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Weihnachtsmarkt 2010
Weihnachtsmarkt 2010

Weihnachtsmarkt 2010

Beitrag von wize.life-Nutzer

Nachdem ich heute wieder vom Weihnachtsmarkt zurück war, erinnerte ich mich an eine Geschichte, die ich vor 4 Jahren erlebt habe.

Weihnachtsmarkt 2010
Unser Stand, den ich und eine Freundin aufgebaut hatten, mit“ handgemachten Produkten aus Haus und Garten ” war finanziell nicht erwähnenswert, körperlich ein wenig anstrengend, geistig nur für den ein oder andern ein Anstoß, doch emotional ein voller Erfolg, denn wir hatten einen echten „Weihnachtskunden”, kurz bevor wir unsere erste Austellererfahrung als am „falschen“ Ort beurteilen wollten.
Ein kleiner Junge von vielleicht sieben Jahren kam mit ein paar losen Geldstücken in der Hand zu
unserem Tisch. Er wollte einen der rustikalen Engel für seine Mutter kaufen. Diese saßen noch ganz gemütlich in ihrer Wattewolke auf dem Holzschlitten. Ganz genau begutachtete er den Stoff der Kleidchen, denn das war der größte Unterschied zwischen ihnen.
Schnell hatte er sich entschieden und dann erkannt, dass er gar nicht so viel Geld bei sich hatte. Wir zählten es mit ihm und einigten uns darauf, dass er diesen Engel zu einem Sonderpreis haben konnte. Mit Stolz und einem Lächeln im Gesicht nahm er den Engel und verschwand.
Die offizielle Marktzeit war schon vorüber und wir begannen die Gelees, Salben, Seifen und Liköre abzuräumen, als er erneut angerannt kam. Irgendwoher hatte er noch ein paar Münzen aufgetrieben, präsentierte sie stolz und meinte: „Für den Papa brauche ich auch noch etwas.“
Sein Blick fiel auf die große Holzlaterne, deren leise flackernde Kerze kaum die eisige Kälte vertreiben konnte, und die schlanken Flaschen die daneben standen.
Ganz aufgeregt rief er: „Mein Papa trinkt gerne Wein“, und trat ein Stück näher. Schnell überflog er die Bilder und Kräuter auf den Etiketten und entdeckte dabei das mit dem Herz darauf.
„ Es muss was mit Liebe sein.“ Er hatte sich schon entschieden - den „Herzwein”.
Unsere Worte, dass wir keinen Alkohol an Kinder und Jugendliche abgeben dürfen, schien er gar nicht gehört zu haben, so aufgeregt hüpfte er nun von einem Bein aufs andere.
Zwei Frauen, die die Szene beobachtet hatten kamen aus unterschiedlichen Richtungen auf uns zu und meinten dass sie den Jungen kennen. Die eine gab sich als Cousine zu verstehen und sagte, sie würde selbst dafür garantieren, dass der Junge diese Flasche als Geschenk für seinen Vater verwenden würde.
Der Junge war nun noch aufgeregter und streckte uns erwartungsvoll seine offene Hand mit den Münzen entgegen. Wir erklärten ihm kurz, was wir mit seiner Cousine besprochen hatten und nahmen den lnhalt seiner Hand, der auch nicht mit dem Betrag auf dem Preisschild übereinstimmte, ohne ein Wort darüber zu verlieren, entgegen.
Mit roten Backen und strahlenden Augen hatte er die Freude im Gesicht, die man spürt, wenn man für die Menschen, die man liebt etwas Passendes gefunden hat und auch bekommen kann.

(Unabhängig davon ob man dafür ausreichend Mittel zur Verfügung hat, denn die wahren Geschenke kommen von Herzen und werden mit dessen Mittel bezahlt.)

Für die Mama einen Engel und für den Papa etwas mit Liebe.

Das ist die Freude die zu Weihnachten passt, die unsere Erfahrung bezüglich Weihnachtsmarkt zu einem Erfolg hat werden lassen.


Euch allen eine schöne Adventszeit und viele liebe Grüße


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