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Der Tag, als die Welt unterging

Der Tag, als die Welt unterging

Von wize.life-Nutzer - Montag, 12.10.2015 - 08:52 Uhr

Es war ein lauer Sommermorgen an jenem 24. August, die Sonne schien. Kein Wölkchen trübte den Azurblauen Himmel. Auf dem Wasser fuhren die Handelsschiffe, dazwischen die heimkehrenden Fischer mit ihrer Ausbeute der letzten Nacht, als wieder einmal der Boden schwankte. In letzter Zeit kam das häufiger vor. Der letzte Erdstoß hatte einigen Schaden angerichtet und die Handwerker waren eifrig damit beschäftigt, die Schäden auszubessern. In der Stadt lebten vor allem gut situierte Leute aus dem fernen Rom, die sich hier ein Sommerdomizil aufgebaut hatten mit allem Luxus, den man sich leisten konnte. Die feinen Herrschaften bezahlten gut und so gab es ein geschäftiges Treiben.

Doch diesmal war es anders. Fast gespenstisch wirkte die Ruhe, die dem Beben folgte. Die Vögel waren verstummt. Die Hunde und Katzen verhielten sich sonderbar. Doch den Menschen fiel das nicht auf. Wer kümmerte sich schon um das Verhalten der Tiere? Sie waren so sehr von ihren Gesprächen gefangen, dass sie diese Stille gar nicht wahr nahmen. Es dauerte nicht lange, bis ein gewaltiges Grollen und ein lauter Knall die Menschen doch aus ihrem Treiben aufschreckte.

Eine gewaltige Explosion riss die Menschen jäh aus ihren täglichen Verrichtungen. Jäh sahen sie in Richtung des Berges, der hinter der Stadt rund 2.000 m hoch in den Himmel ragte. Von ihm ging das schreckliche Geräusch aus und sie sahen, wie der Berg seinen Gipfel hoch in die Luft sprengte. Höher und höher stieg die Rauchwolke. Gleichzeitig sahen sie, wie eine immer größer werdende, qualmende Flut auf sie zuraste.

Einige waren wie erstarrt, keines vernünftigen Gedankens mächtig. Andere erkannten die drohende Gefahr und liefen, so schnell sie konnten, in Richtung Meer. Nur weg von diesem grollenden, tobenden Ungeheuer. Wieder andere suchten Schutz in den Geschäften, die ihre Tore in Richtung Meer gerichtet hatten. Mit fast 120 km/Std. raste die rauchende Schlammwalze auf die Stadt zu und im Nu wälzte sich die Flut durch die Straßen. Bald schwoll sie so hoch an, dass sie alle Häuser unter sich begrub, bis zu 13 m hoch. Es dauerte nur Augenblicke und von der blühenden Stadt war nichts mehr zu sehen. Die Schlammlawine ergoss sich ins Meer und löste hohe Wellen aus, die viele Schiffe in Seenot brachte. Dann war Stille. Totenstille.

Die Stadt gab es nicht mehr. Erst 1.700 Jahre später tauchte sie wieder in Stücken auf, als ein Bauer auf einem Feld seinen Brunnen vertiefte. Er fand eine Statue. Es dauerte noch fast zwei weitere Jahrhunderte, bis rd. 150.000 m² soweit freigegraben waren, dass man wieder etwas von der vergangenen Pracht zu sehen bekam. Ercolano war wieder aufgetaucht. Durch den Schlamm waren sowohl die Gegenstände wie auch die Menschen konserviert. Jene, die sich in den Geschäften mit der Öffnung zum Meer in Sicherheit wähnten, wurden teilweise freigelegt. In der Haltung erkennt man noch heute das Grauen, das diese Menschen überkam.

Die Fundstätten sind Mahnmal dafür, wie vergänglich und hilflos doch der Mensch ist.

2 Kommentare

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Es ging damals nicht die Welt unter, wohl aber 2 Städte (Pompeij war ebenfalls betroffen). Und selbst die ganze Erde ist nicht 'Die Welt' (im absoluten Maßstab), sondern nur ein verschwindend kleiner Teil in ihr. Allerdings ist 'die Erde' natürlich für ihre Bewohner relativ betrachtet äußerst bedeutungsvoll ...
--> wize.life/themen/kategorie/wissen/artikel/329...groessen-ii
Nun, das erzähle mal den Menschen, die das erlebten ...
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