Was Frauen wirklich denken: Wie hält die Ehe von Uli Hoeneß das alles aus?
Was Frauen wirklich denken: Wie hält die Ehe von Uli Hoeneß das alles aus?Foto-Quelle: Александр Корчик unter http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de

Was Frauen wirklich denken: Wie hält die Ehe von Uli Hoeneß das alles aus?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Uli Hoeneß geht sozusagen "freiwillig" ins Gefängnis. Er nimmt das Urteil an und sucht nicht den möglicherweise rettenden Ausweg einer Revision vor dem Bundesgerichtshof, den sein Anwalt offensichtlich wollte und empfahl. Ein Revisionsurteil zu seinen Gunsten war nicht aussichtslos, gleichwohl er Steuerhinterziehung in zweistelliger Millionenhöhe zu verantworten hat und die genaue Höhe offensichtlich bei seiner Selbstanzeige nicht exakt wusste oder nicht exakt benannte.

Über seine Gründe, das Urteil anzunehmen und nicht noch einmal alle Kraft und auch Macht seiner Person und Position in die Waagschale zu werfen, ist viel geschrieben worden.

Was ihn, den Großen des FC Bayern München, den erfolgreichen Geschäftsmann, der sich vielfach sozial engagierte und dann so unglaublich verspekulierte, wirklich dazu bewogen haben mag, die Strafe anzunehmen?


Wer wird dies wohl je erfahren und letztlich wissen? Unsere Entscheidungen sind - vor allem in Ausnahmesituationen - unterschiedlichst und sicher auch sehr irrational geleitet. Uli Hoeneß sprach vom größten Fehler seines Lebens und dass er dafür nach Rücksprache mit seiner Familie und damit sicher auch mit seiner Frau und langjährigen Vertrauten gerade stehen möchte.

Über die Ehe und seine Frau liest man, dass sie sich seit ihrer Schulzeit kennen und eine symbiotische Gemeinschaft bilden. Er sei das, was er ist, nur durch sie und umgekehrt.

Was mir jedoch bei allen Bildern der beiden auffiel und fehlte: eine liebevolle Geste.

Mag sein, dass sie dies vor aller Öffentlichkeit nicht zeigen wollten. Mag sein, dass sie so lange verheiratet sind und es nicht mehr brauchen, auch so wissen, der andere ist mit mir verbunden. Und vielleicht sah man nur deshalb viel Gram und Belastung in ihren Gesichtern, viel Schmerz und wohl auch Erschöpfung. Nicht aber die Zeichen der Liebe. Gleichwohl glaube ich:

Diese Zeichen der Liebe sind in einer solch extremen Lebenssituation für beide elementar wichtig. Sie geben Kraft, spenden Trost, richten auf, schützen davor, zu zerbrechen, schenken Halt, wo man ihn in sich nicht mehr findet.


Ein Mal in der Woche gehe ich zum Schwimmen. Und fast jedes Mal treffe ich dort ein älteres Paar. Beide weit über 70. Weder Millionäre noch Prominente, ganz normale Menschen. Ich kenne sie nur vom Sehen und sie fielen mir auf, weil sie wie ein jung verliebtes Paar wirkten. Nicht flirty, sondern sehr aufeinander bedacht, miteinander lachend, lächelnd und liebevoll, behutsam und achtsam, vor allem strahlend. Er hat nur Augen für sie und sie nur für ihn. Sie schwimmt auf ihn zu, er schwimmt ihr entgegen. Nimmt sie zärtlich in den Arm, trägt sie durchs Wasser, sie schmiegt ihren Kopf an seine Schulter.

Vor einiger Zeit haben wir ein paar Worte gewechselt, über das Wetter und wie schön das Wasser ist. Und ich habe ihnen am Ende unseres kurzen Gesprächs gesagt, wie sehr es mich berührt, sie so glücklich, so glücklich-vertraut zu sehen. Der Mann sah mich erst etwas unsicher an, was ich mit meinen Worten wohl meinen könnte, dann lächelte er und sagte:

Jaja, wir hatten Glück, dass wir uns begegnet sind und unser Leben teilen konnten.


Die beiden haben so viele liebevolle Gesten füreinander. Winzig kleine und manchmal nur dieses unglaubliche Lächeln, das in den Augen beginnt und das ganze Gesicht erhellt. Über alle Falten hinweg. In diesen Momenten sieht man die jung Verliebten und wahrscheinlich sehen die beiden im anderen immer noch die junge Frau und den jungen Mann, dem sie ihr Herz schenkten.

Eben dieses Leuchten würde ich Uli Hoeneß und seiner Frau wieder wünschen. Bilder aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit zeigen es ja vielfach. Möge es wiederkehren, falls sie es wirklich verloren haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es Brücken über jede Gefängnismauer schlägt und wohl über die Mauern der Angst.