"Auf ihn sollt ihr hören..." (Predigt zu Mt 17.1-9)

Beitrag von wize.life-Nutzer

Haben Sie sich auch schon einmal vorgestellt, wie schön es sein müsste, wenn die Türe aufgeht und Jesus würde so herein kommen, wie er vor 2000 Jahren bei den Jüngern ein- und ausging?
Vermutlich würden wir alle so sehr erschrecken, dass wir zu keinem vernünftigen Wort fähig wären...
Die Erzählung der „Verklärung Jesu“, die man traditionell mit dem Berg Tabor in Verbindung bringt, muss für die Jünger etwas Erschreckendes gewesen sein:
Jesus als die leuchtende Gestalt vor ihren Augen
Mose und Elija, die plötzlich erscheinen und mit Jesus sprechen (bei Lukas sprechen sie sogar über sein Leiden)
die donnernde Stimme aus der Wolke
der unüberhörbare Befehl von oben: „Auf ihn sollt ihr hören...“
Die Bibeltheologen nehmen an, dass eine tiefe mystische Erfahrung der Jünger mit Jesus in dieser „Tabor-Erfahrung“ einen Ausdruck gefunden hat, für den es eigentlich keine angemessenen Worte gibt.
Diese mystische Erfahrung, die mit der „Verklärung Jesu“ den frühen christlichen Gemeinden erzählt wurde, war nicht nur für die damalige Zeit sehr wichtig. Es war vor allem die Erkenntnis, dass mit Jesus der Höhepunkt der Offenbarung der Liebe Gottes zu den Menschen erreicht ist, und nach den mehrfachen Bundesschlüssen Gottes (Abraham, Noah, Mose) mit den Menschen der "Neue Bund" durch Jesus alle früheren Bündnisse eingeschlossen und vollendet werden. Dieser Neue Bund kann durch nichts mehr übertroffen oder erweitert werden und ist deshalb ein „ewiger Bund“.
Durch die Verklärung Jesu wird sein Auftrag und Bund vor dem Hintergrund des Alten Testamentes erklärt. Das Gesetz, das Gott Mose zur Verkündigung übergeben hatte und die Propheten­sprüche, verkörpert durch Elija, finden in Jesu Botschaft und Leben die Erfüllung und Vollendung. Die Stimme aus der Wolke bekräftigt diese Offenbarung mit absoluter Glaubwürdigkeit: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“
Wie können wir nun umgehen mit dieser biblischen Erzählung, die für uns so weit weg ist, nicht nur geographisch, sondern auch vom inneren Verstehen und in unserer Erfahrung.
Ich glaube, am einfachsten ist für uns der Zugang, wenn wir uns von der „Stimme aus der Wolke“ ansprechen lassen: „... auf ihn sollt ihr hören!“
Und da können wir uns gleich selbst die Frage stellen,
„auf wen hören wir eigentlich?“
Das ist in den verschiedenen Lebensphasen jeweils eine andere Stimme, auf die wir besonders hören:
* in jungen Jahren ist es die Stimme der Eltern
* später müssen wir auf die Stimmen der Lehrer hören
* und die Stimme von Freundinnen und Freunden gewinnt immer mehr an Gewicht
* dann kommen noch die Stimmen der öffentlichen Meinung hinzu, die uns diktieren, was modern ist, was gefällt, was chic und vorteilhaft ist
* irgendwann ist unser Ohr auf die Stimme der partner­schaftlichen Liebe geeicht, eine besonders aufregende Stimme, die unser Denken und Verhalten bestimmt
* für viele Jahre sind es schließlich die Stimmen der Chefs und Kollegen, die uns etwas zu sagen haben
* und immer wieder dazwischen gestreut die vielen unan­genehmen Stimmen von Vorwürfen, Beschwerden, Verur­teilungen von Menschen, die glauben, Recht zu haben
* in den letzten Lebensjahren sind es dann überwiegend die Stimmen des Pflegepersonals, die zu wissen glauben, wie es uns geht oder zu gehen hat...

„Auf ihn sollt ihr hören...“
Dieser Anruf und Auftrag Gottes, ist keineswegs eine Selbst­verständlichkeit. Es braucht Übung und Training, diese Stimme erst einmal wahrzunehmen. Wir müssen vor allem bereit sein und uns immer wieder bereit machen, diese Stimme zu hören, nicht nur mit den Ohren, wenn wir in der Kirche sind, sondern vor allem mit dem Herzen.
Dort möchte uns Gott vor allem ansprechen.
Diese Stimme Gottes zu hören ist für uns vielleicht ebenso erschreckend, wie es die Stimme aus der Wolke für die Jünger war. Ich erinnere mich, dass ich tatsächlich erschrocken bin, als ich in meinem Herzen den Ruf Gottes wahrgenommen habe, ausschließlich IHM mein Leben zu schenken, nur noch für IHN zu leben. Es war beängstigend und froh machend zugleich.
Beängstigend war diese Stimme, weil ich mein Leben aus der Hand geben, meine Freiheiten eines gutbürgerlichen Lebens aufgeben musste. Froh machend und beglückend war das Gefühl, von niemandem abhängig zu sein als von Gott, der selbst die Liebe ist und diese Liebe mich immer wieder neu erfahren lässt.
Auf ihn sollt ihr hören...“
Das ist doch ein tolles Programm für die Fastenzeit!
Seine Stimme schreit uns nicht an, sie verletzt nicht und schimpft nicht mit uns. Sie spricht zu uns nur wenn wir sie hören wollen.
Seine Stimme ruft uns behutsam auf den „Berg“, der geistlichen Einsamkeit mit Gott, in der Stille.
Sie ist Trost und Kraft, Handreichung in jeder Lebenslage.
Es ist eine Stimme der Weisheit und der göttlichen Erkenntnis.
Wenn Jesus zu uns spricht, dann sagt er vor allem eines:
„Ich bin bei Dir, alle Tage bis ans Ende der Welt!“
Es ist ein Bund Gottes mit uns, der jeden Tag neu ist.Haben Sie sich auch schon einmal vorgestellt, wie schön es sein müsste, wenn die Türe aufgeht und Jesus würde so herein kommen, wie er vor 2000 Jahren bei den Jüngern ein- und ausging?
Vermutlich würden wir alle so sehr erschrecken, dass wir zu keinem vernünftigen Wort fähig wären...
Die Erzählung der „Verklärung Jesu“, die man traditionell mit dem Berg Tabor in Verbindung bringt, muss für die Jünger etwas Erschreckendes gewesen sein:
Jesus als die leuchtende Gestalt vor ihren Augen
Mose und Elija, die plötzlich erscheinen und mit Jesus sprechen (bei Lukas sprechen sie sogar über sein Leiden)
die donnernde Stimme aus der Wolke
der unüberhörbare Befehl von oben: „Auf ihn sollt ihr hören...“
Die Bibeltheologen nehmen an, dass eine tiefe mystische Erfahrung der Jünger mit Jesus in dieser „Tabor-Erfahrung“ einen Ausdruck gefunden hat, für den es eigentlich keine angemessenen Worte gibt.
Diese mystische Erfahrung, die mit der „Verklärung Jesu“ den frühen christlichen Gemeinden erzählt wurde, war nicht nur für die damalige Zeit sehr wichtig. Es war vor allem die Erkenntnis, dass mit Jesus der Höhepunkt der Offenbarung der Liebe Gottes zu den Menschen erreicht ist, und nach den mehrfachen Bundesschlüssen Gottes (Abraham, Noah, Mose) mit den Menschen der "Neue Bund" durch Jesus alle früheren Bündnisse eingeschlossen und vollendet werden. Dieser Neue Bund kann durch nichts mehr übertroffen oder erweitert werden und ist deshalb ein „ewiger Bund“.
Durch die Verklärung Jesu wird sein Auftrag und Bund vor dem Hintergrund des Alten Testamentes erklärt. Das Gesetz, das Gott Mose zur Verkündigung übergeben hatte und die Propheten­sprüche, verkörpert durch Elija, finden in Jesu Botschaft und Leben die Erfüllung und Vollendung. Die Stimme aus der Wolke bekräftigt diese Offenbarung mit absoluter Glaubwürdigkeit: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“
Wie können wir nun umgehen mit dieser biblischen Erzählung, die für uns so weit weg ist, nicht nur geographisch, sondern auch vom inneren Verstehen und in unserer Erfahrung.
Ich glaube, am einfachsten ist für uns der Zugang, wenn wir uns von der „Stimme aus der Wolke“ ansprechen lassen: „... auf ihn sollt ihr hören!“
Und da können wir uns gleich selbst die Frage stellen,
„auf wen hören wir eigentlich?“
Das ist in den verschiedenen Lebensphasen jeweils eine andere Stimme, auf die wir besonders hören:
* in jungen Jahren ist es die Stimme der Eltern
* später müssen wir auf die Stimmen der Lehrer hören
* und die Stimme von Freundinnen und Freunden gewinnt immer mehr an Gewicht
* dann kommen noch die Stimmen der öffentlichen Meinung hinzu, die uns diktieren, was modern ist, was gefällt, was chic und vorteilhaft ist
* irgendwann ist unser Ohr auf die Stimme der partner­schaftlichen Liebe geeicht, eine besonders aufregende Stimme, die unser Denken und Verhalten bestimmt
* für viele Jahre sind es schließlich die Stimmen der Chefs und Kollegen, die uns etwas zu sagen haben
* und immer wieder dazwischen gestreut die vielen unan­genehmen Stimmen von Vorwürfen, Beschwerden, Verur­teilungen von Menschen, die glauben, Recht zu haben
* in den letzten Lebensjahren sind es dann überwiegend die Stimmen des Pflegepersonals, die zu wissen glauben, wie es uns geht oder zu gehen hat...

„Auf ihn sollt ihr hören...“
Dieser Anruf und Auftrag Gottes, ist keineswegs eine Selbst­verständlichkeit. Es braucht Übung und Training, diese Stimme erst einmal wahrzunehmen. Wir müssen vor allem bereit sein und uns immer wieder bereit machen, diese Stimme zu hören, nicht nur mit den Ohren, wenn wir in der Kirche sind, sondern vor allem mit dem Herzen.
Dort möchte uns Gott vor allem ansprechen.
Diese Stimme Gottes zu hören ist für uns vielleicht ebenso erschreckend, wie es die Stimme aus der Wolke für die Jünger war. Ich erinnere mich, dass ich tatsächlich erschrocken bin, als ich in meinem Herzen den Ruf Gottes wahrgenommen habe, ausschließlich IHM mein Leben zu schenken, nur noch für IHN zu leben. Es war beängstigend und froh machend zugleich.
Beängstigend war diese Stimme, weil ich mein Leben aus der Hand geben, meine Freiheiten eines gutbürgerlichen Lebens aufgeben musste. Froh machend und beglückend war das Gefühl, von niemandem abhängig zu sein als von Gott, der selbst die Liebe ist und diese Liebe mich immer wieder neu erfahren lässt.
Auf ihn sollt ihr hören...“
Das ist doch ein tolles Programm für die Fastenzeit!
Seine Stimme schreit uns nicht an, sie verletzt nicht und schimpft nicht mit uns. Sie spricht zu uns nur wenn wir sie hören wollen.
Seine Stimme ruft uns behutsam auf den „Berg“, der geistlichen Einsamkeit mit Gott, in der Stille.
Sie ist Trost und Kraft, Handreichung in jeder Lebenslage.
Es ist eine Stimme der Weisheit und der göttlichen Erkenntnis.
Wenn Jesus zu uns spricht, dann sagt er vor allem eines:
„Ich bin bei Dir, alle Tage bis ans Ende der Welt!“
Es ist ein Bund Gottes mit uns, der jeden Tag neu ist.

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