Eine schicksalhafte Begegnung

Beitrag von wize.life-Nutzer

Eine schicksalshafte Begegnung
November 1948-ein grauer, kalter Tag!

Ein junger Mann, 22 Jahre alt und vor einigen Tagen aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Hause in die SBZ (sowjetische Besatzungszone) entlassen, ist auf dem Weg in die Stadt (15 km). Er muss sich bei der sowjetischen Mlitärverwaltung eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis holen (Voraussetzung für den Bezug von Lebensmittelmarken etc.).
Weil kein Zug oder Bus fährt, bringt ihn sein Vater mit dem Traktor hin, den er sich von seiner Arbeitsstelle, einem Sägewerk, geliehen hat.
Unterwegs, etwa auf halber Strecke, bemerken sie eine junge Frau, die offensichtlich zu Fuß unterwegs ist und ebenfalls in die Stadt will.
Sie halten an und nehmen sie mit.
Die Frau erzählt, dass ihr Mann seit Januar 1945 vermisst ist und sie 2 Töchter (4 und 6 Jahre alt) hat. Die kleinere Tochter hat ihr Mann noch nie gesehen, da diese im Dezember 1944 geboren wurde.
In ihrer Tasche hat sie 2 alte Puppen, die sie von netten Nachbarn geschenkt bekommen hat.
Jetzt will sie in eine Werkstatt, wo die Puppen repariert und verschönert werden sollen. Danach wird sie aus Stoffresten Kleidung für sie nähen. Es soll das Weihnachtsgeschenk für ihre Kinder sein.

Vier Wochen später, kurz vor Weihnachten:
Der junge Mann, er heißt Werner, treffen sich die beiden jungen Leute wieder. Er hatte sie gesucht und im Nachbardorf gefunden. So lernt er ihr Zuhause und auch die beiden Kinder kennen. Mitgebracht hat er für die kleine Familie ein Wurstpaket aus der Hausschlachterei und für jedes Kind eine Papiertüte mit Himbeerbonbons.

1952 heiraten die Beiden. Ihre Ehe hält bis zum Tode der Frau.

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