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Wolf

Trink Liebling

Von wize.life-Nutzer - Freitag, 17.04.2015 - 15:00 Uhr

Ein Kurzkrimi in 2 Teilen


Zornig, wütend und voller Groll fuhr Jürgen, nach einem schönen Urlaub, auf der Autobahn Richtung Heimat. Eva, seit drei Jahren seine Langzeitfreundin, hatte ihm den Laufpass gegeben. Am letzten Tag ihrer gemeinsamen Ferien war sie mit dem Zug nach Hause gefahren. Ihr Verhältnis war für ihn so bequem gewesen. Da sie eine eigene Wohnung hatte, konne er sein Junggesellenleben weiter führen.
Nun hatte sie ihm erklärt, dass sie eine Familie wollte. Sie sei 38 Jahre alt und wolle noch mindestens ein Kind bekommen. Es war ihm bewusst, dass sich alles ändern würde. Auch für seinen treuen Schäferhund, der hinten im Auto in seiner Box lag, würde sich vieles ändern.

Am Abend rief er seinen Freund an und erzählte ihm was vorgefallen war. "Weiber, ich laufe ihr nicht
nach. "Andere Mütter haben auch schöne Töchter" brummte er ins Telefon.
Bald merkte er, dass es nicht so einfach war Ersatz für Eva zu finden. Unbewusst verglich er jede mögliche Kandidatin mit ihr. Sie waren zu anspruchsvoll, sie klammerten oder waren liederlich.
Beruflich ging es ihm gut. Seine Zigaretten und Zigarren - Großhandlung florierte. Er belieferte Gaststätten und Tankstellen. Überall in der Stadt befanden sich seine Automaten, die er regelmäßig auffüllte.
Mittwoch Abends und am Samstag Nachmittag fuhr er mit Wolf zum Hundesportverein. Dort fühlte er sich wohl. Sein kluger Hund hatte alle Prüfungen bestanden und wurde allerseits bewundert.
Wolf vermisste Eva mehr als Jürgen. Sie hatte ihm immer Lekkerlis mitgebracht und ihn oft mitgenommen, wenn sie ihre Joggingrunde machte.

Die Frauen, die nach Eva ins Haus kamen, ignorierte der Hund. Sie kamen sowieso nicht lange.
Eines Tages brachte Jürgen eine neue Frau mit. Er hatte sie übers Internet kennen gelernt. Sie kam aus Thailand und sollte vorübergehend im Gästezimmer wohnen. Sie erfüllte Jürgen jeden Wunsch, war fremdartig schön und sehr anschmiegsam. Sein Ansehen im Freundeskreis stieg sehr, nachdem er sie dort eingeführt hatte. Es sah nicht so aus, als ob sie je wieder fort wollte.
Wolf mochte die Fremde nicht. Wenn Jürgen im Haus war, streichelte sie ihn und zwitscherte ihm liebe Worte ins Ohr. War Jürgen fort zur Arbeit, dann beachtete sie ihn garnicht und vergaß ihn zu futtern. Der kluge Hund witterte die Gefahr. Zudem hatte sich Jürgens Geruch verändert und er wurde krank. Die Sportkameraden lästerten: "Deine Mai-li beansprucht dich wohl zu sehr."

Eva`s Leben hatte sich auch verändert. Sie arbeitete schon seit 10 Jahren als PTA in der Löwen Apotheke. Als ihr Chef merkte, dass sie wieder frei war nahm er sie als Frau wahr und warb um sie. Der Hochzeitstermin war schon festgelegt. Gemeinsam hatten sie ein kleines Haus gekauft, in dem es sogar ein Kinderzimmer gab. Sie kannten sich schon so lange, warum also noch warten.
Morgends um 6 Uhr lief sie zwei mal in der Woche ihre alte Joggingstrecke. An diesem besonderen Tag näherte sie sich der weißen Bank, an der sie stets ihre Dehnübungen machte. Überrascht stellte sie fest, dass dort Wolf saß und scheinbar auf sie wartete. Freudig wedelte er mit dem Schwanz. Sein Fell war ungepflegt und struppig, so kannte sie ihn garnicht. Als sie sich setzte, ihn streichelte und lieb mit ihm redete, öffnete er seine Schnauze und legte ihr ein kleines Medizinfläschchen auf den Schoß. Sie fragte mehr sich selbst als den Hund: "warum bringst du mir das?". Erst am Tag zuvor hatte ihr ein Bekannter erzählt: "Den Havanna - Jürgen sieht man kaum noch, er soll sehr krank sein." Daran mußte sie denken, als sie das Fläschchen in der Hand hin und her drehte. Dann nahm sie ihr Handy; Jürgens Nummer war noch gespeichert. Mai - li meldete sich. Als sie hörte das Wolf am Wald war, sagte sie: "Jürgen ist krank, ich werde Wolf holen." Fünzehn Minuten später kam sie mit einer kurzen Leine. bedankte sich sehr höflich, schimpfte in einer fremden Sprache mit Wolf, und stöckelte davon. Einer plötzlichen Eingebung folgend, rief Eva ihnen nach: "Tschau, Wolf". Beide drehten sich um und das Foto war im Handy Speicher. Eva betrachtete ihre Nachfolgerin kritisch und dachte: sieht ja irgendwie billig aus, dieser schwarze Mini-Rock und das bunte Top darüber. Aber schöne rote Lackschuhe mit sehr hohen Absätzen. Der weiße Zierstreifen wirkt richtig schick. Sie ahnte noch nicht, dass genau die Schuhe sehr wichtig waren.

Fortsetzung folgt.

5 Kommentare

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Marga, die Spannung steigt
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also Marga, Deine Kurz-Krimis
sind ganz schön aufregend,
das ist nun schon der Zweite
in aller FRÜHE , den ich lese
und eigentlich ist das
so gar nicht meine Art. Aber
da war so viel Spannung.
Diese Asiaten sind bildschöne
Menschen, eigentlich traut
man ihnen nichts Böses zu
Danke, Bele ich freue mich über dein Kompliment und wünsche dir ein schönes Wochenende.
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Sehr schön Marga. Erwarte schon Teil2. Noch einen schönen Abend
Danke Ute, ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
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