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Bärlauch

Hausfriedensbruch beim Bärlauch-Sammeln?

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 18.04.2015 - 12:24 Uhr

Heute morgen: ich war im Unterholz im Wald und sammelte Bärlauch. Beim Wandern durch Feld und Wald abseits bzw oberhalb einer Ortschaft hatte ich gestern eine Ecke mit Unmengen Bärlauch entdeckt und wollte heute fürs Bärlauchpesto was sammeln.

Wie ich da so im Unterholz abseits von einem Feldweg stehe, kommt ein landwirtschafliches Gefährt (Bulldog?) vorbei. Der Mann steigt ab, kommt zu mir und fährt mich sehr unfreundlich an. Was ich hier machen würde, das sei sein Grundstück und er zeigt mich an wegen Hausfriedensbruch. Ich hätte kein Recht sein Grundstück zu betreten und dürfte hier auch keinen Bärlauch sammeln. Bevor ich in der Natur was sammeln wolle, müsse ich auf der Gemeinde fragen wem das Stück Wald/Unterholz gehöre.

Im Moment wusste ich eigentlich gar nicht was er wollte, da nirgends ein Schild von "Privatgrundstück" stand. Es waren auch keine Markierungen/Abtrennungen zum restlichen Wald vorhanden , sodas nicht erkennbar war dass es sich um Unterholz/Wald in Privateigentum handelt. Wenn irgendwo ein Schild auf Privateigentum gestanden hätte oder es als Privateigentum erkennbar gewesen wäre, hätte ich ihn sogar bedingungslos recht gegeben und verstanden. Aber so? Ich habe dann meine ca 200g geernteten Bärlauch auf den Waldboden zurück gelegt, somit der Kompostierung zugeführt und ihm sein Eigentum zurück gegeben.

Wir konnten uns noch einigermaßen ordentlich trennen, aber mein Unverständnis ist geblieben-meine Wut natürlich auch. Muß ich wirklich allen Ernstes beim Bärlauch oder Pilze sammeln im Wald oder freier Natur (keine Umzäunung, keine Schilder, keine Eigentum erkennbar) erst auf der zuständigen Gemeinde nachfragen ob das öffentlicher oder privater Besitz ist??? Soweit ich als Wanderer oder Pilze Sammler überhaupt weiß in welcher Gemeindezugehörigkeit ich mich gerade befinde. Somit macht sich sonst jeder Pilzesammler des Hausfriedensbruch und Diebstahl strafbar???? Wie sehen Sie das?

P.S. es versteht sich von selbst, dass ich dort weder Pilze noch Bärlauch sammeln und auch keinen Fußbreit mehr vom Weg seitlich treten werde denn ich respektiere selbstverständlich fremdes Eigentum

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16 Kommentare

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Wohl dem der einen Garten hat
Ich habe keinen, aber Geschäfte, wo ich den Bärlauch kaufen kann.
Und dann ab damit in den Salat oder unter die Nudeln mit etwas Feta ....Hmmm lecker
schmeckt auch gut! Und ein Bekannter hat mir noch ein Rezept gegeben: blätterteig aus der Kühltruhe mit Bärlauch grob geschnitten und Quark gemischt und in den Backofen.......werde ich mal probieren
......werde den Bärlauch jetzt in meinem Garten anpflanzen, dann werde ich von solchen "Freundlichkeiten" verschont werden...........fragt sich nur wie ich das mit den Steinpilzen im Wald dann machen soll--die wachsen nun wirklich nicht in meinem Garten
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hab da mal im netz nachgeschaut.
Hier gilt erst einmal: Verstand einschalten. Von befriedeten (eingezäunten) oder offensichtlich in fremden Eigentum stehenden Grundstücken hat man die Finger zu lassen. Es verbleibt in erster Linie der Wald. Den Wald darf man grundsätzlich immer frei betreten (sofern er nicht eingezäunt ist…), dazu §14 Bundeswaldgesetz sowie §2 Landesforstgesetz NW. In allen Bundesländern wird es im Grundsatz genauso aussehen, da §14 BWaldG als Bundesgesetz den Ländern nur die Möglichkeit von Ausnahmen aber nicht generellen Verboten gibt.

Dass man in Naturschutzgebieten nicht sammeln darf, legt schon der Name “Schutzgebiet” nahe (dazu §23 Bundesnaturschutzgesetz). Darüber hinaus ist in Nationalparks (§24 BNatSchG) das Sammeln verboten.

Ausnahmen der grundsätzlichen Betretungserlaubnis in “normalen Wäldern” ergeben sich aus den Landesgesetzen, wobei die Vorgaben aus NRW wohl in allen Bundesländern anzutreffen sein werden, insbesondere dürfen nicht Betreten werden:

Forstkulturen
ordnungsgemäß als gesperrt gekennzeichnete Waldteile
Waldflächen auf denen Holz geschlagen wird
danke für die Info! Es war aber weder Naturschutzgebiet oder Forskulturen oder abgesperrt , noch Holzschlagflächen....... Einfach nur Privatgelände ohne Markierung oder Befriedung...........aber ich sammle jetzt eben anderswo-gibt in diesem Jahr genug Bärlauch, somit komme ich dem "freundlichen" Menschen nicht mehr in die Quere
Sigrid muss zugeben ich habe das so auch nicht gewusst, denn bisher hatte ich noch nie probleme gehabt, ok wenn man holz mit nehmen möchte, da gehe ich dann vorher zum förster, der würde dann schon sagen was sache ist.
da hast du recht--aber es sind immer nur Bärlauch und Pilze- und da hatte ich bisher noch nie Probleme....
.........oh die Löwenzahnblütenblätter für den Gelee hatte ich vergessen, die hole ich mir auch auf den Wiesen..........
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Dieser "Bärlauch-Besitzer" hat doch einen Vogel. Wenn nirgendwo ein Schild zu sehen ist wem das gehören soll ... Die Bürokratie nimmt Formen an, auf sowas muss man erst mal kommen.
Ich hab keinen Wald in der Nähe, ich kauf den Bärlauch und frier ihn ein, mache auch feine Kräuterbutter draus.
ich werde mir jetzt etwas Bärlauch in den Garten setzen -er wird sich da dann auch ausbreiten und dann gehe ich dem Ganzen sowieso aus dem Weg
Ja im Schatten auspflanzen ist ganz wichtig. Ich hatte mal ein paar Pflänzchen mit zu viel Sonneneinwirkung gepflanzt, ist leider gar nichts draus geworden. Aber am richtigen Ort soll er wie Unkraut wuchern.
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Hallo Sigried, lies mal hier nach: http://www.naturschutzrecht-online.d...tungsrechts Ich denke, danach hätte er zumindest gegen das Betreten nichts sagen können.
hallo Ute, hab mich informiert, solange sein Grundstück/Wald nicht "befrieded" ist kann er nicht erwarten dass der Wanderer weiß dass es Privateigentum ist. Naturschutzgebiet ist es auch nicht. Aber jetzt weiß ich ja dass es so ist und dann sammle ich einfach anderswo..........
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Rechtliche Situation (Deutschland)

Bärlauch steht zwar nicht unter Naturschutz, doch ist das Sammeln innerhalb von
Naturschutzgebieten und Naturdenkmälern nur dann gestattet, wenn die entsprechende
Schutzverordnung es zulässt. Nach Paragraph § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes genießt der Bärlauch auch außerhalb von Schutzgebieten einen Mindestschutz, der es untersagt, „ohne vernünftigen Grund wildlebende Pflanzen von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen.
So sieht leider die rechtlich Seite aus War es evtl.Naturschutz??
Aber gerade in diesem Jahr, finde ich, ist er sehr üppig.
Einfach lecker, morgens,mittag und abends
hallo Ute, nein es ist kein Naturschutzgebiet. wahrscheinlich war er einfach mit dem falschen Fuss aufgestanden.......ich suche jetzt eben woanders.......gibt in diesem Jahr sehr viel.......und schmeckt einfach köstlich!
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Sigrid, eine sehr absonderliche Geschichte. Vielleicht ist der Landwirt an diesem Tag mit dem falschen Fuß aufgestanden. Wie sich das rechtlich verhält weiß ich leider auch nicht. Mir wollte mal ein Jäger meinen abendlichen Waldrandspaziergang mit meinem Hund, der an der Leine war, verbieten. Er hatte sich wohl gerade in Position gesetzt und auf Wild gewartet, das aus dem Wald zum äsen auf die Wiese am Waldrand kommen würde. Wahrscheinlich habe ich an diesem Abend einem Reh das Leben gerettet.
Glück für das Reh, so hatte der Vorfall doch was Gutes gebracht!
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