wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Menschsein ... Grenzen respektieren ... Achtsamkeit leben

Menschsein ... Grenzen respektieren ... Achtsamkeit leben

22.08.2018, 18:53 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Natürlich darf ein Mensch sein Menschsein ausleben, auch hier bei WIZE, welch eine Frage.

Ich möchte die Gedanken hierzu aufgreifen und versuchen die geäußerten Argumente dieses „Menschsein“ zu interpretieren und gedanklich fortzuführen.

Nun, eine „Grenze“ trennt ein Stück Land vom anderen. Bezogen auf das „Menschsein“ bedeutet dies, dass man als einzigartiges Wesen sein Territorium gegenüber den anderen abstecken muss, denn es ist sehr wichtig, seinen eigenen psychischen Raum zu schaffen.
Im menschlichen realen Bereich ist diese Trennlinie leicht auszumachen, wie ich meine, auf der psychischen Ebene ist sie jedoch, wie manche schon schilderten, mit zahlreichen Komplikationen verbunden.
Einige Menschen sagen, sie seien „von Mauern umgeben“, die sie schützen; sie würden „Barrieren errichten“; manch einer behauptet, man sei in seine Privatsphäre „eingedrungen“; ein anderer weiß nicht, wo seine Welt endet und die des Anderen anfängt; manche glauben vielleicht, dass Menschen „ausgeschlossen werden“ – oder spüren sogar die „Offenheit“, die einen engeren Kontakt ermöglichen kann; andere wiederum setzen einen Menschen auf einen Sockel, machen sich deshalb klein, weil ihr Unverständnis keine andere Möglichkeit zulässt.

Wie dem auch sei, es gibt noch andere Möglichkeiten das Verhalten des „Menschseins“ zu erklären, z.B. über die Osmose. Sie ist einer der wichtigen Lebensprozesse überhaupt, erfordert eine durchlässige, feinporige Membran, die den notwendigen Austausch zwischen zwei Lösungen reguliert. Ich denke mir mit dem „Menschsein“ eine persönliche Grenze als eine solche Hülle, die mich umgibt. Da diese feinporig ist, lässt sie nur das hindurch, was ich brauche und wünsche. Ich kann atmen, nein noch besser, es atmet mich.
Was das „Menschsein“ aufnimmt, kann durchaus zu einem Bestandteil meiner eigenen Innenwelt werden; was das „Menschsein“ abweist, wird mir nicht mehr zu schaffen machen.

Ich denke, die Grenzen sollten hier und da etwas durchlässig sein, damit wir Menschen Liebe, Kraft und intuitive Einsichten genauso mühelos wie gezielt untereinander austauschen können.
Jeder Mensch bewahrt also auf seiner Seite der „Demarkationslinie“ die eigenen Gedanken, Gefühle, Wertvorstellungen und Verhaltensweisen, die respektiert und geteilt werden sollten.

Wenn aber Grenzen zu durchlässig oder zu undeutlich markiert sind, definieren sich manche Menschen allmählich durch die Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen der anderen ... mit der Folge, dass diese Grenzen irgendwann einmal ganz zusammenbrechen:
Zuviel geht hinaus, zu viel kommt herein. Wenn ich so manche destruktive Dialogkommentare betrachte, die nur darauf abzielten verletzend zu sein, anstatt aktiv zuzuhören, brauchen sich hier viele nicht groß zu wundern.

Wenn allerdings die Grenzen dagegen zu undurchlässig sind, kapselt der Mensch sich völlig ab, will weder geben noch nehmen, noch auf andere zugehen. Dadurch wird der Mensch zu einem gefühllosen, verstockten, aber auch ängstlichen Wesen, der Liebe unfähig bzw. verlustig, vermag sich weder konkret auszudrücken, noch kann oder will andere mit einbeziehen.

Im Prozess einer Beziehung jedoch könnte man meinen, dass viele dessen ungeachtet, Grenzen beachten und respektieren und volle Verantwortung für sie übernehmen können.
Wenn Menschen dennoch Mauern errichten, so sind sie auch dafür verantwortlich, sie werden wissen warum. Und wenn jemand mit seinen Gedanken, Bedürfnissen, Gefühlen und Handlungen diese Grenzen verletzt, so erhebet dieser Mensch die Stimme und sagt: „STOPP!“ ... weil sein Stillschweigen sonst als Einverständnis aufgefasst werden kann.

Die gesunde Abgrenzung im „Menschsein“ beruht also darauf, dass Mensch seine Bedürfnisse und Beschränkungen kennt und mit anderen offen darüber sprechen kann.

Du weißt und definierst, was gut für Dich ist.
Du verteidigst Deine Grenzen mit den Worten:
„Ich höre was Du sagst, aber ich habe andere Ansichten!“
„Mir ist klar, dass Du nur das Beste für mich willst, doch muss ich meine eigenen Entscheidungen treffen!“
„Ich kann mich auch dann wohl fühlen, wenn Du traurig bist oder nicht meiner Meinung!“

Ja, das wäre wohl eine Ausdrucksform des richtigen „Menschseins“!
Häufig vermisse ich das hier auf dieser Plattform.

1 Kommentar

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Wer hier oder in anderen Foren schreibt, will gesehen werden, sonst würde er hier nicht aktiv sein. Und natürlich will man positiv wahrgenommen werden. Das man nicht jedermanns Darling sein kann, versteht sich von selbst und für manche scheint es ein Schock zu sein, wenn das Bild, das man von sich selbst hat, nicht die gewünschte Resonanz findet.
  • 22.08.2018, 23:44 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren