Offline beim Tanzen
Offline beim TanzenFoto-Quelle: Sony DSC H-50

Der Online-Offline Mensch ... ein Widerspruch?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist vollkommen offensichtlich, dass sich in der Tat nur wenige Menschen, Zeit und Muse nehmen, um sich nicht nur mit Gedanken anderer Menschen, sondern auch mit ihrem Leben selbst auseinander zu setzen. So ist es doch!

Menschen, die nicht bereit sind, sich die Zeit zu nehmen, sind auch in diesem Umfang genauso wenig dazu bereit aufrichtig zu sein, vor allem zu sich selbst. Das hat nichts mit einem „Seelen-Striptease“ zu tun, den hier niemand einfordert.

Denn hier suchen viele einen Partner, Nähe, um es auf den Punkt zu bringen ... Liebe.
Sei es zum Aufbau einer Freundschaft oder zu einer tiefen Beziehung und an diesem Punkt kommt Zeit und Aufrichtigkeit ins Spiel.
Wenn Menschen diese Kriterien nicht erfüllen wollen, werden sie genau das bekommen, wofür sie keine Zeit hatten und kein Bedarf an Ehrlichkeit sahen. Jeder wird also das bekommen, was er ausstrahlt!

Ein Mensch, der keine Zeit hat, wird Ungeduld, Hast und Oberflächlichkeit ernten und am Ende konsumieren oder selbst konsumiert werden.
Ein Mensch, der Unaufrichtig ist, wird auch Lüge, Masken und Theater ernten und am Ende täuschen und getäuscht werden.
Das sind sehr direkte Worte, aber jeder weiß es doch schon selbst, dass es genau so ist und warum fragt er da noch, nach dem Wieso und Weshalb?

Die Antwort wird "Ich“ lauten, denn es bedeutet, ich muss mich ändern, ich muss aufwachen, ich muss mich entwickeln und andere Wege gehen. Aber es wird wohl an der Bequemlichkeit und Selbsttäuschung scheitern. Und doch sind da immer noch Einige, die sich dem erfolgreich entgegen stemmen und ich weiß genau, welche Kraft und Energie das kostet. Alle, die hier etwas anderes wollen, schätze ich dafür sehr.

Ich bin im Laufe meiner Menschenarbeit vielen Online und Real begegnet und ich bin davon überzeugt, dass sie das, was sie Online unterlassen, auch im realen Leben praktizieren. Sie können gar nicht anders, weil ihnen ihr Leben, dieser Aufwand, diese Arbeit es gar nicht wert ist und dahinter steckt in Wirklichkeit ein sehr unsicherer Mensch, der sich eine Maske aufgesetzt hat und sein Leben lang davon läuft, vor sich selbst und vor allen anderen. Da wären wir beim Thema Selbsterkenntnis und Selbstannahme, aber das ist eine andere Geschichte, die ich in anderen Artikel, schon näher beleuchtet habe.

Pater A. de Mello sagte einmal: Bevor ich einen anderen Menschen lieben bzw. selbst glücklich werden will, muss ich zunächst aufwachen, mich selbst erkennen und annehmen und dann sollte ich mir die Frage stellen, ob ich die Gesellschaft glücklich machen will oder mich selbst, wobei letzteres nicht verwerflich ist.

Aber selbst glücklich sein zu wollen, haben die meisten leider verlernt, weil sie denken, das wäre Egoismus. Diese Fehleinschätzung führt dazu, dass Menschen dazu neigen, eher den Märtyrertod zu sterben als selber Glücklichsein zu wollen. Nur dieses elementare Selbstglück führt dahin, dass wir auch andere Glücklich machen können.

Meine Gelassenheit ist es ja gerade, die mich anhält, all dies hier zu tun und nur auf diese Art und Weise antworten zu können. Manchmal mag es so aussehen, dass ich ein Kleinigkeitskrämer bin, oder sogar ein Besserwisser sein mag im Auge des Lesers, einer, der alles auf die Goldwaage legt. Ja, ok, dann mag ich das alles wohl sein, aber es ändert nichts an der Tatsache. Ich sehe vieles eher positiv und vor allem konstruktiv, denn ich hinterfrage, wo andere „Ja und Amen“ sagen und ich schaue dahin, wo andere wegschauen und es ist keineswegs einfach. Da wird man schnell als Störenfried oder Spaßverderber angesehen.

Aber bin ich das tatsächlich?

Letztendlich gibt mir die Rückmeldung einiger, retrospektiv blickender Mitglieder, immer wieder recht.
Insgesamt stellt sich die Frage: Wieviel Realität ertragen wir überhaupt und wieviel davon wollen wir wirklich wissen?

Natürlich habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass ich Spaß und Unterhaltung sehr liebe und schätze, und genauso den Ernst und die Tiefe einer Diskussion. Gerade eine Diskussion trägt dazu bei, dass ich mein Gegenüber recht gut erkenne. Genau diese spezielle Art der Reflexion verrät sein Wesen und seine Art zu denken, so kann ich entsprechend auf ihn zugehen.

Und das wollen wir doch alle ... oder?