Warten auf die Bahn, Fernbeziehungen
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Fernbeziehungen - Fluch oder Segen?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Eine Beziehung auf Distanz? Das funktioniert doch nie im Leben! Das jedenfalls bekommt man häufig zu hören, wenn man im Freundeskreis von der neuen Liebe berichtet – einer Beziehung zu einem Menschen, der viele Kilometer weit entfernt lebt.

Dabei haben Fernbeziehungen durchaus auch ihre Vorteile:

Gemeinsame Auszeit vom Alltag
Besonders solche Menschen, die großen Wert auf ihre Unabhängigkeit legen und gerne selbstbestimmt leben, können einer Fernbeziehung viele positive Seiten abgewinnen: ihr Alltag läuft ungestört weiter - die Partnerschaft bedeutet für sie immer wieder eine willkommene Abwechslung vom gewohnten Trott.

Sie nehmen sich dann ganz bewusst Zeit für den anderen. Die beiden können sich zwar nicht eben mal so zwischen Tür und Angel treffen, wenn ihnen gerade danach ist, aber dafür kehrt auch selten Langeweile ein. Sie freuen sich auf die gemeinsame Zeit und genießen sie jedes Mal, als wäre es ein kleiner Urlaub.

Aber das sind nun einmal auch die Nachteile einer Fernbeziehung und die können schwer ins Gewicht fallen:

Hohe Erwartungen
Die Erwartungen sind hoch - man sieht sich ja oft nur ein- oder höchstens zweimal im Monat. Und selbst dann nur für ein paar Tage, ein langes Wochenende vielleicht. Die Anreise ist aufwändig und zwischen den sehnsüchtig erwarteten Treffen liegen oft lange Durststrecken, die man nur per Skype überwinden kann. Doch der regelmäßige Telefonkontakt führt auch dazu, dass getrennt lebende Paare manchmal sogar mehr miteinander reden, als solche, die gemeinsam in einer Wohnung leben.

Immer wieder fern und fremd

Man freut sich jedes Mal wieder auf den anderen, doch er ist einem auch jedes Mal wieder ein bisschen fremd. Man muss sich immer wieder neu aneinander gewöhnen. So richtig teil am Leben des anderen hat man ohnehin nicht. Denn das Leben zu teilen, das bedeutet für Fernbeziehungen oft nur, sich per E-Mail oder SMS darüber auszutauschen, was der andere gerade denkt oder tut.

Probleme werden ausgeklammert
Auch wenn es Probleme gibt, gestaltet sich der Austausch schwierig, denn normalerweise genügt es oft schon, wenn der Partner einfach da ist, einen nur in den Arm nimmt. Wenn er aber alleine vor sich hinbrütet und die Konflikte nicht gelöst werden, kann das für die Beziehung tödlich sein. Doch selbst wenn der andere dann gerade da ist, werden die Probleme oft nicht geklärt und aus der Welt geschafft, denn man möchte die knapp bemessene Zeit nicht auch noch mit Streitereien verderben.

Luftschloss auf Sand gebaut?
Die meisten Paare arrangieren sich mit der Fernbeziehung – zumindest für eine gewisse Zeit. Nach zwei, drei Jahren ist jedoch häufig die Luft raus. Es steht eine Entscheidung an: kann man sich auf einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt einigen oder lässt man die Beziehung so ganz allmählich im Sande versickern?