Bauchgefühl
Bauchgefühl

Bauchgefühl

Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Ahnung der Frau ist meist zuverlässiger als das Wissen der Männer.

(Joseph Rudyard Kipling)


Ich mag Menschen.
Gut, manche mehr, manche weniger, aber im allgemeinen schon. In meinem langen Berufsleben habe ich mir oft die Frage gestellt wie das kommt: Du siehst jemanden und derjenige ist dir auf Anhieb sympathisch - oder eben vom ersten Moment an auch restlos unsympathisch. Fast immer bleibt das auch so.
Und das geht mir nicht nur bei den Vertretern des weiblichen Geschlechts so (obwohl ich durch und durch hetero bin .
Wie kann das Gehirn (meist auch noch die richtigen) Rückschlüsse ziehen, wenn anfangs nur so vage Information zur Verfügung steht wie: Aussehen, Gestik, Mimik, Kleidung und Körpersprache - und wenn die Entscheidung erst auf den zweiten Blick fällt noch mit Hilfe der Stimme (Geruch scheidet hier hoffentlich aus).
Was mich an diesem Gedankengang aber am meisten fasziniert ist die Frage, ob es meinem Gegenüber genauso geht!
Als ich noch ein junger Kerl war dachte ich, mich müssten alle mögen (zeugt wohl von einem gesunden Selbstbewusstsein). Erst mit der Zeit wurde mir klar, dass logischerweise mich nicht alle mögen (können) wenn und weil ich nicht alle mag. (Aber mich mag ich .)
Man kann aber im Berufsleben schlecht fragen "eye, gefall ich dir?". (privat macht man das ja eigentlich auch eher nicht.)
Also, woran liegt es?
Pheromone scheiden aus - dürfte bei Männern nicht funktionieren, sonst läuft da was wider die Natur. Und da das auch im Internet funktioniert, und wir keinen Geruchsbildschirm haben, wäre das auch unlogisch…
Kennt man sich aus einem früheren Leben?
Eher unwahrscheinlich, sonst müssten Zeit und Ort der Wiedergeburt identisch sein - bei 7 Milliarden Erdbewohnern allein in der Jetztzeit ziemlich schwierig.....würde der Theorie der Seelenverwandtschaft nahe kommen, aber das ist mir irgendwie zu schwammig. (Möchte auch nicht eine schon benutzte Seele haben !)
Ist das Gegenüber ein Abbild der eigenen Idealvorstellungen?
Kann eigentlich auch nicht sein, da die "Sympathisanten" selber sich zu sehr unterscheiden und in ihrem Verhaltensmuster sicher nicht dem entsprechen, wie ich gerne hätte sein mögen oder gerne geworden wäre.
Erinnert der Andere an Bekannte oder/und Verwandte aus der Jugendzeit?
Hm, soviel Bekannte hatte ich gar nicht - und Verwandte schon mal erst recht nicht und mein Idol (damals noch Vorbild genannt) war eigentlich immer nur mein Vater.
Also bleibt nur das schlecht definierbare aber allumfassende Bauchgefühl.
Das Gefühl, den Anderen schon zu kennen. Diese unerklärliche Vertrautheit, die nicht wachsen muss, sondern von Anfang an da ist. Eben nicht naturwissenschaftlich greifbar aber auf alle Fälle schön…..
Verlass Dich drauf