Adul Sam-on bedankte sich stellvertretend für die Gruppe für die Rettung.
Adul Sam-on bedankte sich stellvertretend für die Gruppe für die Rettung.Foto-Quelle: Pro Sieben

Fragwürdige Dankesfeier: Thai-Jungs sollen durch nachgebaute Höhle krabbeln - Psychologen in Sorge

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Beitrag von News Team

Über zwei Wochen waren zwölf thailändische Nachwuchs-Fußballer und ihr Trainer Anfang Juli in der Tham Luang Höhle eingeschlossen. Ihr Leben hing an einem seidenen Faden. Erst das lange Warten und die Ungewissheit, ob sie überhaupt gefunden werden. Dann die gefährliche Befreiungsaktion mit Profi-Tauchern. Ein Drahtseilakt, bei dem ein Retter ums Leben kam.


Doch dem nicht genug. Jetzt wurden die Geretteten erneut in eine "Höhle" gezerrt. Laut "Bild" wurde im größten Einkaufszentrum Thailands in Bangkok ein Teil der Höhle nachgebaut. Die Jungen sollten sich noch einmal durch die schmalen Gänge zwängen – um die erfolgreiche Rettungsaktion zu feiern. Die fragwürdige Aktion war eine Idee der thailändischen Militärregierung.

VIDEO! Junge Fußballer erzählen, wie sie das Höhlen-Drama erlebten


Insgesamt ist der Nachbau zehn Meter lang, sogar das Geräusch von tropfendem Wasser soll zu hören sein.

Psychologen warnen vor Trauma


Psychologen warnten, dass die Kinder dadurch erneut traumatisiert werden könnten. Man sollte ihnen mindestens ein halbes Jahr Ruhe gönnen.

Die Fußballer (11 bis 17 Jahre) selbst gehen zwei Monate nach dem Martyrium schon wieder zur Schule. Bei einem Interview-Termin bedankte sich der 14-jährige Adul Sam-on stellvertretend für die ganze Gruppe:

Wir sind sehr berührt und überwältigt von der ganzen Hilfe.

An der Höhle soll jetzt ein Museum als Touristen-Attraktion entstehen. Auch eine fragwürdige Aktion.