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Was Frauen wirklich denken: Hilft 1 x täglich über sich lachen?

Was Frauen wirklich denken: Hilft 1 x täglich über sich lachen?

Sonja Bissbort
23.04.2014, 15:48 Uhr
Beitrag von Sonja Bissbort

Et kütt wie et kütt, sagt das Rheinische Grundgesetz, Artikel 2. Auf Hochdeutsch: Es kommt, wie es kommt. Man könnte auch sagen: Füge dich in das Unabwendbare, du kannst ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern.

Eine Freundin von mir ist Energiearbeiterin. Sie sagt: Du musst dich nicht fügen, lächle es weg. Stell dich vor den Spiegel und lächle. Grimassiere nicht, sondern erinnere dich an heitere Momente. Irgendwann wirst du lächeln, erst deine Augen, dann dein ganzes Gesicht und schließlich auch dein Geist, deine Seele, dein Herz. Dann ist es weg, was dich verstimmt.

Du kannst nicht lachen und zugleich traurig sein.


Wohlgemerkt, sie spricht nicht von den wirklich traurigen Erfahrungen und Momenten. Sie spricht von denen, die auch im Rheinischen Grundgesetz gemeint sind und mit denen wir uns das Leben unnötig beschweren, mit denen wir uns runterziehen und die uns wie Betonklötze an den Füßen kleben, die uns Tage vergällen - und dann, plötzlich, sind sie verschwunden, wie in Nichts aufgelöst, weil uns jemand zum Lachen gebracht hat und sie einfach im großen Strom des Vergessens untergegangen sind. Bis zu diesem Moment haben sie uns viel Energie gekostet, viel Freude, viel Lebenszeit.

Auf dieses ansteckende Lachen von außen müssen wir - so meine Freundin - nicht warten und auch nicht darauf, dass die Neuronen und Synapsen unseres Gehirns sich neu verdrahten und den alltäglichen Ärger verblasen wie eine kleine Wolke am blitzblankblauen Sommerhimmel. Wir können das selbst. Jederzeit. Humor und Frohsinn schlummern in jedem von uns, mal liegen sie wie im Tiefschlaf und wir müssen sie heftig rütteln, bis sie erwachen, mal halten sie nur ein kurzes Nickerchen und ein kleiner Schubs genügt und sie tauchen für uns das Leben wieder in frohen Sinn.

Geht das? Wirklich?


Ich habe meiner Freundin im ersten Moment nicht glauben wollen. Wenn ich verstimmt bin aus mehr oder weniger gewichtigem und berechtigtem Grund - wie soll ich dann lächeln?! Einfach so?! Sie sagte: Probier's einfach. Du bist doch sonst für alles offen und ein neugieriger Mensch.

Also habe ich es probiert. Ganz bewusst. Ich habe einen dieser Momente abgepasst, in denen mich ein Geschäftspartner auf die Palme gebracht hatte, weil er höchst ungerecht war, wie ich fand. Ich stellte mich vor den Spiegel und sah mir ins Gesicht. Jeder Muskel wirkte höchst angespannt, die Augen waren verkniffen, die Zornesfalte zwischen den Augenbrauen zuckte verdächtig, die Mundwinkel zogen nach unten. Oh, dachte ich, so siehst du also aus, wenn es in dir kocht und brodelt.

Ich versuchte, den Gesichtsausdruck noch weiter zu verstärken. Und dann versuchte ich das Gegenteil. Ich dachte an schöne, lustige, heitere Momente, bis der Schatten über meinem Gesicht wegwischte. Das war erst gar nicht einfach. Der Ärger wollte mich buchstäblich festhalten. So wie sich eine Regenwolke am Himmel festkrallt und der Wind ganz schön heftig pusten muss, bis sie loslässt und sich verzieht. Je nachdem wer von den beiden gewinnt, regnet es oder die Sonne lacht.

Es dauerte auch bei mir, bis ich wirklich lächelte und schließlich laut lachen musste. Über meinen Ärger, meinen Geschäftspartner, meine Gesichtsmuskel und auch meine Freundin, die mir eben diese Veränderung vorgemacht hatte.

Seitdem habe ich eine neue Gewohnheit: ich nenne sie "mein Spiegelbild erheitern".


Erst lacht mein Spiegelbild und dann ich. Man nimmt mir immer noch die Vorfahrt und mein Geschäftspartner treibt immer noch seine Spielchen. Aber ich schaffe es immer öfters und immer schneller, sogar ohne vorher in den Spiegel zu schauen, über die Dinge des Lebens zu lächeln. Nicht aufgesetzt und nicht wie Sammy Molcho. Sondern mittlerweile von innen nach außen. Mit frohem Sinn aus tiefstem Herzen.


Vielleicht stecke ich ja nun den einen oder anderen damit an?

14 Kommentare

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Einmal täglich reicht bei mir gar nicht......in meinem Leben passieren immer wieder skurrile Dinge, so dass ich auch sehr oft und gerne über mich selbst lachen kann. Im Freundeskreis schätzt man das sehr.....passiert mir ein Mißgeschick, bin ich die erste, die schallend lachen muß. Und damit bleiben wir alle locker....ich bin froh, dass ich so bin..
  • 24.04.2014, 18:44 Uhr
so muss es sein. Einmal reicht nicht
  • 25.04.2014, 15:28 Uhr
  • 25.04.2014, 17:46 Uhr
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interessante übung, liebe sonja.

ich will es mal ausprobieren, vielleicht hilft es ja.

ich hatte mal einen partner, der mußte immer lachen, wenn er mich wütend sah

und sagte......du siehst so komisch aus......ätz!

ich weiß nicht ob ich das wirklich gut fand, im ersten moment wohl nicht, aber ein weilchen später mußte ich auch lachen.

wahrscheinlich nehmen wir uns mit unserem ärger oft viel zu ernst.
  • 22.04.2014, 21:38 Uhr
Sonja Bissbort
Ja, das glaube ich auch immer mehr, dass wir uns und unseren Ärger zu ernst nehmen. Ich lese gerade ein Buch über unsere Planeten. Offensichtlich gibt es mindestens weitere 200 Milliarden Galaxien, nicht nur unsere Galaxie. Und in unserer Galaxie ist unsere Erde wohl nicht mehr als ein Staubkorn. Wie groß, frage ich mich, ist dann unser Ärger? )
  • 23.04.2014, 01:40 Uhr
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Lachen... wenn Alles quer liegt ....
für mich nicht machbar.
Fluchen geht das schon eher,
es hilft und befreit.
Allerdings möglichst nur wenn ich alleine bin
Was mir ganz gut gelingt...
laut Musik zu hören,
mit zu schreien, toben, tanzen
  • 22.04.2014, 18:09 Uhr
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Von Natur aus bin ich ein sehr humorvoller Mensch und es dauert schon eine ganze Weile, bis ich "gnatzig" werde. Hinzu kommt , dass ich in der Ausbildung zu meinem Beruf....dem Umgang mit Kunden im Fliegerbereich......gelernt habe, grundsätzlich freundlich und zuvorkommend zu sein.....das wirkt sich im Laufe der vielen Berufsjahre auch auf das private Leben aus....
Jetzt, beim "Älterwerden" provitiere ich von meinem Humor und meiner Gelassenheit im Alltag sehr. Es schließt natürlich nicht aus, dass ich an den richtigen stellen und Momenten auch "anders" kann...
  • 22.04.2014, 18:04 Uhr
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" ...... über die Dinge des Lebens zu lächeln"
Hinter jeder Traurigkeit, jedem Zorn, jeder Ohnmacht, jedem Lächeln, jeder Erregung .... stehen Gefühle!
Wir haben es in der Hand, wie wir uns fühlen. Es ist nicht so, dass unsere Gefühle durch andere Menschen oder die Umstände verursacht werden. Wenn das so wäre, hätten wir keine Chance uns gut zu fühlen, wenn die vermeintlichen Verursacher das nicht zulassen.
Es ist vielmehr so, dass wir unsere Gefühle als Reaktion auf Wahrnehmungen selbst generieren. Sie entstehen als Folge unserer Bewertung dessen, was wir wahrgenommen haben.
Zwei Menschen können dasselbe wahrnehmen und -abhängig von ihren bewertenden Gedanken- völlig unterschiedliche Gefühle entwickeln. Und nicht nur das, wir selbst nehmen bei gleichen Sachverhalten nicht immer eine gleiche Bewertung vor. Gefühle sind nicht angeboren oder Veranlagung. Sie sind das Ergebnis unseres Denkens, also erlernt.
  • 22.04.2014, 03:32 Uhr
Wir, und nur wir, sind für unsere Gefühle verantwortlich. Verlangen Sie nicht von anderen, sie sollen sich gefälligst so verhalten, dass Sie sich nicht schlecht fühlen! Wenn Sie sich öfter schlecht fühlen als Ihnen lieb ist - ändern Sie Ihre Bewertungsmuster, durchbrechen Sie Ihr lieb gewordenes Denken. Denken Sie neu und um!
Und es wird Ihnen gehen wie Sonja
  • 22.04.2014, 03:40 Uhr
oh ja, und wenn ihnen jemand ans schienbein tritt, dann tut es weh, gell?

aber natürlich, nur eine frage der bewertung.
  • 09.05.2014, 14:32 Uhr
La Luna, Schmerz = Gefühl? Dann wäre ja Schmerztherapie = Gefühlstherapie? Ich glaube, Schmerz hat nichts mit Bewertungsmustern zu tun.
  • 09.05.2014, 15:08 Uhr
klar......du kannst den schmerz auch bewerten.

tut nich weh,
merke ich garnicht,
tut ganz doll weh,

je nach schmerzempfinden halt.

die meister des yoga verstehen ihn ganz zu elliminieren.

gefühlsschmerz ist auch ein schmerz, nur tut er im herzen weh.

wenn dir ein naher angehöriger stirbt, haste auch ne ganze skala damit umzugehen.
weinen löst den schmerz, seelisch wie körperlich.
seelische schmerzen können körperliche schmerzen hevorrufen......
usw. körper und seele sind im besten fall eins.
  • 09.05.2014, 17:55 Uhr
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ich kann das sehr gut, und zum Glück meine Schwester 82 Jahre jung auch. Wir lachen jedes Mal aufs Neue, wenn sie erzählt, wie das mit dem" Facebook" war. Wer Facebook kennt, weiß dass man jeden Tag gefragt wir, was machst Du .meine Schwester hat das wortwörtlich genommen und zurückgefragt-"Wer will das wissen" und" Nenne Deinen Namen, wenn Du mir schreibst " und meine Schwester lacht mit Tränen. Besser Tränen lachen anstatt weinen, stimmts
  • 21.04.2014, 15:53 Uhr
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Ein wenig Selbstironie versüßt das Leben
  • 21.04.2014, 08:20 Uhr
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