wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?

Herzklopfen IV

Von wize.life-Nutzer - Dienstag, 05.01.2016 - 18:14 Uhr

Herzklopfen IV

Schon morgens um 8.00 brannte die Sonne unbarmherzig durch das geöffnete Fenster. Es versprach wieder ein heißer Tag zu werden.
Britta schlug die Augen auf und griff als erstes zur Wasserflasche, die immer neben ihrem Bett stand. Und wieder schrillte das Telefon.
Der Blick auf das Display verriet ihr, dass es Hubert war. Sollte sie abnehmen? Nein, das wollte sie noch nicht, erst musste sie überlegen, wie sie denn nun weiter verfahren sollte. Tausend kleine Hämmerchen arbeiteten in ihrem Kopf.
Was hatte sie sich da bloß angetan, und alles wegen einem Mann.
Ächzend erhob sie sich aus ihrem Bett und schlurfte ins Badezimmer, um sich eine Kopfschmerztablette einzuverleiben.
Dann schnell unter die Dusche. Warm und wohltuend rieselte das Wasser über ihren Körper. Ja, das tat gut. Sie schlüpfte schnell in ihren Morgenmantel und begab sich in die Küche. Die Kaffeemaschine blubberte bald leise vor sich hin , und so langsam bekam Britta wieder einen klaren Kopf.
Irgend etwas sollte sie jetzt tun, um abgelenkt zu werden, und so verurteilte sie sich dazu, die längst fällige Arbeit des Fensterputzens zu verrichten.
Da klingelte es an der Tür. Sie erstarrte. Er würde es doch wohl nicht wagen, um diese Zeit hier aufzukreuzen?
Wenn sie aus ihrem Küchenfenster sah, konnte sie sehen, wer dort unten stand. Doch da stand ein völlig fremder Mann. Sie drückte auf den Türöffner und öffnete die Tür einen kleinen Spalt.
Ein junger Bursche stand da und drückte ihr einen großen Strauß in die Hand mit der Aufschrift des Blumengeschäfts gegenüber. Auch eine Karte steckte im Papierspalt. Rasch holte sie ein Trinkgeld für den Boten und schloss tief ausatmend die Tür.
Ein riesengroßer Strauß dunkelroter Rosen leuchtete ihr entgegen.
Schnell riss sie den Briefumschlag auf.
„Mein Liebling, warum meldest du dich nicht? Ich mache mir Sorgen!
Mach doch nicht kaputt, was so schön begonnen hat. Lass uns miteinander reden. Es ist doch alles nur ein Missverständnis. Sei mir wieder gut. Ich warte auf dich. In Liebe dein Hubert.
Tränen der Erleichterung rannen über ihr Gesicht. Im Grund ihres Herzens hatte sie es ja gewusst, dass er keine Schuld an diesem Dilemma hatte.
Diese verflixte Eifersucht! Sie musste doch noch ein wenig an sich arbeiten.
Nun sollte er aber auch nicht länger auf sie warten. Er hatte ihr sicher vieles zu erklären. Rasch wählte sie seine Nummer, und als ob er am Telefon gesessen hatte, wurde nach dem ersten Klingelzeichen sofort abgenommen.
„Hubert“ hauchte sie in den Hörer . „Ach Britta !“ seine Stimme klang erleichtert, „ich bin so froh, dass du dich meldest. Du glaubst doch nicht, dass ich mit dieser Dame etwas habe? Das ist meine Putzfrau, die mir ewig nachstellt. Sie wollte uns provozieren. Ich würde dich doch nie im Leben belügen !“
„Hubert“ jetzt klang ihre Stimme doch etwas kläglich, „können wir uns sehen?“
„Aber ja mein Schatz, sag mir nur, wann und wo.“
„Gib mir eine halbe Stunde, dann komme ich dir entgegen.“
Als sie in den Spiegel schaute, erschrak sie. Diese Nacht hatte doch ziemliche Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen. Rasch ein wenig Schminke aufgelegt und dann konnte sie sich wieder sehen lassen.
Nun noch ein nettes Kleid übergeworfen und sie war wieder die alte. Leise summte sie vor sich hin. Ja, das würde heute ein schöner Tag werden.
Nie wieder sollte so etwas zwischen ihnen stehen. Die Uhr zeigte ihr, dass es noch viel zu früh war. Doch sie wollte nicht mehr warten. Sie wollte ihm entgegen gehen
Als sie aus dem Hause trat, stand er schon da und strahlte sie an.
„Hubert“ rief sie und flog an seine Brust, „kannst du mir noch einmal verzeihen, dass ich an dir gezweifelt habe?“
Er nahm ihre Hände und schaute sie ernst aber liebevoll an „Mein Liebes, ich werde alles tun, dich glücklich zu machen. Vertraue mir nur. Neben dir gibt es keine andere und wird es nie geben.“ Und ein inniger Kuss besiegelte das Gesagte.
Dann schlugen sie den Weg zu Huberts Wohnung ein.
Und beide wussten, dass es der Weg ins Glück war.

11 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Schönes Happy End
und es zeigt , das miteinander reden , schnell Missverständnisse aus der Welt räumen kann . Und nun leben sie hoffentlich glücklich noch ganz viele Jahre ihr spätes Glück miteinander .
Das Ganze liest sich wie ein schönes Märchen , aber du weißt ja , manchmal werden Märchen wahr .
Liebe Gitte , du bist ein Schreibkünstlerin . Es macht Freude , deine Geschichten zu lesen .
Und genau wie Britta , sollst auch du dein Glück genießen . LG
Danke meine Liebe für das tolle Kompliment und das du dich so tapfer durch diese Geschichte geschlagen hast.
Du hast recht, manchmal werden Märchen auch wahr.
Und das sind dann die schönsten aller Geschichten .
Wünsche dir ganz viel davon . Drück dich .
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Liebe Brigitte, Du hast die Geschichte sehr gefühlvoll erzählt und wenn vielleicht jüngere Leute sich das nicht mehr vorstellen können, kann ich sie genau so nachempfinden. Frage mich nur,ob der Hubert nicht noch einen Bruder, oder Cousin hat liebe Grüße, Kunigunde
Ja eigentlich würde ich den auch gerne mal kennen lernen.
Das sind eben Wunschträume vom Idealbild eines Mannes
Danke liebe Kunigunde und einen schönen Abend.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
haaaacccchhhh jaaaaa,,,,,
Genauso hatte ich gedacht. Wie bei Courths Maler lach
richtig......lass uns doch ein wenig träumen
Ja, wenn es denn so wäre. Heute ist alles soooo nüchtern.
eben
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren