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Scheidung: Es gibt keinen Schuldigen - ist das gerecht?

Scheidung: Es gibt keinen Schuldigen - ist das gerecht?

Monika Preuk
07.03.2014, 16:25 Uhr
Beitrag von Monika Preuk

Offiziell wurde die Schuldfrage bei Scheidungen abgeschafft, damit das "schmutzige Wäsche waschen" endet. Damals waren Tausende von Privatdetektiven treulosen Ehemännern oder -frauen auf der Spur. Besonders findige, ehemüde Partner stelltem dem anderen sogar eine Sexfalle - nur um den Scheidungskrieg als Betrogener zu gewinnen und den oder die Ex abzukassieren. Sicher gut, dass dieser Effekt durch das aktuelle Scheidungsrecht wegfällt.

Frauen waren nach der Scheidung oft auf Sozialhilfe angewisen

Kritiker sagen dazu übrigens, die Schuldfrage wurde abgeschafft, weil sie den Staat zu viel kostete: Wurde bei einer Scheidung die Frau schuldig gesprochen, erhielt sie keinen Unterhalt vom Mann - musste also vom Staat Hilfe zum Lebensunterhalt bekommen, denn die meisten Frauen verdienen wenig. Das wurde dem Staat zu viel. deshalb die Änderung im Scheidungsrecht. Aber das nur am Rande.

Ex-Mann zahlt Kapriolen der Frau

Heute ist das alles anders - und gerechter? Krass wird es bei diesem Beispiel, das sicher für viele steht: Die Frau geht schon lange fremd, hat ein paar Liebschaften. Dann lässt sie sich scheiden. Weil der Ehemann mehr verdient als sie, muss er ihr viel von seiner Rente abdrücken, die Hälfte vom Haus auszahlen usw. Dass er ihr während der Ehe fünf Ausbildungen finanziert hat, fällt nicht ins Gewicht.

Ex-Frau zahlt für Mann, der eine neue Lebensgefährtin hat

Oder andersrum: Er ist Künstler, verdient nicht viel. Sie ist Managerin. Er lernt eine andere Frau kennen - verschweigt das jedoch, zieht von einem auf den anderen Tag aus. Als Künstler und über 50 Jahre alt, findet er keinen Job. Die Ex muss ihm Monat für Monat Geld zaheln. Er richtet sich bei seiner Freundin ein, die Ex muss weiterzahlen...

Kinder großgezogen, dann lässt er sich scheiden - die Ex steht vor dem Nichts

Besonders hart trifft das Scheidungsrecht jedoch viele Frauen: Sie haben die Kinder großgezogen, auf Karriere verzichtet. Dann lässt sich der Mann scheiden - meist, weil die Ex von Kindern und Hausarbeit und ihm den Rücken frei halten zerrieben ist. Die neue Frau an seiner Seite ist meist jünger und knuspriger. Unterhalt gibt es für die Ex keinen, weil sie mit 48 sich doch noch einen Job suchen kann. Trifft in der Realität nicht zu. Jobs gibt es keine für Leute über 45, die lange aus dem Beruf waren und zu hause womöglich auch noch Schulkinder haben... auch das ist ungerecht.

Was meint Ihr? Wie sind Eure Erfahrungen mit Scheidungsopfern und -gewinnern? Ist die Schuldfrage sinnvoll oder tatsächlich unsinnig?

31 Kommentare

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es gibt keinen alleinigen Schuldigen...

und in Wirklichkeit gibt es überhaupt keine Schuldigen

jeder trägt auf seine eigene Art zu dem Umständen seines Lebens seinen Teil dazu bei

und wehe, die Umstände, die da rum stehen, gefallen nicht

dann sind immer die anderen daran "schuld"

wer von uns Menschen stellt sich ernsthaft die Frage: "Was habe ich dazu beigetragen, das die Situation jetzt so oder so ist"

Hand auf´s Herz: wer von Euch hat solches verantwortungsvolle Denken bereits im Elternhaus gelernt

Und deshalb finde ich es gut, das die Schuldfrage aus dem Scheidungsrecht raus ist

Und wenn ich es nochmal zu tun hätte, würde ich meine Berufstätigkeit beibehalten, mein eigenes Geld verdienen, für meine Zukunft selber vorsorgen, und nie wieder in die wirtschaftliche Abhängigkeit einer Ehe nach altem Muster landen
  • 09.05.2014, 08:49 Uhr
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Ich finde, wenn ein Partner oder Partnerin ein Verhältnis hat, muss der oder diejenige dafür gerade stehen bei einer Scheidung. Das die Schuldfrage nicht mehr relevant ist, finde ich nicht gut. Hauptsächlich sind ja die Frauen die Dummen, werden ausgetauscht gegen eine viel Jüngere. Warum soll die Frau, die evtl. Kinder groß gezogen hat, also wenige Jahre dadurch im Berufsleben standen, dafür finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.
  • 30.03.2014, 18:12 Uhr
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Meist ist nicht nur eine Person schuld. Früher war es für die Frauen schwieriger, da sie ja meist Hausfrauen waren.
Heute gehen ja fast alle Frauen arbeiten.
Die Frauen wollten ja die Gleichberechtigung. Mein Bruder musste auch Unterhalt für seine zwei Töchter bis zu seinem Existenzminimum abdrücken, da seine Ex nur halbtags arbeitet. Sie hatte auch ein Verhältnis mit ihrer Jugendliebe und hat meinen Bruder vor die Tür gesetzt. Im Scheidungsrecht muss sich noch viel ändern.
  • 22.03.2014, 00:39 Uhr
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Leider schützen auch Eheverträge nur unzureichend ...
Wie wäre es, die Gleichberechtigung wörtlich zu nehmen?
Das hieße, ist die Ehe gescheitert, geht jede/r seiner Wege und sorgt selbst für sich und zur Hälfte für das Wohl der gemeinsamen Kinder.
Die jetzige Regelung ist uneinsichtig, verworren und entlastet nur den Staat.
  • 15.03.2014, 16:10 Uhr
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Früher hätte ich das weit von mir gewiesen, aber heute halte ich klare Eheverträge für sehr sinnvoll!
  • 26.02.2014, 12:28 Uhr
...leider musste es so weit kommen...
  • 07.03.2014, 17:38 Uhr
Da hast du sicher recht - aber trotzdem "leider"...
  • 07.03.2014, 17:43 Uhr
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Glücklicherweise galt zu meiner "Scheidungszeit" noch das Prinzip der Schuld. Würde das, was ich damals erlebt habe, nämlich heute passieren, könnte meine Ex sich weiterhin frischfröhlich mit einem anderen Mann verloben, ohne vom ersten getrennt zu sein!
  • 22.02.2014, 16:46 Uhr
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Bin ein Freud von klaren Eheverträgen , dann weis jeder genau falls es zu einer Trennung kommt wo dran er ist . Und man sollte nicht so Naiv sein sowas zu begründen wenn man sich liebt man man sowas nicht , was in 10 oder 20 Jahren weis kein Mensch . Man kann auch im Ehevertrag die Finanzen wunder bar regeln falls es zum Bruch kommt . Es wünscht sich zwar keiner aber egal wie es gibt den hinterher keine Bösen Überraschungen .
  • 22.02.2014, 10:54 Uhr
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Ich denke, dass die Schuldfrage nicht richtig war, aber das heutige Recht sollte überarbeitet werden. Bis 30.06.77 gab es z. T. einen Sozialhilfefall, heute sind es häufig zwei Fälle, bedingt durch die Übertragung der Rentenanteile.
Ein Paar das sich trennt ist immer gemeinsam "schuld". Der Gesetzgeber kennt den Begriff Wiederverheiratungswert. Heißt bei jüngeren Menschen ist eine Wiederverheiratung wahrscheinlicher.

Ich meine wenn finanzielle Unterstützung, dann nur auf begrenzte Zeit (auf den Einzefall ausgelegt, zB. Krankheit, Behinderung, Alter) und nicht so pauschal. Es wird immer irgendwie ungerecht sein.
  • 22.02.2014, 09:50 Uhr
Hallo Claudia, warum wertest Du den Beitrag mit "Quatsch" ab. Auf jeden Fall solltest auch Du die Meinung anderer stehen lassen.
Bist du die Besserwisserin ? Eine Eheberatung ist nicht unbedingt das non plus Ultra oder ?
  • 07.03.2014, 20:14 Uhr
Hallo Claudia, da gebe ich Dir recht, die Eheberatung hat damals bei mir bewirkt (vor fast 40 Jahren), dass ich mir sicher war die Ehe zu beenden. Du weißt doch auch eine Liebe kann sterben und da meine ich müssen beide Partner etwas tun und können sich das Ende auf Fahne schreiben.
Meine 2. Ehe war dafür das Beste überhaupt. Wir haben miteinander geredet und das infantile Verhalten des Beleidigtseins gar nicht angewandt.
Du siehst, ich habe meine Erfahrungen auch gemacht.

Gruß Karin
  • 09.03.2014, 16:55 Uhr
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Wenn man einen Ehemann hat , der mehr Geld verbraucht als da ist ( für sich ) ist man arm dran und schafft nicht die Löcher zu stopfen .
Unsere gemeinsame Altersversorgung ( Erlebensversicherung ) verbrauchte er und bekam dann von meiner lachhaft kleinen Rente für 25 Jahre Ehe seinen Teil ab .
Das war gerecht im Sinne des Gesetzes , aber moralisch wohl kaum !
  • 22.02.2014, 09:32 Uhr
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Manche Scheidung ist schon vorprogrammiert durch Kindheit und Jugend - nicht immer zu Lasten der Eltern. Hier nach Schuld eines Partners zu fragen, greift etwas kurz, vor allem wenn es um Wiederheirat später geht.
Das Konzept unseres Ursprungs "bis dass der Tod scheidet" wäre für manche keine Lösung, sondern eine Hölle auf Erden.
Aber wenn die Liebe doch eigentlich die Bindung sucht, sollte man drüber nachdenken, was Gründe sind, ob Umwelteinflüsse, Gesellschaftstrends, Erziehungsursachen u.a.m.
Eine automatische Scheidung nach x Jahren ist sicher keine Lösung für die wichtigste Beziehung im Leben.
Es gibt für vieles im Leben Anleitungen, z.B. Berufe, die man ein ganzes Leben lang ausüben soll und doch noch währenddessen ständig dazulernen muss, in Weiterbildungen, Schulungskursen etc.
Aber für Kindererziehung und Ehe geht jeder davon aus, dass wir Naturtalente seien. Aber welche Eltern haben uns darauf vorbereitet? Haben sie nicht meist selbst etwas falsch gemacht?
  • 22.02.2014, 08:28 Uhr
Man sollte auch aus Fehlern anderer lernen, man wird nicht alt genug, um nur aus eigenen zu lernen.
Da gibt es z.B. ein Museum für gescheiterte Beziehungen: http://dorfpastors.blogspot.de/2011/...hungen.html
  • 22.02.2014, 08:33 Uhr
@ Michael - ich verabscheue Smilies - aber in diesem Fall hätte ich fast eine Ausnahme gemacht… Daumen hoch!
  • 22.02.2014, 09:27 Uhr
Danke, Erwien. Nun gehe ich zufrieden schmunzelnd in den Tag!
Oh, im letzten Moment habe ich mir gerade noch verdrückt den Doppelpunkt, Bindestrich und Klammer zu zu drücken.
  • 22.02.2014, 09:35 Uhr
Apropos 'bis dass der Tod uns scheidet': Ein Satz, den man in der Bibel vergeblich sucht... Unser Pfarrer sagte: 'Bis die Liebe aufhört.' Deutlich näher an der Realität, wie ich finde.
  • 22.02.2014, 15:35 Uhr
....steht noch weniger in der Bibel und entfernt sich nicht nur vom Wortlaut, sondern auch vom Inhalt.
Liebe, Ende etc. sind u.U. subjektive Auffassungen, also beliebig.
Ja, die gesellschaftliche Entwicklung hat uns vor eine neue Realität gestellt, aber nicht alles, was Realität wurde, fordert auch Anpassung.
Scheidung u. Wiederheirat sind von Jesus als Notlösung, nicht als Ideal gesehen, denn eigentlich heißt es, dass der MENSCH nicht die Scheidung initiieren sollte, also Ehe soll nicht als temporär gesehen werden. Daraus ergibt sich dann logischerweise, dass das Konzept von Ehe, ein Konzept Gottes, gemäß SEINER Führung beendet werden sollte.
Soll man vorübergehendes Liebesaus nicht neu beleben, obwohl es danach besser und haltbarer sein kann als vorher?
Wieso halten manche Ehen so lange? Siehe:
http://dorfpastors.blogspot.de/2012/...wcomer.html
  • 22.02.2014, 16:37 Uhr
Schuldige gibt es heute zwar nicht mehr. Aber weiterhin unschuldig Leid-tragende. Zum Beispiel die Kinder. Und nach wie vor hat es heute die Frau einfach, mittels der Kinder als Pfand ihren Ex zu schikanieren.
  • 22.02.2014, 16:49 Uhr
Da bin ich ja an den 'Richtigen' geraten (jetzt sehe ich erst, dass Du oben auch schon den Link eingestellt hast) Schöner blog übrigens!
Sehr schön formuliert, Michael. Nein, auch dieser Satz steht nicht in der Bibel. Dieser Satz wurde auch im Traugespräch zuvor besprochen und uns gefiel er sehr gut, weil er eben nicht beliebig gemeint ist. Vorübergehendes Liebesaus gibt es sicher viel öfter, als die meisten Trennenden zugeben wollen. Ich habe auch oft das Gefühl, dass viel zu schnell hingeworfen wird. Aber auch hier müssen beide schon wollen, als 'Einzelkämpfer' geht da gar nichts.
  • 22.02.2014, 18:09 Uhr
  • 22.02.2014, 19:03 Uhr
Ich glaube, daß früher sehr viel mehr Ehen aufrechterhalten wurden, die eigentlich nur noch Wohngemeinschaften - im besten Fall - waren!
  • 26.02.2014, 12:23 Uhr
Davon Monika, gibt's sicher auch heute noch genug. Wenn ich so an verschiedene Leute denke..., da ist/war es ganz sicher so.
Ich finde es schlimm, wenn Sachzwänge eine Ehe zusammenhalten.
Wir reden vor allem am Anfang einer Beziehung von offener Ehrlichkeit. Und dann, wenn es so weit ist, ehrlich zu sein, wird das so unendlich schwer.
Vielleicht brauchen wir doch ein Fach in der Schule, dass da heißt 'Lebensgestaltung'. Dann würde sich wenigstens die jetzige Kindergeneration evtl. etwas leichter tun mit vielen Dingen.
  • 26.02.2014, 13:56 Uhr
Wenn ich mir meinen Nachwuchs so anschaue, Renate - dann sind die realistischer als ich es je war!
  • 26.02.2014, 14:45 Uhr
Dem kann ich zustimmen Monika, auch meine Kinder gehen mit eingien Dingen wohl besser um, als ich es tat. ABer in Herzensdingen hilft Realismus (Vernunft) auch erst mal nicht weiter. Denn Gefühle sind zunächst einmal die sich zeigende Realität, die verarbeitet werden muss, um dann zu klarem Verstande zu kommen. Um das zu lernen und dann auch noch umsetzen zu können, braucht's Zeit. Deshalb finde ich, dass schon vieles von Kindesbeinen an gelehrt werden könnte, so man wollte. Dazu gehört in allererster Linie die Stärkung des Selbstbewusstseins (damit meine ich nicht ein narzistisch od. egoistisches Auftreten) und Achtsamkeit. Ich bin mir sicher, wenn wir das schon als Kinder gelernt hätten, hätten wir so manches anders entschieden oder wären anders mit den Geschnissen umgegangen, es gäbe, glaube ich, auch weniger depressive oder sonst wie erkrankte Menschen. Ich bin mir da sehr sicher! So wollen wir hoffen, dass unsere Kinder Positives an ihre Kinder weitergeben können.
  • 26.02.2014, 15:34 Uhr
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