Turteltäubchen (Taubenpaar aus gebranntem Ton)
Turteltäubchen (Taubenpaar aus gebranntem Ton)Foto-Quelle: 4028mdk09, http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2F7%2F77%2FTurteltauben_aus_gebranntem_Ton.JPG&imgrefurl=http%3A%2F%2Fcommons.wikimedia.org%2Fwiki

Kosenamen und Babysprache in der Beziehung – wie albern ist das denn?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Hasi, Bärchen oder Pupsi – viele Kosenamen sind einfach nur peinlich. Andererseits zeugen sie auch von Zuneigung und rühren uns irgendwie an. Wenn Paare allerdings selbst in der Öffentlichkeit nur noch in Babysprache miteinander turteln, dann führt das nicht selten zu verständnislosem Kopfschütteln.

Edmund Stoiber nennt seine Gattin liebevoll „Muschi“ - darüber schmunzelt inzwischen ganz Deutschland. Kosenamen sind ein Zeichen besonderer Intimität und Emotionalität und dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten ist es offenbar nicht unangenehm, wenn der Rest der Welt an seiner Liebe teilhat. Doch Kosenamen entstehen meist aus spontanen Situationen heraus, da darf man sich natürlich fragen, wie das wohl bei den Stoibers war...

Verniedlichungen und Gebrabbel sorgen für Intimität …
Völlig losgelöst von Alter, Status oder gar der Anwesenheit anderer Personen greift der Virus um sich: Wenn die Herzen höher schlagen, reicht der richtige Name offenbar nicht mehr aus, um seine Gefühle auszudrücken. Da muss etwas Besonderes her – ein putziger Kosename! Pikant wird es allerdings, wenn zum Beispiel die neue Partnerin den gleichen Beinamen erhält wie ihre Vorgängerin. Der Kosename setzt auch das Einverständnis des Partners voraus, sonst wird er ihn wohl kaum erdulden, zumal öffentlich. Er muss sich damit identifizieren können.

… und sind absolut nervtötend für den Rest der Welt

Erschreckend schnell entwickeln viele frisch verliebte Paare ein beeindruckendes Repertoire an infantilen Verhaltensmustern und verlieren plötzlich alle Schamgefühle - auch in der Öffentlichkeit:

Hemmungsloses Knutschen, debiles Brabbeln und sinnfreies Säuseln. Sie tauchen ab in ihre eigene kleine Welt und es liegt auf der Hand, dass sie damit Nähe und Geborgenheit erzeugen wollen. Das unfreiwillige Publikum würde allerdings am liebsten im Erdboden versinken, wenn der „tleine Edmund tommt“ und Muschi plötzlich anfängt zu fiepen wie ein aus dem Nest gefallener Jungvogel.

Demonstrative Zweisamkeit
Viele Paare entwickeln mit der Zeit ihre ganz persönliche Geheimsprache - ihre private Kommunikation ist für andere irgendwann kaum noch verständlich. Sprache sagt jedoch auch sehr viel über die Beziehung aus. Dahinter stecken zum Beispiel Besitzansprüche:

Wer den Partner in der Öffentlichkeit mit „Schatz“ anspricht macht damit gegenüber anderen auch eine Aussage über dessen Stellung in seinem Leben. Er weist sie unmissverständlich darauf hin, dass „sein Schatz“ nicht mehr einfach irgendjemand ist, sondern sein Eigentum.

Pupsi, lass uns Bubu machen!
Gegen ein bisschen kindisches Herumgealbere ist sicher nichts einzuwenden, doch wenn Paare sich auch im Bett nur noch mit niedlichem Gebrabbel in den Ohren liegen, ist das wenig stimulierend für die Leidenschaft.

Im Gegenteil - das Babygeflüster verwandelt sich schnell in einen jähen Abturner:
Ein in den höchsten Tönen gequiektes „Schnurzelpurz“ tötet jede Erotik und hat schon so manchen feurigen Liebhaber entmannt.