Ehepaar
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Treiben in sozialen Netzwerken

Peter Leopold
Beitrag von Peter Leopold

Hier auf Wize.life hat sich eine Sitte - oder Unsitte eingebürgert, mit der viele normale Nutzer ein Problem haben. Nicht weil es sie persönlich betreffen würde, sondern weil es einfach lästig ist, immer wieder dasselbe Thema 100 Mal vorgekaut zu bekommen, obwohl es meistens nur zwei Menschen betrifft: Diejenigen, die daran ursprünglich beteiligt waren. Wirklich ernst nehmen sollte man solche Dinge allerdings nicht - es sei denn, man will selbst analysieren, welcher Satan die Streitparteien geritten hat.

Es geht hier um Notizen, Gegen-Notizen und Gegen-Gegen-Notizen. Dazu muss man erst einmal verstehen, wie Diese zustande kommen.
Jemand schreibt eine Notiz, die einem anderen Nutzer nicht gefällt - in der er sich vielleicht sogar angegriffen und beleidigt fühlt. Das ist die Ursprungsnotiz. Er antwortet mit einem bösen Kommentar und wird deshalb (zurecht) vom Notizersteller blockiert.
Der Blockierte kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, denn er konnte der seiner Meinung nach ungerechtfertigten Blockade nicht widersprechen und schon gar nicht seine Schimpf- und Hasstiraden vom Stapel lassen.
Also folgt die Gegennotiz, die im Grunde genommen ohnehin ihre Wirkung verfehlt, weil der Gegenspieler sie nicht mehr sieht. Das erinnert mich an einen Jugendlichen, der Hausarrest bekommen hat, weil er in der Schule gekifft hat und der Mutter - in dem Glauben, dass sie ihn micht hören kann, nachruft "Du kannst mich mal...ich mache, was ich will!" Also völlig sinnlos.

Die Krönung dieses Spiels sind die Gegen-Gegennotizen, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn man den Anderen zwar blockiert hat, aber trotzdem noch sehen will, was er denn noch von sich gegeben hat. Also geht der Betreffende auf die Suche und wird bei der bösen Gegennotiz fündig. Sofort muss mit der Gegen-Gegennotiz widersprochen werden - vorzugsweise verbunden mit Empörungsrufen und dem verächtlich machen des Gegenspielers.

Am Ende weiß sowieso Keiner mehr, warum überhaupt gestritten wird. Hauptsache, man hat seine Ansichten angebracht - mit "Fan"-Unterstützung oder nicht.

Alles verstanden ? Dann noch einmal zusammengefasst:
Eine Gegennotiz entspricht einer öffentlichen Demonstration wegen einem vermeintlichen Missstand unter dem der Gegennotizersteller unendlich viel zu leiden haben muss. Warum sollte er sonst so etwas tun ?
Eine Gegen-Gegennotiz kann man durchaus mit einer tragisch verlaufenden Ehe vergleichen. Jeder hat dem Anderen noch etwas zu sagen - nur will der Andere nichts mehr davon wissen.
Zu der Gegen-Gegen-Gegennotiz kommt es dann im Allgemeinen nicht mehr. Eine Situation - vergleichbar mit der Situation vor dem Scheidungsrichter. Unterhalt gibt es in diesem Fall trotzdem nicht. Also auch sinnlos. Echt dumm gelaufen