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Einem Fliesenleger aus Bayern waren die außergewöhnlichen Wünsche einiger seiner Kunden zu viel: Eine bestimmte Berufsgruppe muss sich mit ihren Aufträgen an ihn nicht mehr wenden. (Symbolbild)Foto-Quelle: Pixabay

„Ein arroganter Haufen“: Diese Berufsgruppe will ein Fliesenleger nicht mehr als Kunden haben

News Team
Beitrag von News Team

Dass die Arbeit von Handwerkern oft nicht leicht ist, weiß jeder. Wenn Kunden sie aber noch schwieriger machen, kommt es zu Konflikten - manchmal landet der Streit sogar vor Gericht. Einem Fliesenleger aus Bayern waren die außergewöhnlichen Wünsche einiger seiner Kunden zu viel: Eine bestimmte Berufsgruppe braucht sich mit ihren Aufträgen nicht mehr an ihn wenden.

„So ein Automobilingenieur, der hat im Normalfall zwei linke Hände, die können überhaupt nichts“, sagt Michael Schmiedl, Fachmann für Fliesenverlegung, Balkon- und Terrassensanierung im niederbayerischen Landkreis Kelheim im Gespräch mit dem „Spiegel“. „Die können nicht mal einen Nagel in die Wand klopfen. Das sind komplette Theoretiker.“ Gemeint sind hier vor allem die Ingenieure der Konzerne Siemens und Audi.

„Sie sind realitätsfremd. Sie fordern Dinge, die technisch nicht zugelassen sind und daher nicht umgesetzt werden können. Es ist beispielsweise vorgekommen, dass Bäder ohne Fugen gefliest werden sollen“, beschwert sich der Fachmann. Die Pläne, die einige Kunden vorab selbst gezeichnet haben, seien oft nicht umsetzbar. „Auf dem Papier sieht es immer gut und schön aus, aber der Handwerker weiß, was er tut.“

Anzeige auf der Webseite sorgte für Furor

Als Ende 2016 Schmiedl der Kragen platzte, schrieb er auf seine Webseite unter der Überschrift „nicht mehr für Besserwisser“: „Wir arbeiten nicht für Ingenieure, Doktoranden, Professoren der Firmen Audi und Siemens.“ Die Entscheidung habe er „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ und auf Grundlage von Erfahrungen, „was Zahlungsmoral und Problemkunden betrifft“ treffen müssen.

Im Dezember 2018 soll dann aber jemand die Ausschlussliste abfotografiert und an Audi-Mitarbeiter geschickt haben. Schnell machte das Foto auch in Bayern die Runde - auch die Medien griffen es auf - und plötzlich meldeten sich über 2000 Menschen bei Schmiedl - darunter auch Audi-Ingenieure und -Mitarbeiter. Angeblich sollen 98 Prozent der Absender seinem Vorgehen zustimmen.

„Ich bekomme viele Dankschreiben, vor allem von Audi-Mitarbeitern“, sagte Schmiedl dem „Spiegel“. Fast alle sollen ihm gesagt haben, endlich sage es mal einer. „Darunter sind auch ein paar Ingenieure. Die sind froh, dass diese Arroganz von oben herab angesprochen wird. Selbst machen sie es nicht, weil sie Angst um ihren Job haben. So lese ich das aus den Zuschriften heraus.“

(Fortsetzung des Artikels nach dem Video)

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Polizisten sind laut Schmiedl die besten Kunden

Von einer Berufsgruppe nimmt Schmiedl aber gerne Anrufe an: Polizisten. Denn bei ihnen liege die Problemquote bei null Prozent, heißt es auf seiner Webseite. Dennoch versichert er, es gehe ihm nicht darum, eine bestimmte Berufsgruppe schlechtzureden oder zu diskriminieren. Für alle Kunden erstelle Schmiedl kostenlos und unverbindlich ein Angebot - auch für Audi- und Siemens-Mitarbeiter.


3 Kommentare

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Möglicherweise kommen auch wieder Zeiten, wo Handwerker froh sind, wenn sie überhaupt Kunden bekommen. Zur Zeit kann man sie ja händeringend suchen - ganz gleich, welchen Beruf man hat.
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"Eine bestimmte Berufsgruppe braucht sich mit ihren Aufträgen nicht mehr an ihn wenden."

Wer "brauchen" ohne "zu" gebraucht, braucht "brauchen" überhaupt nicht mehr zu gebrauchen.
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Es gibt noch andere Berufsgruppen an die man noch nicht einmal vermieten soll.ich habe nichts gegen Lehrer, Richter, Anwälte, usw.
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