wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Wolf

Trink -- Liebling II

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 18.04.2015 - 08:16 Uhr

Mai-li ging mit dem Hund nach Hause und fasste einen Entschluß, den sie schon zu lange aufgeschoben hatte. Jürgen lag auf dem Sofa. Es ging ihm sehr schlecht. Er hatter hohes Fieber. Nicht nur die Augen, auch seine Haut färbte sich gelb. Sie wischte ihm mit einem Waschlappen den Schweiß von der Stirn und streichelte seine Wangen.
Dann kochte sie seinen "Spezial-Tee" und sagte: "Liebling du musst viel trinken. In drei Wochen musst du wieder gesund sein. Wir wollen doch nach Thailand fliegen, damit du meine Eltern kennen lernst." Sie wusste ganz genau, dass er zu schwach war und eigentlich schreien wollte: "Ich will nicht." Leise fragte er nach Wolf und sie antwortete: "Heute muss er im Stall bleiben zur Strafe. Er war schon wieder am Waldrand." Weit entfernt hörte Jürgen seinen treuen Freund verzweifelt bellen. Der Hund bekam sein Dosenfutter, dem sie einige Tropfen ihrer Spezialmischung hinzufügte. Wolf zog die Nase kraus, verschmähte das Essen und verzog sich in seine Hütte. An der Hausecke zog Mai-li ihr Telefon aus der Tasche. Die Nummer war gespeichert. "Alarmstufe rot, 15 Uhr flüsterte sie."

Um 8 Uhr stand Eva wieder in der Apotheke. Kurz vor Mittag kam eine Kundin mit roten Schuhen und Eva dachte an Wolf und an das Medizinfläschchen. Sie holte ihre Handtasche aus der Garderobe. Bernhard schloß die Eingangstür zur Mittagspause. Eva bat ihn: "Kommst du bitte kurz mit ins Labor?"
Dort erzählte sie ihm ihr Erlebnis mit dem Schäferhund. Gemeinsam betrachteten sie die Flasche, in der sich noch der Rest einer klaren Flüssigkeit befand. "Schau hier auf dem Papier, das sind doch chinesische Schriftzeichen, die wir leider nicht lesen können. Aber das letzte Zeichen, könnte das nicht ein Totenkopf sein, wie er auch auf unseren Giftflaschen ist?" Sie opferten ihre Mittagspause und stellten fest, dass es sich eindeutig um ein hoch gefährliches Gift handelte. Bernhard und Eva waren sich einig, dass Jürgen in großer Gefahr schwebte und sie sofort handeln mussten.

Beim LKA in Hannover arbeitete ein guter Freund Bernhards. Ihre Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, bis sie ihn am Telefon sprechen konnten. Nur weil Kommissar Meier den Apotheker als ernst zu nehmenden Menschen kannte sagte er: "Gut schick mir das Handy-Foto. Ich werde es durch unseren Computer prüfen lassen." Schon bald hatten sie Gewissheit - Mai-li wurde in mehreren Ländern gesucht. Nach der gleichen Methode hatte sie allein lebende Männer vergiftet und ausgeraubt. Es war bisher nie gelungen, sie festzunehmen.

Als die Polizei auf den Hof kam und die vermutliche Mörderin holen wollte, lag Jürgen leblos im Wohnzimmer. Im Hundestall bellte der treue Hund und sprang wild am Gitter hoch. Der Safe war leer geräumt. Ein Nachbar hatte am Nachmittag einen LKW auf dem Hof gesehen. Er wunderte sich, dass zwei Männer Karton`s aus dem Lager holten und sie nicht, wie sonst, hinein brachten. Sie grüssten ihn freundlich und da er nicht neugierig scheinen wollte, ging er weiter. Die Polizei fand einen vollkommen leeren Raum. Jürgens Lieferwagen war auch verschwunden. Ein Anruf bei der Sparkasse genügte um festzustellen, dass alle Konten leer geräumt waren. Das Foto der schönen Asiatin wurde an alle Flughäfen gemailt.

Am Terminal in Amsterdam waren einer jungen Polizistin die roten Highheels aufgefallen. Sie verglich sie mit dem gerade eingetroffenem Fahndungsfoto. Die Dame sah allerdings ganz anders aus. Sie trug ein graues Business- Kostüm und statt der langen schwarzen Haare eine rote Kurzhaarfrisur. Als zwei Polizeibeamte auf sie zukamen und nach ihrem Personalausweis fragten, antwortete sie hochmütig: "Ich habe es eilig, mein Flugzeug nach Manila startet in 10 Minuten. Einer der Beamten hatte auch die längere Erklärung zu dem Fahndungsplakat gelesen, er sagte kühl: "Sie fliegen nirgendwo hin, auf ihrem Jackenärmel sehe ich lange Hundehaare." Die Handschellen klickten leise.
Fast zur gleichen Zeit wurde auf einem Rastplatz an der A2 hinter Magdeburg ein Bulli kontrolliert.
Die Papiere waren in Ordnung. Der Fahrer hieß Wrodek Strbzky. Stolz zeigte er einen schon vier Wochen alten Kaufvertrag vor. Er hatte nur noch nicht die Zeit gehabt die Zigarren und Zigaretten Werbung auf den Seitenwänden zu entfernen. Auch dort klickten die Handschellen.
Eva nahm Wolf mit nach Hause. Viel später wurde er der zuverlässigste Babysitter den es gibt.

Mehr zum Thema

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke Ursula, dein Lob freut mich sehr. Liebe Grüße Jetzt ist erst mal Pause bei mir. Wir fahren heute in einen Kurzurlaub.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Marga, ein gut u. spannend geschriebener Krimi. Was sagt er uns, Vorsicht bei manchen Internetbekanntschaften und Hunde sind doch die besseren Menschen
Guten Abend u. lichen Gruß
Ursel
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren