Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben
Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind gebliebenFoto-Quelle: Melling Rondell/www.pixelio.de

Irgendwo tief in mir, bin ich ein Kind geblieben

Beitrag von wize.life-Nutzer

Manchmal, da wünsche ich mir, wieder ein Kind zu sein. Einfach in den Tag hineinleben, wie damals. Pflicht und Verantwortung den Großen überlassen. Wieder in meiner Fantasiewelt leben und meinen Träumen freien Lauf lassen, die mich an einem Tag Prinzessin sein lassen und am anderen Primaballerina. Baumhäuser bauen und Seifenblasen pusten, Brausestäbchen schlecken oder einfach nur im Gras liegen und in die Wolken blicken. Ich wünschte mir, an meinem Geburtstag wieder Wackelpeter-Wettessen zu veranstalten und im Winter bäuchlings auf dem Schlitten den verschneiten Hügel hinunter zu sausen. Im Sommer, wie damals, beim Bauern zu arbeiten, die Schweineställe zu säubern und mich so als Bäuerin und Besitzerin von zwanzig Schweinen zu fühlen. Als Lohn meiner Arbeit dürfte ich dann noch einmal am Abend mit der Bauersfamilie und dem Knecht am großen Tisch sitzen und dick geschnittene Brote, belegt mit weißem Pressack und eingelegten Gurken verspeisen.

Die Kindheit war schön, doch frei entscheiden als Kind, das konnte man nicht. Irgend jemand war immer da, der uns sagte, wann man ins Bett musste, der uns sagte, wann man abends zu Hause zu sein hatte, was man anzuziehen oder was man zu tun hatte.

Nun, da wir erwachsen sind, können wir frei entscheiden! Wir sind unabhängig und selbstbestimmt, das ist das Gute. Unsere Träume in der Erwachsenenwelt zu bewahren, ist die große Kunst. Festhalten an meinen Träumen, das will ich und wie ein Kind, dass nach etlichen Stürzen immer wieder aufsteht, um das Gehen zu lernen, so glaube ich auch heute noch an meine Träume und auch daran, dass der ein oder andere zu verwirklichen ist. Heute endlich kann ich meine eigenen Entscheidungen treffen, wenn ich auch bereit bin, die Verantwortung dafür zu übernehmen.


Foto: Melling Rondell/www.pixelio.de