß, und geht weiter.

Nach wenigen Minuten, betritt Herr Anselm ein Geldinstitut.
"Guten Tag Herr Anselm, begrüßt ihn der freundliche Kassierer!"
"Der verdammte Krebs, sagte er- meine Mutter hatte das auch!"
Herr Anselm, bittet um Verständnis, für seine knappe Zeit, er müsse noch zu einem Optiker.

Um die Ecke, betritt Herr Anselm das Ladengeschäft, einer "Brille gut alles Gut" Filiale.
Ein freundlicher Verkäufer, verweist Herrn Anselm an einen Tisch.
"Bitte, nehmen sie dort platz, es wird sich sofort jemand um sie kümmern!"
Herr Anselm wartet nun schon seit 45 Minuten, er beobachtet das emsige Treiben, an den Nebentischen.
Einige Wortfetzen, kann er verstehen- Die Verkäufer beraten, wer ihn denn bedienen sollte.
"Machst du den, wieso ich, wer weiß, was der uns hier reinschleppt!" Der hat einen Mundschutz, hörte er eine Verkäuferin sagen.

Nach 90 Minuten, erscheint ein freundlicher Verkäufer, noch bevor, der freundliche Verkäufer Herrn Anselm anspricht, sagt Herr Anselm "Junger Mann, ich habe keine ansteckende Erkrankung, auch kein Ebola!"
Der freundliche Verkäufer, lächelt verlegen, nimmt die Brille von Herrn Anselm, und verschwindet für 20 Minuten in einem Nebenraum.
Er übergibt Herrn Anselm seine reparierte Brille, und sagt "Das ist natürlich kostenlos, sie sind schliesslich seit 1990 Kunde unseres Hauses!"

Nach mehr als 3 Stunden, kommt Herr Anselm nach Hause, seine Frau begrüßt ihn liebevoll.
"Na, Schatz-hast du nette Menschen getroffen?"
"Ja, sehr nette, erwidert Herr Anselm, auf dem Weg zur Couch."
Bevor er vor Müdigkeit einschläft, sagt er "Du Schatz, der Weg in die Stadt, ist doch noch etwas weit für mich."

Peter Böttcher

Anmerkung:
Die Namen, sämtlicher Personen sind fiktiv......ob die Geschichte wahr ist?

21 Kommentare

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Genau so stelle ich mir das auch vor, wenn ich mit einem Mundschutz durch die Stadt laufen würde. Manchmal biste in der Klinik in der ich gearbeitet habe schon entsprechend angesprochen worden. Es gibt keine zurückhaltenden Menschen mehr und fragen trauen sie sich aber auch net.
Liebe Helga, mittlerweile muss ich den Mundschutz nicht mehr tragen, bin ich ganz froh drüber. In der Zeit, als ich ihn trug, fragte ich mich oft, was leben wir doch in einer merkwürdig intoleranten und ängstlichen Gesellschaft.
Meine Frau stand mir in dieser Zeit sehr zur Seite, sie nahm mir die Worte aus dem Mund, "Mein Mann hat nichts ansteckendes!"
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Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Geschichte wahr ist.
Aber wenigstens hat er die Brille kostenlos wieder bekommen. Ist doch auch schon was.
Absolut Brigitte, das mit der Brille, war echt nett! LG
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Lieber Peter,

ich bin erschüttert. Du hast eigentlich tragische Begebenheiten mit einem Augenzwinkern und viel Humor zu Papier gebracht.
Die Geschichte ist sicher wahr, zumindest möglich.

Ich hoffe, Dir und Deiner Familie geht es gut und wünsche Euch ein schönes Wochenende,

liebe Grüße, Inga
Liebe Inga,
das Augenzwinkern und der Humor, gepaart mit einem Hauch Ironie, denn Herr Anselm wollte nicht anklagen, sondern Anerkennung, für seine Situation. Ich danke Dir!
Liebe Grüße, Peter
Ich habe Herrn Anselm schon verstanden und bewundere ihn dafür!
Inga
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Lieber Peter, die Geduld hätte ich nicht so lange zu warten, gerade wenn man krank ist. Ich kenne das aus der Uniklinik, dort waren wir mit meiner Schwiegermutter, sie war fast 90, stundenlag am Warten. Ich könnte heute noch vor Wut platzen. Ich hoffe, Dir ist das nicgt passiert, wenn ja, tut schreiben ja so gut. Liebe Grüsse Eva
Liebe Eva,
mit der Zeit, entwickelt man eine stoische Ruhe, das Warten an sich, wird zur Gewiohnheit. Liebe Grüße, Peter
Lieber Peter, ich kann mich damit gar nicht abfinden, zu warten. Das ist eibe große Schwäche von mir. LG Eva
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herr anselm ist zu nett -- er hätte mal auf den tisch hauen sollen !!
Ich denke, er hat vom auf den Tisch hauen die Nase voll, er möchte so wahrgenommen werden, wie er ist.
die menschen die still sind werden immer erst spät wargenommen - das weißt du doch !! herr anselm muss mal auf den mundschutz ein fettes grinsen malen oder ne rausgestreckte zunge !
Oder einen bunten Mundschutz.....schwarz/rot/gold
hmmmm -- oder - vierenfrei - - oder - -
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Ich schätze das sie wahr ist. Und es spiegelt die Menschen, wie sie sind.
Danke für die Geschichte.
Gerne Renate, ich danke Dir!
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Natürlich ist die Geschichte wahr. Ich vermute fast......
Rosi
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