wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Helden des Alltags

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 09.11.2014 - 08:45 Uhr

Elli M. hatte die Idee.
Wer etwas über einen Helden des Alltags berichten könne, der solle es doch hier tun.

Meine Heldin lebt nicht weit von hier entfernt. Sie ist pensionierte Lehrerin und Witwe. Ich nenne sie hier Anna.
In einem gemütlichen Haus mit Garten verbringt sie ihren Lebensabend. Bis..... ja bis es plötzlich hieß:
Der kleine Ort müsse Flüchtlinge aufnehmen. Es wurde von 80 Personen gesprochen.

Viele Bewohner regten sich sehr darüber auf, hatten Angst ihr beschaulicher Ort würde zum Zentrum von Gewalttaten werden. So mancher ließ sich plötzlich Alarmanlagen oder dergl. auf seinem Grundstück instalieren. Dem Bürgermeister wurden Unterschriftslisten übergeben, in denen sich sehr viele Bürger gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aussprachen.
Aber, die Regierung von Niederbayern blieb hart und die Flüchtlinge kamen.
Schon nach einigen Tagen machte sich Anna auf den Weg zur Flüchtlingsunterkunft. Sie fragte, wie und womit sie helfen könnte. Der Heimleiter meinte, daß große Problem wäre die Sprache.
Also bot sich Anna an, den Neuankömmlingen Deutschunterricht zu erteilen.
Siehe da, die meisten der Flüchtlinge nahmen das Angebot gerne an. Anna gab den Unterricht aber nicht nur imWohnheim, nein sie lud ihre Schüler(innen) zu sich ein. Bei schönem Wetter saßen sie im Garten, sonst im großen Wohnzimmer von Anna. An manchen Abenden kochten ihre Schützlinge zusammen und Anna war von den verschiedensten Gerichten hell begeistert. Aber dem nicht genug. Anna fuhr mit den meist jungen Leuten zu Behörden und Ämtern,half beim Ausfüllen derschwierigen Formulare und kämpfte so manchen harten Kampf mit den Behörden.

Unter den Flüchtlingen waren auch einige junge Familien mit kleinen Kindern und Baby's. Gerade die Kinder waren es, die Anna sehr schnell in ihr Herz geschlossen hatten.

Nicht alle Bewohner des kleinen Ortes waren mit Anna's Aktivitäten einverstanden. Sie mußte sich manch böse Bemerkung anhören und bekam sogar Drohbriefe. Anna aber machte unbeirrt weiter.
Ich habe mich gestern noch einmal erkundigt. Anna läßt sich nicht einschüchtern und versucht durch viele Aufklärungsgespräche die Hindernisse abzubauen,
Für die Insassen des Wohnheimes ist sie mittlerweile "Die Oma" und alle verehren sie.

Für mich ist sie eine Heldin

Mehr zum Thema

28 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Rosi die Dame ist eine Heldin unserer Zeit, illegale Menschen kann es einfach nicht geben. Jeder Mensch ist legal. Gab in den 60zigern mal so ein Schlagwort, trau es mich gar nicht zu schreiben: Legal, illegal, scheißegal. Damals wollte man die Wörter legal und illegal schon relativieren. Vielen Dank Rosi für diesen "Bericht"
gerne, liebe Helge. Einen schönen 1. Adventssonntag wünsche ich Dir.
Das wünsche ich Dir auch von Herzen
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
das ist einfach nur toll. Helfen ohne zu hinterfragen. Ich denke es gibt noch so viele wie Anna. Sie alle verdienen meinen höchsten Respekt
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das ist eine Geschichte, die ich mit allergrößter Freude lese!!!
In den letzten Wochen habe ich viele Menschen kennen gelernt, die einfach helfen, wo Hilfe gefragt ist.
Eines haben sie irgendwie alle gemeinsam. Eine Leichtigkeit im Umgang mit anderen, eine Körpersprache, die jeder als das versteht, was sie ist, nämlich Liebe.
Auch wenn das kitschig klingt, aber ich empfinde es so. Kein Wunder, dass Anna die Drohbriefe nicht interessieren. Sie ist auf eine Weise mit den Menschen verbunden, der eine Drohung nicht viel anhaben kann.
Ich mag sie ... ganz ohne sie zu kennen!
Ihr würdet Euch mögen, ganz sicher. Denn Ihr seid Euch so ähnlich.
Hallo Rosi
Auch ich habe eine schöne Geschichte. In unserer näheren Gegend wurde eine ehemalige Gastwirtschaft von 23 Frauen in ehrenamtlicher Arbeit als Erstaufnahme hergerichtet . Die ehemaligen Fremdenzimmer wurden alle so schön gestaltet und mit liebevollen Details umrahmt. Kindgerechte Räume wurden geschaffen und teilweise haben Sie auch eigene finanzielle Mittel eingesetzt was am nötigsten gebraucht wurde. Handwerker der Region haben zum größten Teil umsonst gewerkelt. Sie wollten den Neuankömmlingen zeigen, dass sie willkommen waren. Ich denke das ist Ihnen auch gelungen.
Ich ziehe einfach den Hut. Wo ein Wille ist immer auch ein Weg.
Das ist ja wirklich unglaublich, was sich diese Frauen haben einfallen lassen. Wie Du ganz richtig schreibst, liebe Monika, wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg. Wieder mal ein besonders schönes Beispiel zur Nachahmung.
Wenn es Dir möglich ist, dann richte den Damen meine Hochachtung aus.
Das ist wunderschön zu lesen. Ich freue mich ,dass sich Menschen nicht entmutigen lassen und gegen Vorurteile ankämpfen
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Berührend und Vorbildlich Danke Anna
Danke Alain, ich gebs gerne weiter.
Bitte, es kommt von Herzen
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
schön geschrieben rosi.den menschen die angst nehmen,ist wundervoll.
Danke liebe Barbara
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Möchte Dir für diesen Beitrag danken ............ Gruß M.
gerne liebe Marlies.
Es werden immer noch zu viele Geheimnisse um die Flüchtlinge gemacht. Die Gemeindebürger erfahren es erst am nächsten Tag in der Zeitung oder gar nicht! Es ist wahrscheinlich noch immer die Angst groß, daß Widerstand entsteht. Es wäre doch schön ,wenn Zettel verteilt würden , damit jeder weiß wann Sie ankommen. Und die Leute sollen eingeladen werden ,die Flüchlinge zu empfangen. Ich glaube die Resonanz würde groß sein.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ja, Rosi, ich habe einen Bericht im Fernsehen von der Oma gesehen und wenn ich etwas besser bei Fuß und Kreuz wäre, würde ich auch versuchen in dieser Richtung zu helfen. Ich hatte viel Glück und ein erfülltes " zweites Leben " in Deutschland, und einige Jahre in VHS Deutschkurse gegeben. Die Menschen benötigen jede Hilfe.
liebe Kunigunde. Wenn jeder etwas davon einsetzt, was er gut kann, dann wäre schon sehr viel geholfen.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Flüchtlinge.....geschickt formuliert
ca. 95% der Asylanträge werden abgelehnt, somit halten sich diese Leute illegal in Deutschland auf
irgendwas falsch?
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
ohne ,,die ich nehns mal,,,die stummen Heldinnen,,,,würde viel Herzlichkeit auf dieser Welt verloren gehen..
Stimmt Carmen. Herzlichkeit ist etwas sehr schönes, aber gerade diese Tugend scheint langsam verloren zu gehen.
es gibt Sie noch,,
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke schön, für den Beitrag
Es ist wichtig auf die "Helden des Alltags" aufmerksam zu machen. Die, die Toleranz, Integration, vorurteilsfrei leben und nicht nur darüber reden.
Die, die einfach machen!
Ja Edelgard, sie machen einfach, hängen es nicht an die große Glocke und lassen sich durch Anfeindungen nicht beirren. Danke für Deinen Kommentar.
Genau das ist es!
Machen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, anstatt jammern und nur drüber reden
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren