Helden des Alltags
Helden des AlltagsFoto-Quelle: www.pixelio.de/erhard 97

Helden des Alltags

Beitrag von wize.life-Nutzer

Elli M. hatte die Idee.
Wer etwas über einen Helden des Alltags berichten könne, der solle es doch hier tun.

Meine Heldin lebt nicht weit von hier entfernt. Sie ist pensionierte Lehrerin und Witwe. Ich nenne sie hier Anna.
In einem gemütlichen Haus mit Garten verbringt sie ihren Lebensabend. Bis..... ja bis es plötzlich hieß:
Der kleine Ort müsse Flüchtlinge aufnehmen. Es wurde von 80 Personen gesprochen.

Viele Bewohner regten sich sehr darüber auf, hatten Angst ihr beschaulicher Ort würde zum Zentrum von Gewalttaten werden. So mancher ließ sich plötzlich Alarmanlagen oder dergl. auf seinem Grundstück instalieren. Dem Bürgermeister wurden Unterschriftslisten übergeben, in denen sich sehr viele Bürger gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aussprachen.
Aber, die Regierung von Niederbayern blieb hart und die Flüchtlinge kamen.
Schon nach einigen Tagen machte sich Anna auf den Weg zur Flüchtlingsunterkunft. Sie fragte, wie und womit sie helfen könnte. Der Heimleiter meinte, daß große Problem wäre die Sprache.
Also bot sich Anna an, den Neuankömmlingen Deutschunterricht zu erteilen.
Siehe da, die meisten der Flüchtlinge nahmen das Angebot gerne an. Anna gab den Unterricht aber nicht nur imWohnheim, nein sie lud ihre Schüler(innen) zu sich ein. Bei schönem Wetter saßen sie im Garten, sonst im großen Wohnzimmer von Anna. An manchen Abenden kochten ihre Schützlinge zusammen und Anna war von den verschiedensten Gerichten hell begeistert. Aber dem nicht genug. Anna fuhr mit den meist jungen Leuten zu Behörden und Ämtern,half beim Ausfüllen derschwierigen Formulare und kämpfte so manchen harten Kampf mit den Behörden.

Unter den Flüchtlingen waren auch einige junge Familien mit kleinen Kindern und Baby's. Gerade die Kinder waren es, die Anna sehr schnell in ihr Herz geschlossen hatten.

Nicht alle Bewohner des kleinen Ortes waren mit Anna's Aktivitäten einverstanden. Sie mußte sich manch böse Bemerkung anhören und bekam sogar Drohbriefe. Anna aber machte unbeirrt weiter.
Ich habe mich gestern noch einmal erkundigt. Anna läßt sich nicht einschüchtern und versucht durch viele Aufklärungsgespräche die Hindernisse abzubauen,
Für die Insassen des Wohnheimes ist sie mittlerweile "Die Oma" und alle verehren sie.

Für mich ist sie eine Heldin

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