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EhepaarFoto-Quelle: pixabay.com

Treiben in sozialen Netzwerken

Peter Leopold
Beitrag von Peter Leopold

Hier auf Wize.life hat sich eine Sitte - oder Unsitte eingebürgert, mit der viele normale Nutzer ein Problem haben. Nicht weil es sie persönlich betreffen würde, sondern weil es einfach lästig ist, immer wieder dasselbe Thema 100 Mal vorgekaut zu bekommen, obwohl es meistens nur zwei Menschen betrifft: Diejenigen, die daran ursprünglich beteiligt waren. Wirklich ernst nehmen sollte man solche Dinge allerdings nicht - es sei denn, man will selbst analysieren, welcher Satan die Streitparteien geritten hat.

Es geht hier um Notizen, Gegen-Notizen und Gegen-Gegen-Notizen. Dazu muss man erst einmal verstehen, wie Diese zustande kommen.
Jemand schreibt eine Notiz, die einem anderen Nutzer nicht gefällt - in der er sich vielleicht sogar angegriffen und beleidigt fühlt. Das ist die Ursprungsnotiz. Er antwortet mit einem bösen Kommentar und wird deshalb (zurecht) vom Notizersteller blockiert.
Der Blockierte kann das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, denn er konnte der seiner Meinung nach ungerechtfertigten Blockade nicht widersprechen und schon gar nicht seine Schimpf- und Hasstiraden vom Stapel lassen.
Also folgt die Gegennotiz, die im Grunde genommen ohnehin ihre Wirkung verfehlt, weil der Gegenspieler sie nicht mehr sieht. Das erinnert mich an einen Jugendlichen, der Hausarrest bekommen hat, weil er in der Schule gekifft hat und der Mutter - in dem Glauben, dass sie ihn micht hören kann, nachruft "Du kannst mich mal...ich mache, was ich will!" Also völlig sinnlos.

Die Krönung dieses Spiels sind die Gegen-Gegennotizen, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn man den Anderen zwar blockiert hat, aber trotzdem noch sehen will, was er denn noch von sich gegeben hat. Also geht der Betreffende auf die Suche und wird bei der bösen Gegennotiz fündig. Sofort muss mit der Gegen-Gegennotiz widersprochen werden - vorzugsweise verbunden mit Empörungsrufen und dem verächtlich machen des Gegenspielers.

Am Ende weiß sowieso Keiner mehr, warum überhaupt gestritten wird. Hauptsache, man hat seine Ansichten angebracht - mit "Fan"-Unterstützung oder nicht.

Alles verstanden ? Dann noch einmal zusammengefasst:
Eine Gegennotiz entspricht einer öffentlichen Demonstration wegen einem vermeintlichen Missstand unter dem der Gegennotizersteller unendlich viel zu leiden haben muss. Warum sollte er sonst so etwas tun ?
Eine Gegen-Gegennotiz kann man durchaus mit einer tragisch verlaufenden Ehe vergleichen. Jeder hat dem Anderen noch etwas zu sagen - nur will der Andere nichts mehr davon wissen.
Zu der Gegen-Gegen-Gegennotiz kommt es dann im Allgemeinen nicht mehr. Eine Situation - vergleichbar mit der Situation vor dem Scheidungsrichter. Unterhalt gibt es in diesem Fall trotzdem nicht. Also auch sinnlos. Echt dumm gelaufen


1 Kommentar

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Es ist schon auffallend, dass Google das Wort "Gegennotiz" Wizelife zuordnet und im www keine Analogien zu finden sind.

Als harmlos kann ja noch gelten, dass eine Gegennotiz ein Verstoss der auch hier geltenden Netiquette darstellt, da man ja immer nach vorhandenen Notizen suchen und dort kommentieren soll.

Nun zum Thema - ich bin ja dort geblockt worden.

Gut, wenn einem das Thema wichtig ist, kann man ja das Thema - und zwar nur das Thema - in einer eigenen Notiz darstellen. Dann sieht man ja völlig neutral, wer einem zustimmt oder eine andere Meinung vertritt, falls es einem wichtig erscheint.

So geschieht es aber nicht - es findet zunächst eine Verlinkung statt. Und wenn man dann von außen auf die Thematik schaut, wird in den häufigsten Fällen der Grund, weswegen man aus der Ursprungsnotiz geblockt wurde, verfälscht und sogar verleumderisch dargestellt. Man möchte dadurch ein gewisses öffentliches Interesse anderer User darstellen, um eine Angelegenheit, die nur zwei User betrafen, negativ auszuweiten und diese für sich zum Nachteil des anderen zu gewinnen.

Und dieses Verhalten ist zu mißbilligen. Im realen Leben wäre das so, wenn ich aus einer Nachbarstreitigkeit durchs ganze Dorf laufe, um alle Einwohner. die diesen Nachbarn oder den Grund der Streitigkeiten gar nicht kennen. gegen meinen Nachbarn auf seine Seite zu bringen.

All diese Angelegenheiten werden von der Staatsanwaltschaft - einen Schritt weitergehend - nur dann verfolgt, wenn ein öffentliches Interesse besteht - also über diese Zweisamkeit eines Streites deutlich herausragt. Stelle ich aber selbst dieses öffentliche Interesse durchs Dorf laufend - oder mit einer Gegennotiz her - ist das nicht der Fall. Ein Staatsanwalt würde sie auslachen und allenfalls denen sagen, seien sie froh, dass durch die Verfälschung der Darstellung der andere sie nicht wegen Verleumdung als Antragsdelikt belangt.

Sie werden dann auf dem Weg der Privatklage mit Schiedsmannvorschaltung etc. verwiesen. Und diese sind wirklich sehr selten - in NRW gerade mal 50 im Jahr. Aber bei wizelife ufern die Vorstufen zu dieser Möglichkeit nahezu aus.

Daher bleibt es bei dem Ergebnis - ein Sachthema wird genutzt, um gegen eine Person zu hetzen oder andere gegen diese Person aufzubringen. Mehr nicht.
Und wenn der andere mit einer Gegen-Gegennotiz antwortet, gilt das gleiche auch für ihn.

Das Gesetz kennt diese Vorgänge. Bei im Ergebnis wechselseitiger Beleidigungen können auch beide verurteilt aber für straffrei erklärt werden.

https://dejure.org/gesetze/StGB/199.html
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