Mehr als Verkleiden und Karneval: Cosplay
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Mehr als Verkleiden und Karneval: Cosplay

Monika Preuk
Beitrag von Monika Preuk

Wo sie erscheinen, ziehen sie alle Blicke auf sich: Sexy, fantasievoll und alles andere als Karneval. Cosplayer kommen als Figuren aus dem Herrn der Ringe, Harry Potter oder den Star Wars. Die Kostüme stimmen bis aufs Detail, die Cosplayer spielen Szenen detailgetreu nach, gehen ganz in ihrer Rolle auf. Vor allem Jugendliche treffen sich auf Spielmessen, aber auch der Leipziger Messe und Conventions, alle verkleidet als ihr Lieblings-Charakter aus einem Film, einem Computerspiel oder einem Comic.

Nicht nur erotische Rollenspiele


Der Trend, der erst seit wenigen Jahren in Deutschland viele Anhänger findet, stammt ursprünglich vermutlich aus Japan. Dem Land, in dem es schon seit langem Hotels gibt, in denen jedes Zimmer aus einem bestimmten Themenbereich, einer Geschichte stammt. Jurassic-Park oder Hello Kitty-Suiten laden zu einer besonderen Sexnacht ein mit erotischen Rollenspielen. Ähnliches bieten auch japanische Bordelle.

Vorbilder aus janischen Comics, den Mangas


Cosplay (japanisch: kosupure) ist das Kunstwort für ‘costume play’ und heißt Kostümspiel. In erster Linie handelte es sich dabei nicht um Sexspiele, sondern Vorbild waren Charaktere aus den Mangas, den japanischen Comics und Animationsfilmen. Inzwischen gibt es kaum einen Charakter aus der Fülle dieser Kunstfiguren, die nicht als Vorlagen für die Cosplayer diente.

Jemand ganz anderer sein


Was alle, die mitmachen, daran so besticht: "Denn Alltag und seine Rolle, die man dabei spielen muss, völlig ablegen und jemand ganz anderer sein," lautet die einhellige Meinung. Als besondere Kunst gilt es, in einer Gruppe ganze Szenen aus den Comics, den Spielen oder Filmen nachzustellen.

Alte Idee in neuem Outfit?

Klar kommen uns da Assoziationen - früher haben wir doch alle auch gerne mal Charade gespielt, also gemeinsam verkleiden und pantomimisch eine Szene spielen, die anderen mussten raten, um was es sich handelt... Ein paar Ähnlichkeiten gibt es da sicherlich. Heute ist das nur anders, weil die Mittel und Möglichkeiten zur Darstellung sich extrem verändert haben, etwa durchs Internet.

Rolle gibt Hinweise auf die Psyche

Damals wie heute lässt sich die Rolle, in die man schlüpft, jedoch interpretieren. Sie gibt Hinwesie auf den eigenen Charakter und die ganz persönlichen Wünsche. Interpretationsmöglichkeiten sind äußerst interessant... etwa wenn ein im Alltag extrem angepasster Mensch plötzlich in die Haut des Bösewichts schlüpft... Oder umgekehrt.

Und was halten Sie davon? Würden Sie sich auch gerne mal verkleiden - ob beim Sex oder einfach nur so, außerhalb der Faschings- oder Karnevalszeit? Und was würden Sie dann gerne mal darstellen?