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Schläge in der Erziehung
Schläge in der Erziehung

Erziehungsmethoden im Wandel der Zeit: gestern hart und unnachgiebig - heute überbehütet

Von Christine Kammerer - Mittwoch, 08.10.2014 - 12:12 Uhr

Noch in den 50ern war das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern streng hierarchisch und autoritär. Um die Bedürfnisse der Kinder scherte man sich wenig. Gehorsam war eine Selbstverständlichkeit. Die Kinder hatten sich den Regeln unterzuordnen und davon gab es jede Menge - geschriebene, aber auch viele ungeschriebene Gesetze, die hauptsächlich durch das Umfeld und die Religion diktiert wurden.

Es gab Dinge, die man tat und solche, die man nicht tat – ob es nun Sinn machte oder nicht. Aber vor allem durfte man diese Regeln - wie unsinnig sie auch immer waren - keinesfalls in Frage stellen.

„Ohne Strenge wird kein Kind groß“
Andernfalls bekam man die Konsequenzen unmittelbar zu spüren – nicht selten am eigenen Leib. Auflehnung gegen die Gebote der Erwachsenen wurde nicht geduldet und hart bestraft. In einem Erziehungsratgeber aus den 50ern steht geschrieben:

„ Es gibt aber entschieden auch etwas derbere Naturen, die die Überlegenheit ihres Erziehers nur dann anerkennen, wenn sie sie auch einmal körperlich zu spüren bekommen.“

Prügel und Demütigungen
Die Prügelstrafe an deutschen Schulen wurde erst 1973 verboten – in Bayern sogar erst 1980. Zu Hause änderte sich zunächst wenig. In vielen Familien waren Schläge nach wie vor an der Tagesordnung. Auch wenn viel über gewaltfreie Erziehung geredet wurde - ein offizielles Züchtigungsverbot ließ bis ins Jahr 2000 auf sich warten. Und neben Schlägen gab es eine ganze Reihe psychischer Grausamkeiten, mit denen Kinder für ihre Missetaten abgestraft wurden: Liebesentzug, Ausschließen aus der Gemeinschaft, Isolation. Am empfindlichsten trafen dabei oft jene Strafen, die mit Herabsetzung und Demütigung verbunden waren, zum Beispiel wenn man als Kind vor der gesamten Klasse als dumm oder minderwertig hingestellt wurde.

Antiautoritäres Erziehungs-Chaos

Der antiautoritäre Erziehungsstil in den 70ern folgte fast zwangsläufig als Reaktion auf die unnachgiebige Härte, die viele Eltern in ihrer eigenen Kindheit erlebt hatten. Doch die Idee dahinter wurde häufig vollkommen falsch verstanden: Die Kinder erzogen sich nun gewissermaßen selbst – oder eben auch nicht. Das „Nein“ wurde aus dem Vokabular gestrichen und natürlich entscheiden Kinder, die sich selbst überlassen werden, hauptsächlich nach dem Lustprinzip. Man ließ die kleinen Egoisten einfach gewähren - zum Leidwesen ihrer Mitmenschen, die sich sämtliche Launen und Unartigkeiten gefallen lassen mussten, weil den Kindern nun gar keine Grenzen mehr gesetzt wurden.

Überfordert durch Überförderung
Heute beginnen viele Eltern gleich nach der Geburt mit der Karriereplanung. Das Kind muss vom ersten Tag an so gut wie möglich gefördert werden. Es macht als Baby schon Gymnastik, die musikalische Früherziehung kann nicht früh genug beginnen und über die richtige Schule wird bereits entschieden, bevor das Kind überhaupt sprechen kann. Es soll ja im harten Konkurrenzkampf da draußen möglichst erfolgreich sein.

Die Kinder werden regelrecht überbehütet von überbesorgten Eltern, die immer nur das Beste für sie wollen. Doch gut gemeint verkehrt sich wie so oft ins Gegenteil: durch die extreme Fürsorge werden die Kinder eher unsicher und unselbständig.

29 Kommentare

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" Am empfindlichsten trafen dabei oft jene Strafen, die mit Herabsetzung und Demütigung verbunden waren, zum Beispiel wenn man als Kind vor der gesamten Klasse als dumm oder minderwertig hingestellt wurde."

Das gab es in den 70er Jahren auch noch....
Auch die Demütigung durch Mitschüler...
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Ich frage mich immer wieder, wann ein Mensch lernen soll, sich gegen Gewalttäter zu wehren. Es wird so oft von fehlender Zivilcourage in Konfliktsituationen gesprochen. Da wird ein Mitmensch körperlich vor den Augen vieler Menschen angegriffen, aber keiner hilft ihm, aus Angst vor den möglichen Folgen. Gewiss, das Gewaltmonopol liegt bei den Staatsorganen. Aber die sind zum Zeitpunkt des Konfliktes nur in den seltensten Fällen vor Ort. Erziehung zur Gewaltlosigkeit hat in diesen Fällen auch ihre Schattenseiten.
Christine Kammerer
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man sich gegen Gewalttäter mit Gewaltausübung wehren kann, da hilft doch nur (falls überhaupt) ein souveränes Auftreten, klare Grenzen setzen etc. und manchmal kann man auch nicht mehr tun, als einfach HIlfe - sprich Polizei - zu holen.
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@ Christine Kammerer
Verehrte Christine, bitte nicht böse sein, aber einen größeren Quatsch über die Erziehungsmethoden vergangener Tage habe ich bislang noch nicht gelesen.
Du stellst es so dar, als ob Eltern und Lehrer nur permanent mit dem Knüttel unterwegs waren um ihre Kinder nach Strich und Faden zju versohlen.
Das ist doch der reinste Blödsinn. Folge hirnlos übertriebener Darstellung zum Zwecke politischer Entscheidungsfindung (bei der es fraglich war, ob auch sinnvoll).
Natürlich gab es strenge und weniger strenge Elternhäuser, aber Letztere waren weit mehr verbreitet. Hier machst Du aus der Mücke einen Elefanten. Immer haben Eltern ihre Kinder geliebt und sie lieber gestreichelt als geschlagen. Und Strenge, hin und wieder ein Klapps
oder sogar Züchtigung mit dem Rohrstock, das waren in aller Regel erzieherische Maßnahmen, deren Notwendigkeit allein vor Ort erkannt werden konnte. Und geschadet hat das niemandem.
Wenn ich mir das Beifallgelabere hier im SB
(Fortsetzung 1)
(Fortsetzung 1)
durchlese, dann kann ich nur den Kopf schütteln, über so viel
wichtigtuerisch gewolltes, subjektives Empfinden.
Zu unserer Zeit hieß es, Kinder bedürfen der Leitung und Anleitung = Erziehung. Heute dagegen läßt man sie wild aufwachsen, weil das Geldverdienen wichtiger ist. Dafür wundert man sich denn anschließend über das Produkt in Schwäche und Verweigerung des Lernens, über Dummheit, Trägheit, Familienfeindlichkeit. Wichtiger ist Vielfältiges Wissen im Bereich der läppischen Spaßgesellschaft.
Zu unserer Zeit wurde strenger erzogen als heute. Das ist richtig. Aber wir wurden durchaus in elterlicher und familiärer Liebe förderlich erzogen im Sinne notwendiger Lebenstüchtigkeit.
Unsere (Vorkriegs-) Generationen haben etwas zustande gebracht, was niemand sonst erwartet hat. Und das konnten sie nur, weil sie gelernt haben, ihren Verstand zu gebrauchen (im wahrsten Sinne des Wortes) und weil sie die Ärmel aufkrempeln konnten (auch im wahrsten Sinne (Fortsetzung 2)
(Fortsetzung 2)
des Wortes). Das wäre "vielleicht noch" mit der ersten Nachkriegsgeneration, ganz gewiß aber mit den zwei weiteren Generationen nicht möglich gewesen. Dazu fehlt ihnen nämlich eine ganze Menge.
Es tut mir leid, Christine, aber Deinen Kommentar zu diesem Thema kann ich nicht akzeptieren. Da steht nur drin, was
die späteren drei Generationen sich anscheinend in der Boulevardpresse zusammen gelesen oder allzu kurzsichtig
(wen wunderts) ausgedacht haben.
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blöde
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ich habe meine tochter mit geduld,liebe und respekt erzogen.es gab auch sicher zeiten,an denen sie ihre phasen hatte.wir erwachsenen sehen vieles nich immer gleich.auch kinder haben mal einen schlechten tag und miese laune.wir denken immer,nee,das dürfen sie nicht und müssen nur nach unseren willen handeln.ich bin froh,das ich es so gemacht habe.ich bekomme heute,viel liebe und dankbarkeit zurück und sie ist ein liebes,fleissiges und weltoffenes mädchen geworden
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Die damalige antiautoritäre Erziehung sind die Verbrecher von heute !!
Wo sind wir denn hin gekommen, dass Mütter Angst vor ihren Kinder haben, weil sie geschlagen und terrorisiert werden ??
Auf Väter mit dem Messer los gegangen wird,
Lehrer heulend aus den Klassenzimmern rennen ...
Und das alles, damit das " arme liebe Schätzchen keinen Klapps auf sein Pöchen bekommt " Und genau DAS ist es, was heute fehlt !! Sorry, jetzt könnt Ihr über mich her fallen ... ich geh ins Bett und seh es nicht mehr ... Gute Nacht Deutschland, im wahrsten Sinne des Wortes !! Amen ...
D da sei froh wenn du so eine behütete Kindheit hattest.Es gab immer schon gerade früher Gewalt und Missbrauch an Kindern.Und ich bin nich Kriminell und assozial geworden und viele andere meiner Generation auch nicht.Ich gebe zu das mich meine Kindheit sehr geprägt hat und ich heute noch darunter leide.Aber es sagt niemand zu mir das ist okay Du hattest ja ein frühkindliches Traume.In den 60ziger Jahren war das bei sehr vielen gang und gäbe an der Tagesordnuung.Als junger Mensch verdrängt man solche Erfahrungen aber im Alter kommen sie alle wieder hoch.Und da hat niemand geholfen.Heute werden die jugendlichen in Watte gepackt die können ja auch nicht so schwer arbeiten.Das Zauberwort ist " Rücken"
Bravo Carla !! Genau so ist es !!
Wir haben uns den Rücken früher kaputt gemacht
mit arbeiten, ohne komfortabele Maschinen die es heute für alles gibt und keiner wäre auf die Idee gekommen zu sagen :
Ich habe " Rücken " ...... ( Z.B. Bauarbeiter )
Und kein Psychotherapeut war da wenn die arme Kinderseele geweint hat .....
Und trotzdem haben wir aus unserem Leben was gemacht, haben eine Ausbildung, sind arbeiten gegangen und haben gesunde Kinder auf die Welt gebracht !!
Ich bin froh, dass ich so alt bin und dieses kommende Elend
und Sodom und Gomorrha nicht mehr mit erleben muss.

An DO :
Ich rede NICHT von Misshandlungen, das ist was ganz anderes als einen Klapps auf den Po, der nur moralisch gemeint sein soll ...
wie recht du hast --doch ich weiss nicht, ob du das 1000 jährige reich kennengelernt hast,,das war wirklich noch bekloppter -- einfach irre---mfg --obby
Hans
Liebe Doris,
ich kenne das Ganze auch nur aus dem TV, bzw. wenn sich Leute unterhalten. Auch meine Enkelkinder sind wunderbare Menschen, die sehr geliebt werden.
Ich sprach auch nicht von Schuld - es ist niemandes Schuld.
( Welch ein Wort )
Meine Antwort sollte etwas höher stehn liebe Doris,
Du warst zu schnell, bzw. hab es zu spät gesehn ...
So ist es liebe Doris
Lassen wir das Ganze ruhen liebe Doris, es führt zu nichts.
Aber ich finde es prima, dass Du Dich an der Sonne erfreuen kannst,
während ich den Himmel trösten muss, weil er den ganzen Tag schon weint
Liebe Grüße, Vera
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heute oft oder überwiegend Weicheier, oft nicht ausbildungsfähig oder noch schlimmer nicht ausbildungswillig
Es kommen eben die Geister raus die man rief....
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ich denke das heute so: wenn Eltern erkennen, das ihre Kinder nicht nur ein wundervolles Geschenk sind, sondern auch bereits hochentwickelte eigenständige Wesenheiten, dann geht es nicht mehr um Erziehung, sondern um Begleitung und die Bereitschaft "Voneinander zu lernen"... und das kann sehr sehr spannend sein...
...und genau daran lieber Ulrich können wir "arbeiten", indem wir unsere Einstellung auf den Prüfstand stellen, indem wir uns selber fragen, war das wirklich gut für mich, was ich selber erfahren habe???

ganz klar haben wir das alle überlebt, die wir heute hier sind, aber war die "Erziehung, die wir selber erlebt haben" wirklich so gut für uns?????????
..... und eines nicht vergessen - von einem Extrem in´s andere fallen .......
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Die heutige Überbehütung vieler Kinder hat etwas unnatürlich Verkrampftes. Die Mütter gebärden sich als Kampf- und Krampfhennen. Schwer mit anzusehen.
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Ich finde in der heutigen Erziehung nicht gut, dass die Eltern meinen, den Kindern jeden Wunsch zu erfüllen zu müssen. Wie sollen sie es lernen, dass nicht jeder Wunsch erfüllt wird, auch Erwachsenen wird nicht jeder Wunsch erfüllt und wenn man es schon früh gelernt hat, kann man besser damit umgehen.
ich bin so großgezogen worden - mein Vater hat immer zu mir gesagt - man muß viel sehen können und nicht haben - mach es heute noch so - habe versucht auch das meinen vier Jungs zu vermitteln - war nicht immer leicht - bei unserem Nesthäkchen tat ich mir besonders schwer - da ich schon über 36 J war und die Großen haben mir dann gesagt, Mama bei uns hast du das nicht durchgehen lassen - ich selbst bin sehr streng großgezogen worden - war auch damals eine schwere Zeit für unsere Eltern - aber uns - mir - hat es nicht geschadet
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