Homosexualität - warum Männer schwul sind
Homosexualität - warum Männer schwul sindFoto-Quelle: Sven.petersen, gemeinfrei

Homosexualität - warum Männer schwul sind

Monika Preuk
Beitrag von Monika Preuk

Beispiele für Homosexuelle muss ich gar nicht nennen. Es gibt genügend und fast jeder in seinem Bekanntenkreis kennt einen Schwulen. Ein Tabuthema ist Homosexualität in Westeuropa schon lange nicht mehr. Spätestens als öffentlich wurde, dass Sympathieträger wie Walter Sedlmayr oder Modezar Rudolph Mosshammer junge Männer liebten.

Sedlmayr - ein "Umdrahda"

Für die Älteren damals war das schon noch eine Sensation. Als ich die Meldung über Sedlmayr der 90-jährigen Mutter einer Freundin vorlas, sagte die auf Münchnerisch: "Mei, der a no, ist der a so a Umdrahda." Der "Umgedrehte", das war ein Synonym für schwul. In ihrer Generation etwas Schlimmes, Verbotenes, das seinen schrecklichen Höhepunkt wohl in der Verfolgung der Homosexuellen unter Hitler fand. Doch auch in der Gegenwart, denken Sie nur an manche russischen Länder, wird Homosexualität nicht geduldet.

Freudsche These zur Homosexualität

Was noch in der Antike ganz normal war - viele griechische und römische Intellektuelle pflegten die Liebe unter Männer - wurde später zum Abnormalen. Freud versuchte, Homosexualität durch die angeborene Bisexualität jedes Kindes zu erklären, die sich erst später durch das Umfeld ändere. Fehlt der Vater, so die Freudsche Interpreation, würde der Junge später homosexuell, um im Partner den Vater zu finden.

Das vermeintliche "Schwulen-Gen"

In den 80er Jahren des letzten Jahrhundert meinten amerikanische Forscher, ein Gen entdeckt zu haben, das Homosexualität auslöst. Weitere Studien widerlegten diese These, zeigten jedoch, dass einzelne Genabschnitte mit der Veranlagung, das gleiche Geschlecht zu lieben, in Verbindung stehen. Außerdem sollen Hormone während der Schwangerschaft der Mutter eine Rolle spielen.

Zwei Faktoren bei Homosexualität

Damit die Neigung jedoch tatsächlich ausgelöst wird, spielt das soziale Umfeld - da kommen wir wieder zu Freud - ebenfalls eine Rolle. Schlechte Erfahrungen mit Frauen, eine übermächtige Mutter könnne dabei zum Tragen kommen. Biologischer Faktor plus sozialer Faktor lautet demnach die Formel für Homosexualität.

Doch wie gehen Sie mit diesem Thema um? Und wie haben Sie das früher erlebt? War das ein Thema, über das in ihrem Elternhaus nur getuschelt wurde? Was für Vorurteile gegenüber Homosexualität gab es denn da?