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Bei der Altersarmut geht ein Riss durch Deutschland

Von wize.life-Nutzer - Samstag, 26.12.2015 - 12:04 Uhr

Altersarmut ist ein gesamtdeutsches Problem. Doch das wird sich in wenigen Jahren ändern. Dann werden vor allem ostdeutsche Rentner am Rande der Existenz leben. Grund ist eine seltsame Ignoranz.

Das war ja mal ein richtig guter Moment für Deutschlands Rentner. Sie vernahmen vor wenigen Tagen die Nachricht, dass ihnen die kräftigste Rentenerhöhung seit 20 Jahren bevorsteht. Mit ziemlicher Sicherheit gibt es 4,35 Prozent Zuschlag im Westen und sogar 5,03 Prozent im Osten – so lautete die Kunde.

Dieser Optimismus passt allerdings überhaupt nicht zu der Botschaft, die in dieser Woche verkündet wird. Da heißt es nämlich, dass immer mehr Senioren von Armut bedroht sind. Im Bundesdurchschnitt sei der Anteil armutsgefährdeter Menschen bei den über 65-Jährigen von 10,4 Prozent im Jahr 2006 auf 14,3 Prozent 2013 gestiegen, hieß es in einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Als armutsgefährdet gelten Menschen, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt.

Das Problem ist allerdings größer. Die Zukunft sieht viel düsterer aus. "Noch ist Altersarmut in Deutschland gar kein allzu großes Thema", sagt der Ökonom Thomas Straubhaar. "Aber das wird sich bald ändern. Kommende Rentnergenerationen können nicht davon ausgehen, dass es ihnen besser gehen wird, als den Senioren von heute." Die Demografie werde die Rentenkassen unter "gewaltigen Druck" setzen. Private Altersvorsorge wird wichtiger werden als heute.

Auch die geringe Kinderquote ist ein Problem

Schwierig wird es allerdings, wenn man nicht fürs Alter vorgesorgt hat – beziehungsweise gar nicht vor hat, es zu tun. Das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Comdirect offenbart, dass vor allem Ostdeutschland ein großes Problem mit der Altersarmut bekommen wird. Denn die Ostdeutschen haben ihre private Altersvorsorge nahezu eingestellt – und das wird sich dramatisch rächen.

Laut Comdirect-Befragung kümmern sich die Menschen im Osten viel weniger um die Absicherung im Alter als die im Westen. "Im Osten ist das Risiko für Altersarmut immens hoch", sagt Daniel Schneider, Leiter Investing bei Comdirect und erwähnt ein weiteres Problem.

"Durch die geringe Kinderquote bedeutet das eine besonders starke Belastung für das einzelne Kind, wenn die Eltern pflegebedürftig werden." Aber die Kombination aus fehlender Vorsorge und geringer Kinderquote ist besonders riskant, wenn Eltern zum Pflegefall werden. Denn laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs müssen die Kinder selbst dann für den Unterhalt der pflegebedürftigen Eltern aufkommen, wenn sie kein eigenes Einkommen haben.

Nur 0,22 Kinder pro Haushalt

Quelle http://www.welt.de/

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1 Kommentar

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ist doch spökenkiekerei. es wird alles ganz anders kommen. ob es besser wird, als du befürchtest, bleibt abzuwarten.
was macht hoffnung:
1. die lebenserwartung steigt. die menschen können, werden und müssen länger arbeiten.
2. es werden wieder mehr kinder geboren.
3. dank der zunehmenden zuwanderung strömen junge und tatendurstige menschen auch nach deutschland. mittelfristig bedeutet das einen erheblichen wohlfahtsgewinn, wenn es gelingt, sie in brot und arbeit zu bringen.
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