Apollo 15, Astronaut David R. Scott, 01.08.1971
Apollo 15, Astronaut David R. Scott, 01.08.1971Foto-Quelle: NASA, http://grin.hq.nasa.gov/ABSTRACTS/GPN-2000-001114.html

„Wenn ich einmal groß bin...“ Unsere Kindheitsträume – verwirklicht oder in Vergessenheit geraten?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Wir waren so klein und unsere Träume sehr groß: Wir wollten Prinzessinnen sein oder Lokomotivführer. Wir wollten in den Weltraum fliegen und Burgen bauen, einen Ponyhof besitzen oder die Welt retten. Was ist nur aus unseren Träumen geworden?

Kinder sind Träumer. Sie besitzen eine reiche Fantasie und gehen vollkommen auf in ihren wunderbaren Traumwelten: Der heimische Garten wird zur wilden Prärie, ein paar Federn und Äste – schon war der Traum vom Indianerleben Wirklichkeit. Wir kannten keinen Schmerz und waren echte Helden. Wir verteidigten unsere Familien und Freunde tapfer vor den Angriffen der gefährlichen Feinde. Wir waren Schatzsucher, entdeckten geheime Inka-Tempel. Wir waren Piraten und Eroberer, Detektive und Spione, Fußball-Ikonen und Rockstars.

Leben fast wie im Traum
Träume sind Idealzustände – keine realen Welten. Und doch sind viele von uns ihren Träumen im wirklichen Leben sogar ziemlich nahe gekommen: sie retten jeden Tag die Welt – zumindest ein kleines bisschen. Als Polizist, Feuerwehrmann oder Sanitäter. Sie besitzen vielleicht keine Villa Kunterbunt und haben auch keine Burg gebaut. Aber dafür ein schönes Haus mit Pferd oder Hund. Dort gibt es auch ein Prinzessinnen-Paradies und ein eigenes kleines Reich im Hobbykeller. Und sie sind tatsächlich Lokomotivführer geworden – wenn auch nur auf der Modelleisenbahn.

Der größte Kindheitstraum: Liebe und Anerkennung
Mit unseren Kindheitsträumen gehen viele unbewusste Wünsche einher: das Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung, nach Macht und Erfolg. Es gibt jede Menge Menschen, die bereit sind, alles dafür zu geben - Schauspieler, Rockstars, Wirtschaftsbosse, Profisportler oder Ärzte. Alles Berufe, die in unserer Gesellschaft ein hohes Ansehen genießen. Ob diese Menschen glücklicher sind als andere sei dahin gestellt, denn Glück stellt sich nicht zwangsläufig mit der Anerkennung von außen ein und wer die Verehrung durch Fans oder Groupies mit Liebe verwechselt, erlebt mitunter ein böses Erwachen.

Vergessene Kindheitsträume – Schlüssel zum Glück
Viele unserer geheimsten Träume sind in Vergessenheit geraten. Doch irgendwo ganz tief im Inneren - da schlummern sie immer noch: einmal Schatzsucher sein, die Welt retten, ein Held sein. Warum nicht einfach die alten Kindheitsträume wieder ausgraben und weiter verfolgen? Schätze suchen, die Welt neu entdecken, sie wenigstens ein bisschen retten – zum Beispiel durch ein Ehrenamt.

Denn letztlich dient doch alles im Leben der Verwirklichung unserer Träume: wir sehnen uns nach Liebe, dem „Traum“-Partner, einem glücklichen Familienleben, einer eigenen „Burg“, dem „Traum“-Beruf. Und selbst unsere Freizeitbeschäftigungen haben immer etwas mit Wunscherfüllung zu tun: Dann sind wir alle Künstler, erleben das Gefühl von Freiheit und Abenteuer, von Stärke und Selbstbewusstsein. Und je besser wir unsere eigenen Träume und Wünsche kennen, desto näher können wir ihnen auch kommen.