17.           1 Albtraum für 3
17. 1 Albtraum für 3

17. 1 Albtraum für 3

Beitrag von wize.life-Nutzer

1 Albtraum für 3

Ich komme nach Hause, - es ist dunkel draußen. Seltsam dunkel
Schon als ich die Haustür aufschließe, beschleicht mich ein seltsames Gefühl.

Der Hausflur ist so anders. So eng.
Und die wenigen Meter zu meiner Wohnungstür kommen mir unverhältnismäßig lang vor.
Ich überlege kurz, ob ich vielleicht unwissentlich eine Tablette genommen habe, die Halluzinationen hervorruft.

Hm, - Nein.
Nur meine tägliche Morgentablette und am Nachmittag was leichtes gegen Kopfweh.

Ich bleibe vor der Wohnungstür stehen.
Komisch, - der Schlüssel passt nicht.
Und nichts ist zu hören.
Ich stampfe einmal mit dem Fuß auf, - Nichts. Kein Ton
Das Schlüsselbund in meiner Hand müsste klirren und gegen das Türschloss scheppern.
Aber alles ist still.

Langsam verändert sich das seltsame Gefühl und ich versuche gegen diese Veränderung an zu kämpfen.
Versuche, die aufsteigende Angst in mir zu verscheuchen.
Als ich vor einiger Zeit damit begann, mich mit meinen Träumen auseinander zu setzen, habe ich etwas ähnliches wie das hier erlebt.
Damals habe ich es geschafft, den Traum zu kontrollieren.
Und eben das mußte das hier sein.
Ein Traum.

Mit dieser Erkenntnis atmete ich noch einmal tief durch und versuchte erneut, den Schlüssel ins Schloss zu stecken.
Jetzt passte er.
Ich gab mir einen Ruck und drehte ihn im Schloss herum.
Die Tür schwang auf und zaghaft machte ich einen Schritt in die Diele.
Auch der Eingangsbereich war, wie der Hausflur, seltsam verschoben.
Die Tür zum Schlafzimmer war durch einen Bretterverschlag ersetzt worden und die Toilettentür vernagelt.
Ebenso das Wohnzimmer.
Ein diffuses Licht war, so weit ich sehen konnte, in allen Räumen.

Ich ging weiter. Meine Füße fanden keinen festen Halt.
Mit einem Blick nach unten erkannte ich warum.
Der Fußboden bestand aus Sand.
Er sah komisch aus und ich bückte mich, um zu sehen, was das genau war.
Ich nahm etwas Sand zwischen die Fingerspitzen und rieb ihn.
Es fühlte sich an wie, - Nasse Mauerreste. Seltsam.
Mein Blick wurde jetzt auf das andere Ende der Diele gelenkt.
Dort war die einzige Tür, die wohl existent war und das diffuse Licht schien unter dem Türschlitz hervor zu kommen.
Die Tür zog mich wie magisch an und ich ging hin.

Ich spürte mein Herz wie wild schlagen und erinnerte mich daran, daß ich träume.
Dann stehe ich vor der Katzen, - Büro, - Esszimmertür und meine Hand legt sich auf die Klinke.
Irgendwie kommen jetzt Geräusche an meine Ohren. Zuallererst ein Rauschen.
Ich fasse mir an den Kopf.
Das Rauschen ist in meinen Ohren,- kommt nicht von Außen.
Diese Erkenntnis gibt mir etwas Trost und ich atme erneut tief durch.
Ich lege meine Hand an die Tür.
Sie vibriert. Ich ziehe die Hand zurück.
Und dann, all meinen Mut zusammen nehmend, drücke ich sie doch auf.

Mein Blut rauscht in meinen Ohren und ich kann kaum sehen.
Ich konzentriere mich. Bemühe mich um Ruhe.
Und dann erkenne ich langsam Konturen in dem Raum.
Die beiden menschlichen Avatare meiner geliebten Katzen sitzen auf dem Sandboden, - oder vielmehr, in einem Sandloch.
Das Loch ist fast mittig in dem Raum und Emma hat einen Schraubenzieher aus der Werkzeugschublade in der Hand.
Damit sticht die junge Frau wie besessen immer wieder auf den Boden ein und Rico, der die Katzenklo Schaufel in den Händen hält, schippt den gelockerten Sand zur Seite.

Die beiden bemerken mich wohl nicht.
Als ich noch näher heran gehe, sehe ich ihre Augen.
Sie sind starr auf etwas gerichtet, was sich in dem Loch befindet.
Ich schaue über den Rand und jetzt bemerkt Emma mich.
Rico schippt gerade noch etwas Sand zur Seite. Ich sehe etwas, - schaue noch genauer hin.

Es sieht aus, wie ein Lederband mit Muscheln, daß aus dem Sandboden ragt.
Ich ahne was es ist, - will danach greifen.
Im Moment, als meine Hand es fast erreicht, sehe ich Emma und Rico an und sie tun etwas, daß sie so niemals tun würden.
Sie fauchen mich böse an.
Und das fauchen der menschlichen Avatare katapultiert mich aus dem Albtraum.
Mit einem Aufschrei fahre ich im Bett hoch.
Das Licht an und……..

Beide Katzen liegen auf meiner Decke.
Sie sehen mich fragend an und sie schnurren.
Ich lasse mich ins Kissen zurück sinken und das Schnurren lässt mich wieder einschlafen, - froh, dass es nur ein Traum war.