Sawanne
SawanneFoto-Quelle: Melling Rondell / www.pixelio.de

"Zu dick!" - So werden Mädchen und Frauen immer noch unterdrückt

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern

Self fulfilling prophecy - eine sich selbst erfüllende Prophezeiung - oder eben auch ein Fluch, nichts anderes ist das Hänseln oder Abwerten von Mädchen und Frauen durch gemeine Bemerkungen über ihr Äußeres, vor allem das "Du bist zu dick!"

Zur Frauenrolle gehört in einem höheren Maß als bei Männern, dass sie sich weniger selbst definieren als definiert werden. Die Familie, die Freundinnen, der Freund oder Mann geben ihr ein gutes oder schlechtes Selbstwertgefühl, häufig gekoppelt mit einer Bewertung ihres Aussehens.

Vor allem spielen solche Negativeinflüsse natürlich eine Rolle, wenn ein Mädchen ab zehn langsam in die Pubertät kommt und sich diesem Bewertetsein in ihrer Frauenrolle ausgesetzt sieht. Bekommt sie da daheim zu hören, sie solle nicht so viel essen, sie sei ja sowieso zu fett! Oder sie solle mehr Sport treiben, sie sähe ja aus wie eine Tonne!, dann kann sie das an einer gesunden Entwicklung ernsthaft hemmen.

Hänseleien im eigenen Zuhause

Dies ist vielleicht altbekannt, aber ist gerade durch eine amerikanische Studie an 2400 zehnjährigen Mädchen wissenschaftlich bestätigt worden. Die Mädchen wurden auch befragt, ob es in der Familie Bemerkungen gebe, sie seien zu dick. Überhaupt wurde die Familie, aus der die Mädchen kommen, mit in die Untersuchung einbezogen: Sind es reiche, arme oder ganz normal verdienende Leute? Welches Einkommen und welchen Bildungsstand hatten die Eltern?

Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: War das Mädchen zuhause schon Hänseleien ausgesetzt, stieg das Risiko, dass es später tatsächlich zuviel wiegen würde, um gleich 40 Prozent! Wer von klein auf gegen solche gehässige oder schlechte Meinung sogar in der eigenen Familie ankämpfen muss, hat es später schwer, selbstbewusst zum eigenen richtigen Aussehen zu finden und zu stehen. Der Schönheitswahn fängt also zuhause an, und das Genörgel schon an den kleinen Mädchen macht ihnen das Leben schwer.

Schon die Mädchen werden klein gehalten und in ihrem Selbstbewusstsein gedrückt. Für was? Für ein normiertes Bild von Schönheit, das aus der Glitzerwelt des Fernsehens und der Magazine kommt, aber nichts mit dem richtigen Leben zu tun hat.

Quelle: aid newsletter vom 10. September 2014