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Erotisch schreiben

Erotisch schreiben

08.03.2014, 14:09 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist eigentlich nicht besonders schwer, einen erotischen Text zu verfassen. Im Grunde kann das jeder, der in der Lage ist, einen Einkaufszettel zu strukturieren. Die eigentlichen Probleme bestehen darin, die richtigen Positionen des Einkaufszettels zu finden – und dann, diesen Einkaufszettel auch zu zeigen.
Es gibt zwei Ebenen, auf denen sich schreiben lässt: die persönliche und die literarische, und beide haben eine sexuelle und eine erotische Seite. Der Unterschied zwichen ihnen lässt sich vielleicht ganz gut so erklären: Erotik ist Berühren, Sex ist Anfassen.
Literarisch kann ich mich mit dem Kopf einem Bild oder einem Akt widmen, es mit viel Phantasie darstellen und dann zeigen. Ein persönliches Bild entstehen zu lassen, ist ungleich schwieriger, denn in dieses Bild muss ich mich fallen lassen – ich muss beim Schreiben erregt sein, um durchs Schreiben erregen zu können.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn du schon mal einen ganz tiefen Liebesbrief geschrieben hast. Dem voraus geht immer ein Gefühl, das nach Ausdruck verlangt. Die Vorbereitung auf diesen Brief ist eine andere als die Vorbereitung auf einen normalen Brief, und man lässt zu, öffnet sich – und lässt sich dann ein. Deine Empfindungen von Liebe und Zätlichkeit, Annahme und Geborgenheit und viele andere stecken dann drin, in diesem Brief.
Das lässt sich im erotischen Schreiben wunderbar erleben und fühlen. Wichtig dabei ist, den richtigen Adressaten zu finden. Das kannst durchaus du selbst sein , das nimmt Angst, und du kannst dich auseinandersetzen mit dem, was du träumst. Jedoch für einen anderen zu schreiben – meinetwegen an einen Partner oder eine Partnerin – kann sogar Lust bedeuten.
Der schwerste Schritt ist immer das „Zeigen“. Denn wenn man richtig geschrieben hat, dann ist man zu „sehen“ in einem solchen Text. Man ist zu fühlen, wie man beim Schreiben gefühlt hat, und auch Berührungen sind möglich. Erotisches Schreiben ist immer auch ein intimes Erlebnis, darum machst du es richtig für dich, wenn du dich fallen lässt. Und das, was du damit gibst, kann ein wunderbares Geschenk sein.

16 Kommentare

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Toll was du gesagt hast Robert, stimme ich dir vollkommen zu. Was ich hier vermisse, das ist ein solcher Text. Und ich erwarte solch einen nicht nur von dir, sondern auch von den Kritikern. Das wäre doch mal was, oder?
  • 15.03.2014, 09:16 Uhr
Ich erwarte das nicht, Doris. Obwohl es schön wäre.
Aber die Kritik zu solchen Texten ist oft mit persönlicher Abgrenzung verbunden. Die ist so einfacher zu formulieren, als die Grenzen zu überschreiten.
  • 16.03.2014, 18:32 Uhr
Eben, aber gerade hier muss man aus sich heraus gehen und in sich hinein. Ich denke, meckern ist einfacher. Lache.
Bei Gelegenheit werde ich es mal versuchen. Bin nur gerade jetzt nicht in der Stimmung dafür.
Schönen Abend dir noch und AL Doris
  • 16.03.2014, 18:50 Uhr
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Das, was du geschrieben hast, ist gut nachvollziehbar. Ein- und Fallenlassen sind grundlegende Voraussetzungen und dazu musst du dich selbst in die Lage versetzen, dich für deine Gefühle zu öffnen, sie einfach zuzulassen. Also, Kopfkino anstellen....... Man macht sich viel zu wenig Gedanken darüber.
  • 13.03.2014, 23:55 Uhr
Ich finde, es gibt vielfältige Wege, Gefühle darzustellen. Erotik ist für mich persönlich der symbolträchtigste.
  • 16.03.2014, 18:34 Uhr
Mach so weiter, Robert, mir gefällts und wenn ich noch einmal in die Lage kommen sollte, erotisch zu schreiben, werde ich mich ganz sicher an deinen Beitrag erinnern.
  • 16.03.2014, 19:12 Uhr
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ach robert ich hab dich lieb.und du glaubst wirklich,daß man die verknöcheten gedanken ändern und in einem freien wortspiel veröffendlichen kann,so für jedermann?wos doch hier schon rote köpfe gibt,wenn ein nackter po gezeigt wird.
  • 08.03.2014, 13:40 Uhr
Einige gibt's, die damit umgehen können, Barbara.
Und einige gibt's, die das sogar mögen
  • 10.03.2014, 19:12 Uhr
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Erotisches Schreiben zähle ich zu den besonders schwierigen Bereichen. Hier muss der Schreiber mit viel Fingerspitzengefühl erotisches Knistern erzeugen. Ein bisschen zuviel und schon könnte man leicht ins Triviale abrutschen. Hier die richtige Dosis zu finden, dass ein Text wirklich schön ist, erfordert viel Übung.
  • 08.03.2014, 10:25 Uhr
Macht aber Spaß
Vor allem, wenn man auf Leser trifft, die sich im Lesen genauso öffnen mögen wie der Autor im Schreiben. Das ist nämlich ähnlich schwer ...
  • 08.03.2014, 13:24 Uhr
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Erotisch schreiben fällt mir nicht schwer, aber wenn es um mehr als Erotik, sprich, um Sex geht, würde ich das nie zeigen, weil es viel zu persönlich, zu intim ist, um es mit mehreren zu teilen.
Das nimmt ja dann schon exhibitionistische Züge an.
  • 07.03.2014, 21:20 Uhr
Erotisch Schreiben hat bei mir kaum etwas mit Sex zu tun. Meine erste Geschichte, ja, da empfand ich den Exhibitionismus ganz stark. Aber die weiteren Texte sind entstanden, um Gefühle zu beschreiben, nur eben auf einer erotischen Ebene.
  • 08.03.2014, 10:23 Uhr
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier jeder von sich auf andere schließt. Dies kann richtig sein, muss es aber nicht in jedem Einzelfall sein, weil Menschen unterschiedlich sind. Ich habe nicht viel Fantasie, sodass diese immer recht dicht an der Realität bleibt. Oder anders ausgedrückt: was ich mir vorstellen kann, lässt sich in der Regel auch umsetzten. In meinem Elternhaus war das Thema Sex Tabu. Folglich habe ich Hemmungen, darüber zu reden. Allerdings habe ich sehr viel weniger Hemmungen, in dem Bereich zu handeln. Ein Tabu kann durchaus seine Vorteile haben: ich habe zwar nichts Positives über den Bereich gehört, aber eben auch nichts Negatives. So blieben meine eigenen Vorstellungen relativ lange unbeeinflusst von dem, "was so im Umlauf" ist. Für mich ist Sexualität immer noch ein körperlicher Ausdruck für Liebe, wo durchaus auch verspielte Neugier ihren Platz hat. Ich war entsetzt, als ich feststellte, dass viele Männer ihr "Wissen" offensichtlich aus Pornos haben!
  • 10.03.2014, 13:04 Uhr
Fortsetzung: ich habe nichts gegen die bildliche Darstellung von Sexualität, aber ich habe etwas dagegen, wenn es dabei an Achtung gegenüber dem Partner fehlt (bei Pornos scheint das die Regel zu sein). Es gibt durchaus Filme, wo das NICHT der Fall ist. Ich habe mir ein paar DVDs von Dirk Liesenfeld angesehen und finde dort nichts, was ich kritisieren könnte! Sexualität war immer ein interessanter Bereich und wird es sicherlich auch bleiben. Und in Hinblick darauf finde ich das "Nichtwissen" was allgemein herrscht wirklich erschreckend. So wie ein Mann auch weibliche Persönlichkeitsanteile hat und eine Frau auch männliche, ist das auch bei der Sexualität der Fall (ergo sind für beide Geschlechter beide Arten von Orgasmus erlebbar...wer an den körperlichen Voraussetzungen zweifelt, schaue sich mal die Embryonalentwicklung an und verfolge, wie welche Organe entstehen). Was ich von mir selber kenne, erkenne und verstehe ich auch bei anderen. Fortsetzung folgt...
  • 10.03.2014, 13:28 Uhr
Ich merke gerade, ich komme mal wieder vom Höcks-chen aufs Stöcks-chen...und habe es dann wieder gelöscht...ist besser, ich belasse es bei dem bis jetzt geschriebenen...
  • 10.03.2014, 13:52 Uhr
Dass Männer ihr Wissen aus Pornos haben, ist eigentlich nicht ungewöhnlich - wobei das, was porno ist, von Mensch zu Mensch verschieden definiert wird. Wenig Frauen können damit umgehen, weil sie denken, Männer würden sie vergleichen, wnn sie solche Filne schauen.
  • 10.03.2014, 19:19 Uhr
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