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Herzklopfen II und III

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 05.01.2016 - 18:11 Uhr

Herzklopfen Teil II

Das laute Gezwitscher der Vögel weckte sie
Britta schlug die Augen auf. Es war ja schon helllichter Tag! Sie war gestern erst spät eingeschlafen. Immer wieder hatte sie an IHN denken müssen.......Hubert.... Sie hatten sich zum Abschied geküsst, und dieser Kuss hatte bewirkt, dass von Einschlafen nicht die Rede war.
Jedes Härchen ihres Körpers hatte vibriert. 10 Jahre hatte sie monogam gelebt und alle Gedanken an einen Mann weit von sich geschoben. Und nun das !
Sie wusste gar nicht, dass sie noch solcher Gefühle fähig war. Was hatte dieser Mann nur an sich, dass sie so auf ihn reagierte.
Im Überschwang der Gefühle hatte sie gestern beim Canasta spielen ihren langjährigen Freundinnen von dieser Begegnung erzählt. Die hatten sie verständnislos angeschaut und besorgt gefragt, ob sie denn wüsste, was sie da täte. Er wäre doch ein fremder Mann!
Oh ja, sie wusste schon, was sie tat und sie würde das Gefühl nicht mehr missen wollen. Das sagte sie ihnen natürlich wohlweislich nicht.
Nun aber raus aus den Federn!
Etwas behäbig erhob sie sich aus ihrem Bett und ertappte sich dabei, etwas leichtfüßiger in das Bad zu eilen. Na, das musste sie noch üben. Es könnte ja sein, dass er sie irgendwann einmal dabei beobachtete.
Der Blick in den Spiegel zeigte ihr einen wuschligen Haarschopf, unter dem sie 2 große braune Augen angrinsten. Ja sie grinste, wenn sie an gestern dachte.
Was hatte sie da bloß angestellt. Schon der Gedanke an IHN ließ ihr wohlige Schauer über den Körper jagen. Rasch verbannte sie ihre Gedanken und stellte die Dusche an. Auch das Summen des Duschstrahls schien „Hubert“ zu singen.
Sie griff nach dem Badelaken und trocknete sich ab. Dabei ging ihr Blick immer wieder über ihren Körper. Für ihre 70 Jahre sah sich ja noch ganz passabel aus trotz der Fettpölsterchen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten. Aber ,als sie daran dachte, dass Hubert sie doch vielleicht einmal so sehen würde, beschlich sie doch leises Unbehagen. Würde er sie auch so mögen. Die große Narbe am Bauch , die von einer OP herrührte, tat auch noch ihr Übriges. Sollte sie vielleicht doch noch eine Blitzdiät in Erwägung ziehen?
Doch schnell schob sie diesen Gedanken wieder weit von sich. Auch Hubert hatte ein kleines Bäuchlein und außerdem hatte sie in einer Frauenzeitschrift gelesen, dass Männer in dem Augenblick gar nicht mit den Augen schauen, sondern nur sie als Frau und Mensch sehen. Das beruhigte sie doch sehr.
Während sie ihren Körper mit einer Lotion eincremte, ertappte sie sich erneut, dass sie an Hubert dachte, als sie über ihre Brüste strich.
Das Telefon klingelte und selbst dieses Läuten klang heute richtig lieblich.
Ihre Stimme war etwas heiser und aufgeregt, als sie sich meldete, denn sie ahnte ja, wer da am anderen Ende war. Und er war es.
„Guten Morgen liebe Britta“ sein warme Stimme ließ sie erschauern. „ich hoffe, du hast gut geschlafen.“
„Ja, das habe ich , und ich bin froh, dass du mich jetzt nicht sehen kannst. Ich bin nämlich nackt.“
Sie wollte es selbst nicht glauben, dass sie so etwas sagte! Was machte sie da eigentlich? Sie flirtete ja!
Doch Gott sei Dank lachte er herzlich und sagte leise: „Aber vielleicht würde ich dich doch ganz gern auch mal so bewundern“.
Britta zog die Luft ein...... er hatte „Bewundern“ gesagt. Was für ein Mann.....
Dann fragte er weiter:“Hast du heute schon was vor?
Was für eine Frage, alle Dinge der Welt konnten nicht wichtiger sein, als ein Zusammensein mit ihm. Eigentlich wollte sie heute Fenster putzen, doch die konnten nun wirklich warten.
„Ich dachte nämlich, dass wir heute evtl. an die Küste fahren könnten. Dieses herrliche Wetter sollten wir nutzen und uns ein wenig Meereswind um die Nase blasen lassen. Was hältst du davon?“
Was für eine Frage? Britta war begeistert und ließ ihn das auch sofort wissen.
„Schön, dann hole ich dich in einer Stunde ab. Die Adresse hattest du mir ja gestern gesagt.“ Sie musste lächeln - Ja, sie hatte sie ihm gesagt und er hatte sie sich wirklich gemerkt. „ Gut, dann stehe ich in einer Stunde vor meiner Tür.“
„Ich freue mich auf dich“ klang es aus dem Hörer, und wieder stellten sich die Härchen auf ihrer Haut auf.
Und sie konnte nicht umhin, zärtlich über den Telefonhörer zu streicheln.
Nun galt es aber, sich anzuziehen, Haare fönen und rasch die Badesachen zusammen zu packen. Dabei kam dann doch ein wenig Panik auf. Ihr alter Badeanzug war ja auch nicht mehr so ansehnlich (neulich erst hatte sie im Schaufenster einen tollen schwarzen gesehen, sich aber den Kauf verkniffen) und nun galt es bei der Figur auch noch Farbe zu bekennen.
Gestern hatte sie ja mit ihrer Kleidung noch kaschieren können. Aber im Badeanzug? Doch verwarf sie rasch ihre Bedenken - wenn er sie so nicht mochte, dann hatte ein weiteres Zusammensein auch keine Zukunft. Nun noch die Badehandtücher, ein wenig Lipgloss aufgetragen, Sonnencreme eingepackt und los ging es.
Die Schmetterlinge in ihrem Bauch überschlugen sich.
Herzklopfen Teil III


Und da stand er an sein Auto gelehnt und strahlte sie an. Und er gefiel ihr noch besser als am Tag zuvor. Er eilte ihr entgegen, geleitete sie zum Auto und hielt ihr ganz gentlemanlike die Wagentür auf.
Britta war begeistert und ließ sich in den Sitz fallen. Er stieg ein, schaute sie an, nahm ihre Hand, hauchte einen Kuss darauf und sagte:“ Darf ich dir sagen, dass du
ganz bezaubernd aussiehst.?“ Britta errötete und versuchte, ein wenig Lustigkeit in ihre Stimme zu legen, als sie sagte: „Das Kompliment kann ich dir aber auch zurück geben.“
Nun war die anfängliche Spannung auch überwunden und Hubert startete den Wagen. Nach einer halbstündigen Fahrt hatten sie auch die Nordseeküste erreicht und Hubert steuerte erst einmal einen gemütlich aussehenden Gasthof an.
Ein Schild lockte am Eingang mit HEUTE FRISCHE KUTTERSCHOLLE.
Das ließen die beiden sich natürlich nicht entgehen und bald taten sie sich jeder an einer Riesenscholle gütlich.
Nach dem Essen ging es zum Strand, wo diverse Strandkörbe noch auf ihre Benutzer warteten. Sie hatten Glück, denn gerade war ein Ferienbus mit Urlaubern abgereist, so dass in der 1. Reihe ein Korb frei war, dessen Aussicht direkt zum Wasser ging.
Schnell waren die Kleider abgestreift und Britta hatte auch gar keine Scheu mehr, sich im Badeanzug zu zeigen. Ganz natürlich, als ob sich sich schon lange kennen würden, legten sie sich nebeneinander und schlossen die Augen.
Ein wohltuendes Gefühl der Ruhe und des Zusammengehörigkeitsgefühl umgab sie und Hubert hauchte Britta einen leisen Kuss auf den Mund. Das Meer plätscherte leise, und ab und zu kreischte eine Möwe. Ihre Hände fanden einander und nichts konnte mehr ihr Glück stören.
Doch die himmlische Ruhe wurde jäh unterbrochen von lärmenden Kindern, die anfingen direkt vor ihnen eine Sandburg zu bauen.
Hubert schlug vor, die Zelte abzubrechen und den Heimweg anzutreten. Er hatte die Idee das Abendessen bei sich zu Hause zu bereiten und kaufte schnell noch frische Krabben, die in einer Bude direkt am Hafen angeboten wurden.
Die Gegend, in der er wohnte, gefiel ihr ausnehmend gut. Viel Grün und saubere Straßen. Er hatte dort eine Eigentumswohnung.
Er schloss die Tür auf und ließ sie eintreten. Sie hatte sofort das Gefühl, dass sie sich hier wohlfühlen könnte. Sehr anheimelnd und gemütlich erschien ihr alles.
Er nahm sie in den Arm, drückte sie an sich und begrüßte sie mit einem innigen Kuss in seinem Heim.
Dann richtete er das Abendbrot her und anschließend ließen sie sich im gemütlichen Sofa neben dem Kamin nieder. Der Abend verging wie im Fluge. Sie hatten sich so viel zu erzählen . Er aus seinem Leben - er war Witwer, hatte 2 Söhne und 6 Enkelkinder. Sie erzählte ihm von ihrem bewegten Leben, von ihren beiden Töchtern und den 4 Enkelkindern. Er hörte sehr interessiert zu. Alles was sie betraf, schien ihn zu interessieren. Nach einem innigen Kuss blickte er ihr tief in die Augen und fragte sie mit bebender Stimme:“ Britta könntest du dir vorstellen, mal mit mir hier zu leben?“ Sie fand es eigentlich etwas verfrüht, doch sie flüsterte: „Ja, ich würde es gerne versuchen“. Doch auch der schönste Abend musste mal ein Ende haben, und so bat sie ihn , sie doch nach Hause zu bringen. Er bedauerte es zwar heftig, aber er sah auch ein, dass sie nach solch einem erlebnisreichen Tag müde war und Ruhe brauchte. So beendeten sie ihn und stiegen die Stufen hinab. Auf einmal öffnete sich im Erdgeschoss eine Tür, ein blondgefärbter Haarschopf mit einem überschminkten Gesicht guckte heraus und eine ordinär klingende Stimme sagte: „Na , wie war's denn mit euch beiden? Hat's Spaß gemacht?
Britta schrak zusammen und guckte Hubert hilfesuchend an. Doch der schaute die Frau verächtlich an, griff nach Brittas Hand und ging mit ihr an der Tür vorbei.
Ein höhnisches Gelächter verfolgte sie. Nie hatte sich Britta so gedemütigt gefühlt.
Und schweigend ließ sie sich nach Hause bringen. Auch er sagte nichts mehr.
Vor ihrer Haustür hielt er an und wartete darauf, dass sie etwas sagte. Doch ihr Gesicht erschien ihm wie eine Maske sie reichte ihm ihre nun eiskalte Hand und sagte förmlich : „Herzlichen Dank für den schönen Tag“. Dann drehte sie sich um und verschwand in ihrer Haustür.
Mit langsamen schleppenden Schritten stieg Britta die sechs Stufen zu ihrer kleinen wohnung empor und schloss die tür auf. Sie hängte die Jacke an den Kleiderhaken und ging zum Kühlschrank, wo sie noch eine geöffnete Flasche Wein wusste.
Mit bebenden Händen goss sie sich rasch ein Glas davon ein und kippte es hastig hinunter. Eine Welt war für sie zusammen gebrochen. Wie schön hatte der Tag doch begonnen und und wie war er geendet? Aber sie war ja selber schuld. Wie hatte sie sich so blenden lassen.
Diese Frau war mehr als nur eine Nachbarin, dessen war sie sich sicher.
Aber dass er sich auf so ein Niveau begeben würde, daran hätte sie im Traum nicht gedacht. Sie schluchzte vor sich hin und schenkte sich erneut das Glas voll. So langsam kamen ihre Nerven zur Ruhe. Das Telefon klingelte. Auf dem Display konnte sie sehen, dass es Hubert war. Nein, mit dem wollte sie jetzt in diesem Zustand schon gar nicht sprechen. Also ließ sie es klingeln und legte ein Sofakissen auf das Telefon.
Aber im Kühlschrank stand ja noch eine Flasche Wein. . Auch diese wurde zur Hälfte geleert. Dann hatte endlich Morpheus ein Einsehen und umschlang sie gnädig.
Sie schlief ein. Ihr Schlaf war unruhig und in den Träumen sah sie Hubert, der von von vielen leicht bekleideten Frauen gejagt wurde. Sie wälzte sich hin und her und stöhnte. Und immer wieder klingelte das Telefon ….............

4 Kommentare

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Ach liebe Gitte ,
die Geschichte ist so romantisch und schön weitergegangen .
Alles hat gepasst und dann läßt Britta sich von einer neidisch , keifenden Frau verunsichern . Auch Hubert hat falsch reagiert , sie nicht wenigstens kurz vor der anderen in Schutz zu nehmen .
Aber richtig in solchen Momenten zu reagieren ist halt nicht immer einfach . Und so endete der schöne Tag für beide traurig und allein .
Aber wie ich dich kenne , besinnen sie sich wieder und Tei 4 bringt ein schönes Happy End .
Na klar, alles wird gut wie bei Courths Maler Danke liebe Uschi
Courths Maler Romane hat meine Mama sehr gerne gelesen .
ich in Jugendjahren auch
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