Eine Sommergeschichte
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Wenn die Liebe erfriert...Sexuelle Neuorientierung im Alter

Beitrag von wize.life-Nutzer

Fast täglich höre ich von Männern und Frauen Klagen über die mangelnde Sexualität in ihren Beziehungen. Oft ist das die Ursache später Scheidungen oder Trennungen....meistens völlig zu Recht, meiner Meinung nach. Die meisten von uns haben durch ihre Erziehung oder gesellschaftliche Vorstellungen ein negatives Bild von Sexualität im fortgeschrittenen Lebensalter.

Irgendwie scheint die Liebe eingefroren zu sein, Gründe gibt es viele....aufgestauter Ärger, unausgesprochene Wünsche, eingefahrene Beziehungsmuster, nachlassende Hormonausschüttung....Wann das beginnt, mag unterschiedlich sein, dennoch ist es ein weitverbreitetes Phänomen.

Das hat fatale Folgen, nicht nur für die Beziehung an sich, sondern auch für die Gesundheit...körperlich & psychisch. Suchtprobleme im Alter, Depressionen und viele andere Beschwerden sind oft auf einen Mangel an zärtlicher Zuwendung zurückzuführen. Die Ehe ist für viele Menschen der einsamste Ort. Doch auch ältere Singles sind ebenso betroffen.

Erst gestern beschrieb mir ein Klient (57) seine Situation wie folgt: "Seit der Geburt unserer Zwillinge vor 21 Jahren hat sich meine Frau sexuell zurückgezogen. Das Haus, in dem wir leben, gehört ihr. Wenn ich etwas sage, heißt es nur: wenn es dir nicht passt, zieh aus!"

Sicher ein trauriges Beispiel, aber bestimmt kein Einzelschicksal. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass Liebe und Leidenschaft garantiert sind...auch nicht in einer festen Beziehung.
Fest ist nur der Vertrag, die Lebensform, nicht die Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche.
Wie Essen, Trinken, Atmen oder Schlaf
Dating-Portale sind voll mit Kontaktwünschen älterer Männer & Frauen, die voller Sehnsucht nach Nähe, Zuwendung und aktiver Sexualität heimlich oder offen auf der Suche sind.
Nicht Geilheit und Gier sind die Ursachen hierfür, sondern tiefe innere Not. Wir vergessen oft, das Sexualität zu unseren Grundbedürfnissen im Leben gehört, wie Essen, Trinken, Atmen oder Schlaf. Wir sterben sicher nicht unmittelbar an einem unerfüllten Liebesleben, doch fortdauernde Zurückweisung, Ablehnung oder mangelnde Kommunikation wirken sich tiefgehend auf unser Gefühlsleben aus. Diese Erfahrung hat jeder schon gemacht. Ärger wird geschluckt, verdrängt oder im Alkohol ertränkt.

Schwierig ist es für viele Menschen, diese Abwärts-Spirale der Liebe umzukehren. Langjährige Beziehungsrituale und Gewohnheiten verhindern dies häufig. Der erste Schritt beginnt bekanntlich immer bei sich sebst. Spüren Sie in sich hinein und akzeptieren Sie ihre Wünsche und natürlichen Bedürfnisse...ohne Scham, Schuldgefühle oder moralische Fremdbestimmung.
Offen über eigene Wünsche zu sprechen
Wir sind als Menschen zuerst körperliche Wesen ...nicht nur Geist und Intellekt.
Erst wenn wir uns selbst als ganzheitliche Person wahrnehmen, können wir auch unseren Partner oder Wunschpartner so sehen.
Der zweite Schritt ist dann die Kommunikation...das heißt, mit dem Partner offen über eigene Wünsche zu sprechen. Nicht im Scheigen liegt hier das Gold, nur durch Reden kann Verständigung und Verständnis gewonnen werden... ruhige Momente, Feinfühligkeit und Wertschätzung des anderen tragen ein gutes Gespräch... ohne Forderungen, Klagen oder Schuldzuweisungen.
Gemeinsam oder allein neue Wege gehen, sich öffnen für alternative Möglichkeiten... Paarberatung, Single-Coaching, Kuschelgruppen, Tantra- Massagen oder Kurse...experimentieren Sie lieber, statt frustriert zu bleiben....es gibt noch viel zu entdecken, auch in der 2. Lebenshälfte

Ich freue mich über jeden Kommentar, auch persönlich bin ich für alle Fragen offen, per mail:
sophiaelysium@web.de

Viel Freude beim Lieben wünscht allen Lesern
Gabriele Maria