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Sollte Ethik wie Religion auch schon in der Grundschule angeboten werden?

Sollte Ethik wie Religion auch schon in der Grundschule angeboten werden?

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
17.04.2014, 13:35 Uhr

Kinder haben Rechte, Eltern haben Rechte und den Auftrag, ihre Kinder vernünftig und mit Werten zu erziehen. Diese Rechte sind geschützt; die Religionsfreiheit ist durch die Verfassung garantiert. Aber es gibt keinen Anspruch auf Ethikunterricht schon in der Grundschule. Dies ließe sich nicht aus dem besonderen Schutz des Religionsunterrichtes im Grundgesetz ableiten. Das machte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig deutlich.

Eine Mutter dreier Kinder aus Freiburg im Breisgau hatte gegen das Land Baden-Württemberg geklagt, um das Angebot von Ethikunterricht schon ab der ersten Klasse zu erwirken. Zwei Instanzen hatten dies schon vor Leipzig abgelehnt, nun folgte der Bundesverwaltungsgerichtshof. Die Klägerin und ihr Anwalt wollen die Vermittlung von Werten ohne konfessionelle Rückbindung erreichen, was über den Religionsunterricht hinausreicht. Sie argumentierten auch damit, dass immer mehr Kinder aus Familien kommen, die keiner Konfession angehören. Während es Ethik ab der ersten Klasse in verschiedenen Bundesländern schon gibt, nämlich in den neuen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, ist das in Baden-Württemberg bisher nicht vorgesehen. Dort ist Ethikunterricht erst ab den Schulklassen 7 oder 8 möglich, die Kinder sind dann schon 13 und 14 Jahre alt.

Die Klägerin will weiter für eine neutrale Wertevermittlung an den Schulen kämpfen. Sie findet das gerade bei den Kleinen, wo das Denken beginne, sehr wichtig. Nun will sie also vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ihren Kampf weiter führen.

[quote]Wie finden Sie Ethik ab der ersten Schulklasse? Können Sie das Anliegen der Mutter verstehen? Wie wichtig ist Ihnen weltanschauliche Neutralität?[/quote]

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39 Kommentare

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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Wir bedanken uns für die vielen Kommentare, auch und gerade für die kritischen. Auch für die Erfahrungsberichte von Eltern, die ihre Kinder im Ethikunterricht hatten. Dass das auch in ganz jungen Jahren, eben in der Grundschule, schon gut vermittelbar ist, kindgerecht möglich ist.

Deutlich erkennbar ist, dass viele die klare Trennung von Staat und Kirche auch in der Schule wollen, alle den Ethikunterricht befürworten, manche gar keinen Religionsunterricht mehr haben wollen. Manchmal werden auch eigene schlechte Erfahrungen mit Religionsunterricht als Indoktrination spürbar. Das war früher sicher noch häufiger der Fall als heute.

Interessant ist auch, dass die Macht der Tradition gebrochen ist - dass nämlich alle aus entweder evangelischen oder katholischen Familien gekommen und fast automatisch in den entsprechenden Religionsunterricht gegangen sind. Das wird doch von sehr vielen als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Danke von uns für die engagierte Diskussion!
  • 21.04.2014, 17:28 Uhr
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Ich bin auch für eine DEUTLICHERE Trennung von Kirche und Schule als wir es jetzt haben. Religionsunterrichtdurfte keinesfalls konfessionell gebunden erteilt werden wie es jetzt der Fall ist. Religionsunterricht sollte ein ÜBER DIE RELIGIONEN DER WELT AUFKLÄRENDER; INFORMIERENDER Unterricht sein. Für welche sich die Kinder nach Vorleben der Eltern entscheiden gehört in den privaten Bereich.
  • 18.04.2014, 18:57 Uhr
soll heißen ...Religionsunterricht dürfte...
  • 18.04.2014, 18:59 Uhr
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
In einem guten Ethikunterricht ist in jedem Fall eine gemeinsame Betrachtung der Feste und Bräuche aller Weltreligionen mit drin, genau diese Aufklärung ist ganz wichtig. Aber der Ethikunterricht geht natürlich über vergleichende Religionswissenschaft noch hinaus.
  • 21.04.2014, 17:07 Uhr
Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kinder Religionsunterricht in der Schule haben - Gott sei Dank haben sie diesen auch. Wir leben nun einmal im christlichen Abendland. Viele Kinder lernen leider zuhause überhaupt nichts mehr über Religion, da finde ich es besonders wichtig, dass sie es wenigstens in der Schule tun.
Selbstverständlich lernen meine Kinder im Religionsunterricht auch die Feste und Bräuche anderer Weltreligionen kennen, das gehört doch dazu. Ich finde es schlimm, dass Religion und Kirche so ins Hintertreffen geraten. Meine Erfahrung ist allerdings, dass sehr viele Menschen andererseits kirchliche Einrichtungen und Angebote wie Kindergärten, Diakonie etc. gern nutzen, nicht aber dazu beitragen wollen. Ob meine Kinder später einmal ihre Kirchenzugehörigkeit beibehalten wollen, wird ihnen überlassen sein - aber wenigstens lernen sie sie kennen - und auch schätzen - und haben auf diese Weise eine wirkliche Wahl. Denn wählen kann man ja nur etwas, das man auch kennt.
  • 23.04.2014, 09:53 Uhr
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Ich würde gerne die verschiedenen Meinungen zu dem Thema lesen. Warum werden hier Kommentare gelöscht
  • 18.04.2014, 11:39 Uhr
Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Wir haben nichts gelöscht, definitiv nicht.
  • 21.04.2014, 17:10 Uhr
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Uneingeschränkt JA! Wobei natürlich die Riesen Problematik darin besteht, festzulegen, was ist ethisch?
Religionsunterricht hat für mich definitiv NIX mehr in Schulen zu suchen.
Religionen können Menschen trennen, gegeneinander aufstacheln, unsinnige Konflikte heraufbeschwören und werden schon immer von Von Eliten zu ihren Zwecken benutzt.
Religion sollte reine Privatsache werden, wer will darf sie, allerdings nur innerhalb eines ethischen Rahmens, leben, aber Kinder zu Lehren an die teilweise absurdesten Sachen zu Glauben, für die es nicht die geringsten Beweise gibt , sollte in unserer ach so aufgeklärten Welt tabu sein. Wir lehren ja auch keine Pseudowissenschaften, schwarze Magie, Glauben nicht mehr an Hera und Zeus.
  • 18.04.2014, 10:26 Uhr
Ja Connie, da hast du recht, diese Trennung ist wirklich vonnöten.
Meine Kinder, mussten aber sehr wohl am Reliunterricht teilnehmen, da ein Ethik Kurs nicht angeboten wurde! Das war total vertane Zeit, weil ihnen die Noten nachgeworfen würden, Hauptsache, sie ließen den Relilehrer reden und blieben brav auf ihren Stühlen sitzen. Interessiert hat dieser Unterricht fast niemand. das ist Realität. Deshalb auch mein Erschrecken darüber, dass Islamunterricht vermehrt eingeführt wird! Ein völlig falsches Signal, das wieder nur aus politischen Gründen, aber nicht zum Wohl aller Kids, gesetzt wird.
  • 18.04.2014, 14:17 Uhr
Hallo Sabine, ich gebe Dir völlig recht: Religionsunterricht gehört nicht an die Schulen. Dafür halte ich Ethik für umso wichtiger, weil dort Themen behandelt werden können, die in keinem anderen Unterrichtsfach behandelt werden. Zum Fach Ethik gehört auch das Problem der zwischenmenschlichen Beziehungen, welche in unserem gesamten Leben ständig eine Rolle spielen.
  • 18.04.2014, 15:45 Uhr
Sabine: Das liegt aber allenfalls am Lehrer oder auch daran, was ich selbst meinen Kinder vermittle über die vermeintliche Unwichtigkeit von Religion. Ich selbst habe als Kind sehr gern und begeistert am Reli-Unterricht teilgenommen und mich eingebracht, und heute ist es bei meinen Kindern genau so. Darüber bin ich sehr froh!
  • 23.04.2014, 09:55 Uhr
Die Frage: "Glauben die Eltern, dass ihre Kinder vom Glauben abfallen, wenn sie außerhalb ihres Dunstkreises mit weltlichen Fragen konfrontiert werden?"
impliziert eine Gegenfrage: Glauben Eltern, dass ihre Kinder religiöse Fanatiker werden, nur weil sie in der Schule Religionsunterricht haben?
  • 23.04.2014, 10:04 Uhr
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Religion muss in der Grundschule angeboten werden, Ehtik in Baden-Württemberg nicht. Die Grün-Rote Landesregierung würde sicher gerne auch Ethik in der Grundschule anbieten. Es mangelt nicht an gutem Willen, sondern mal wieder an Geld.

Als Atheist frage ich mich, warum Religion bei uns in Deutschland ein Pflichtfach ist. Zwei kostbare Wochenstunden werden hierfür nach Konfessionen getrennt, verschwendet. Wäre es nicht besser allen Kindern gemeinsam Ethik und Philosophie näher zu bringen?
  • 17.04.2014, 19:49 Uhr
  • 18.04.2014, 09:55 Uhr
  • 18.04.2014, 10:28 Uhr
  • 18.04.2014, 11:35 Uhr
Ich finde, Wissen über verschiedene Religionen sachlich und neutral zu vermitteln sehr wichtig. Das ist, wenn überhaupt nur an Schulen möglich. Eine kleine Chance, über Aufklärung, dem Fanatismus entgegenzuwirken.
  • 18.04.2014, 11:43 Uhr
Genau, Sabine. Das sollte im Lehrplan nicht zu kurz kommen.
  • 18.04.2014, 13:04 Uhr
Dass jemand Atheist ist, muss nicht beinhalten, Kindern die Möglichkeit des Glaubens vorzuenthalten. Was sie dann daraus machen, bleibt ihnen später überlassen - aber entscheiden können sie nur, wenn sie beide Seiten kennen.
  • 23.04.2014, 09:58 Uhr
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hat ... muss ... ist ethik denn unbedingt an religingsunterricht geknüpft .... ethik ... moral ... gewissen ..... d a s erfordert doch nicht unbedingt religionsunterricht????
  • 17.04.2014, 17:20 Uhr
natürlich, iingeborg, ... auch ... nur, es ist nun mal so, dass kinder gedanken u verhaltensweisen von anderen interessanter finden, und das sollte man sich zunutze machen. und im täglichen umgang mit schulkameraden kann "geübt werden" ... das sind so meine gedanken dazu, nichts wissenschaftlich bewiesenes. das gewissen, das gefühl für moral entwickelt sich erst später. die basis hierfür sollte im elternhaus und schule gelegt werden. ich fände es klasse. auch im hinblick auf die vielschichtigkeit.
  • 17.04.2014, 19:27 Uhr
leider gibt es viele familien in denen es nicht der fall ist, das vorleben. wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen auch diese kinder zum "nachdenken" angestubst werden. sicherlich, am besten haben es diejenigen, bei denen eltern und lehrer "zusammenarbeiten", auch die lehrer vorbildliches verhalten zeigen.
  • 17.04.2014, 19:39 Uhr
Sr Inge: Ich muss hier Ingeborg Gucki zustimmen, ich lese auch nichts "Kleingeschriebenes". Wobei ich sagen muss Kritik gehört auch zu Ethik und Moral und die deutsche Rechtschreibung ist nun mal Bestandteil der dutschen Sprache und diese sollten wir pflegen und hegen, damit sie nicht eines Tages einem sprachlichen Kauderwelsch zum Opfer fällt.
  • 18.04.2014, 09:39 Uhr
Korrektur: es soll richtig heissen "der deutschen Sprache" !
  • 18.04.2014, 09:40 Uhr
das meinte ich mit vielschichtig- fältigkeit. erziehung zum kritischen nachdenken, hinterfragen. vielleicht wird dazu in der schule die möglichkeit geboten?
  • 18.04.2014, 10:05 Uhr
Also ich sehe das aber auch so wie Bernd und Inge.
Die eigentliche Problematik sind doch die verschiedenen Lebenssituationen aus denen die Kinder in die Schule oder besser noch in den Kindergarten kommen.
Soziale Unterschiede, kulturelle Unterschiede, religiöse Unterschiede, puh, ich sehe die einzige Chance, diesen Riesigen Berg kleiner zu machen, indem ich allen Kindern, so früh wie möglich, möglichst schon im KiGa, ethische Werte näher bringe. Diese können dann später vielleicht ! Ein wo nötig , Gegenpol zur elterlichen Erziehung werden, können irgendwann vielleicht erreichen, dass sich die Werte der Menschen, ihre Lebenseinstellung etwas zum positiven hin angleicht.
  • 18.04.2014, 10:36 Uhr
Sabine
  • 18.04.2014, 11:37 Uhr
Ich finde auch das sollten schon auch Eltern vermitteln, aber auch in die Schule gehört Ethikunterricht. Da es ja heutzutage anscheinend nicht möglich ist das alle Eltern die ethische Normen und Verhaltensweisen ihnen Kinder beizubringen ist, und da viele Eltern dies ja ihren Kindern gar nicht vor leben können.
  • 20.04.2014, 10:13 Uhr
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Erstens: wird Ethik von GrundschullehrerInnen unterrichtet - zumindest in Bayern (und das regional schwärzer als der Vatikan). Zweiten: es ist immer möglich, kindgerechtes Sozialverhalten zu vermitteln - auf jeder Altersstufe. Drittens: Wo gehen denn die Kinder hin, die aus den verschiedensten Gründen aus den religiösen Raster fallen. Die werden dann unbeaufsichtigt nach Hause geschickt - oder was????? Haben die dann wenigerUnterricht? - Religion ist in der Grundschule ein Fach mit vielen Wochenstunden - ebenso wie Deutsch und Rechnen. Es wird sich sicher auch einmal bei Bundesrichtern herumsprechen - Deutschland ist ein Einwanderungsland.
  • 17.04.2014, 16:08 Uhr
und welche, wenn es nicht den Ethikunterricht gäbe? Bekommen die dann Unterricht in besonderen Förderklassen (Ma+Deu). Übrigens eine ausgezeichnet Idee - dann können ja sofort zusätzliche!!!!!! Lehrkräfte eingestellt werden. Oder werden sie auf andere Klassen verteilt - damit der dortige Unterricht für die Lehrer noch schwieriger und gestörter abläuft!!!!!!!! Bist Du noch im aktiven Schuldienst?
  • 17.04.2014, 16:36 Uhr
außerdem will ich jetzt keine weitere Fachdiskussion führen - ich bin der Meinung Ethikunterricht ist genauso wichtig wie Religionsunterricht und muss wenn dieser ein Pflichtunterricht ist, ebenso ein zusätzlicher Pflichtunterricht werden.
  • 17.04.2014, 16:57 Uhr
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ich denke, das wäre eine gute sache. ethik beschäftigt sich mit moral. für die entwicklung des gewissens viell nicht schlecht.
  • 17.04.2014, 15:11 Uhr
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Unbedingt !
Es ist eine Ausgrenzung der Kinder, die keiner Religion angehören. Ethische Werte m ü s s e n allen Kindern vermittelt werden können.
Wieso entscheidet ein BGH über die Wertebildung der Kinder ?????
  • 17.04.2014, 15:07 Uhr
Sie hat gestern vor dem BGH verloren !!!!!!!
  • 17.04.2014, 15:10 Uhr
Wir sprechen hier über die Grundschule und da reichen die ethischen Werte, die die Kinder im Elternhaus vermittelt bekommen.
  • 17.04.2014, 15:26 Uhr
Eine Kindergärtnerin erzählte mir ganz entrüstet, dass eine Mutter ihr 20 Euro gegeben hätte mit der Bitte, -fördern Sie mein Kind-. Ich meine, dass die kleinen Kinder auch das Recht haben, mal Kind zu sein und nicht den Zwängen auf immer mehr Wissen in den kleinen Kopf zu drücken.
  • 17.04.2014, 15:34 Uhr
Das Ziel der Ethik ist die Erarbeitung von allgemeingültigen Normen und Werten. - Ist dies schädlich oder gar Überforderung.
  • 17.04.2014, 15:39 Uhr
Ja, in manchen wird getrunken und die Kinder erhalten eine schlechte Ausgangslage für ihr späteres Leben und dieses Defizit sollen die Lehrer durch ethischen Unterricht wieder herausholen.
  • 17.04.2014, 16:27 Uhr
Ich muß hier Connie B. zustimmend beipflichten, es gibt viele Elternhäuser in denen Ethik und Moral (die Grundprinzipien des menschlichen Zusammenlebens) nicht vermittelt werden.
  • 18.04.2014, 09:48 Uhr
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