wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
20.  Randnotiz. ( 44 Tage)
20. Randnotiz. ( 44 Tage)

20. Randnotiz. ( 44 Tage)

Beitrag von wize.life-Nutzer

20. Randnotiz. ( 44 Tage)

Am frühen Montag Morgen rufe ich bei meiner Bank an. Ich will fragen, wie ich zu einem Bankschliessfach komme und ob eines zur Verfügung steht.
Das Telefonat verlief sehr positiv, auch wenn die freundliche Bankangestellte etwas irritiert wirkt, als ich frage, ob Tiere im Schließfach Bereich erlaubt sind.
Aber dann verneint sie und meint mit einem Lachen in der Stimme :”Wenn nicht ein Kunde heimlich eine zahme Ratte oder ähnliches, unter der Jacke eingeschmuggelt”......
Ich hole scharf Luft.
Sie wusste ja nicht, welchen Nerv sie bei mir traf.
Und während ich sie bat, schon mal alles vorzubereiten, fiel mein Blick auf die kleine Schachtel, in der ich das Lederarmband mit der Münze aufbewahrte.
Ich hatte es allerdings noch mit einer Extra Lage Stanniolfolie umwickelt bevor ich es in die Schachtel legte.
Vielleicht würde das Stanniol ja eine eventuelle Reaktion der Münze, noch weiter minimieren.
Die Sache mit dem Stanniol mutete zwar faßt wie eine Art Verschwörungstheorie an, aber das war mir egal.
Sicher war sicher.
Nicht auszudenken, wenn, um bei dem Beispiel mit der Ratte zu bleiben, ein Kunde den Schliessfach Bereich mit dem Tier unter der Jacke betrat und die Münze ihre Wirkung zeigte….

Bevor meine Phantasie Purzelbäume schlug, mahnte ich mich selbst zur Ruhe.
Dann nahm ich die Schachtel, packte sie in die kleine Medikamenten Kühltasche, die natürlich auch mit einer Isolierfolie ausgekleidet war und zog meine Jacke an.
Noch ein letzter Blick auf meine Beiden, die ausnahmsweise mal zusammen auf dem Bett lagen und total desinteressiert wirkten.
Ich versuche bei grüner Welle sämtliche Kreuzungen zu überqueren und bin relativ entspannt, als ich an der Bank ankomme.
Die Bankangestellte geht mit mir den Vertrag durch und bringt mich zum Eingang des Sicherheits Bereich in dem sich der Raum mit den Schließfächern befindet.
Über eine lange Treppe geht es, nach dem Durchqueren einer Sicherheitsschranke, hinab.
Dann stehe ich vor einer riesigen Wand mit Schließfächern.
Ich betrachte den Schlüssel in meiner Hand. Sinnigerweise habe ich die Schließfachnummer 3.
Eine schöne Zahl.
Spontan fällt mir ein,- Wir 3, Emma, Rico und ich.
Die Zahl begegnet einem gerne immer mal wieder.
Ich suche die Schließfach Wand mit den Augen ab. Dann finde ich das Fach mit der Nummer 3 links oben in der Ecke.
Ich freue mich, daß es nicht auf Augenhöhe ist.
Wieder eine Sicherheits Hürde.
Es ist ja nur ein kleines Fach.
Ich stecke den seltsamen Bartschlüssel in die dafür vorgesehene Öffnung und drehe ihn herum. Dann nehme ich den länglichen Metallkasten heraus.
Sowas kenne ich nur aus Filmen.
Ich bin trotz der Harmlosigkeit des ganzen, total angespannt.
Und so krame ich das Medikamententäschchen aus meiner riesigen Handtasche.
Ich widerstehe der Versuchung, es zu öffnen und nochmal einen Blick auf das Lederarmband mit der Münze zu werfen.
Stattdessen lege ich es in die Lade ganz nach hinten, schiebe diese wieder in die Wand und schließe ab.

Mit feuchten Fingern stecke ich den Schlüssel ein und gehe die Treppe hoch in die Schalterhalle.
Ein eigenartiges Gefühl steigt in mir auf.
Ich weiß es nicht ein zu ordnen.
Angst? Nein, auf keinen Fall.
Was soll schon passieren?
Ich verabschiede mich von der Bankangestellten.
Eigentlich komme ich mir schäbig vor.
Genau.
Verrat ist treffend für das Gefühl
Schlechtes Gewissen.
Verdammt, ich habs aber doch versprochen.
Und wir 3 haben darüber geredet.
Haben wir das?
Okay, eigentlich ist das ganze nur wegen dem Angst Kater.
Nur weil der sich so schwer tut mit seiner menschlichen Form.
Nur ihm zuliebe mache ich das.
Und die liebevolle, sanfte Emma, hat nur ihm zuliebe zugestimmt.
Meine Augen füllen sich mit Tränen.
Am liebsten würde ich zurückgehen und alles rückgängig machen.
Aber die paar Wochen schaffen wir.
Und ich hoffe sehr, dass auch Rico ein wenig sein menschliches Avatar vermisst.

Ich steige ins Auto, atme nochmal tief durch.
Dann starte ich und fahre aus dem Parkhaus, das an der Bank angeschlossen ist, raus.
Langsam fahre ich nochmal am Haupteingang vorbei.
In diesem Moment bin ich sehr froh, dass keine Tiere im Schließfach Bereich erlaubt sind.
Ein Mann mit einer riesigen deutschen Dogge betritt gerade die Drehtür zur Bank.


Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren