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1. November

Insolvenzmasse

Von wize.life-Nutzer - Sonntag, 01.11.2015 - 04:35 Uhr

An Tagen wie heute denkt man an Dinge, die längst Vergangenheit sind. Nicht nur an verstorbene Angehörige. Man zieht auch mal ganz gerne Bilanz über sein Leben - was man verpasst haben könnte oder was man vielleicht anders oder besser hätte machen können. Andere wieder...sind völlig unsensibel gegenüber Selbstreflexion, weil sie frustriert sind und einen Schuldigen für ihr Elend suchen. Eine Bankrotterklärung bei der das eigene Denken zur geistigen Insolvenzmasse wird,die man an Jeden, der sie haben will so billig wie möglich verschleudert.

Wie gut, dass es das Internet gibt. Nicht auszudenken, wenn Diejenigen ihren Müll im realen Leben abladen würden. Das Jammern über Dinge, die nun einmal nicht zu ändern sind und eine unglaubliche Aggressivität gegenüber Anderen, für die es im realen Leben nur Gewalt als Antwort geben kann. Das gegenseitige Hochschaukeln - ob nun verbal oder physische Pöbeleien auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln - es steigert sich kontinuierlich.

Das wirklich Schlimme dabei: Man muss nicht einmal mehr selbst betroffen sein. es reicht völlig aus, seine geistige Insolvenzmasse in die Menge zu werfen und zu hoffen, dass die stärkere Seite sie aufhebt. Kollektives Denken ist ja auch viel einfacher. Man muss sich selbst nicht mehr bemühen, an sich etwas zu ändern, es reicht völlig aus, wenn das Andere tun. Und damit wird man zum Werkzeug ohne Eigenleben - dazu verdammt, nur zu funktionieren wie Andere es wollen.

Menschen vom Schlag "Sie fürchten weder Tod noch Teufel" gibt es nicht mehr viele. Vielleicht muss man auch Beides schon öfter getroffen haben, um tatsächlich gestärkt aus verschiedenen Situationen des Lebens hervor zu gehen und sich durch nichts mehr von seinem Weg abbringen zu lassen ohne geistige Insolvenz anmelden zu müssen.

Der 1. November ist ein spezieller Tag für mich. Es ist der Todestag von meinem Dad und meiner Kleinen - und dazwischen liegen Jahre... Es ist aber auch ein Tag des Rückblicks - Bilanz ziehen und versuchen, auch etwas Positives zu sehen. Das gibt es tatsächlich. Ich habe nichts, was ich nach meinem Abgang von diesem Planeten bereuen müsste. Darum kann ich jedes Jahr von Neuem sagen: Ich hatte und habe in Summe ein gutes Leben und habe meinen eigenen Weg nie verlassen.
© Peter Leopold

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2 Kommentare

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Wie wahr....gerade jetzt beschäftige ich mich extrem damit...aber du weißt ja
Ja...
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