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Jesus MUSSTE am Kreuz sterben! (Karfreitagspredigt)

18.04.2014, 09:44 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Wie war das eigentlich damals, als Sie so richtig verliebt waren?
Da haben Sie doch mit Sicherheit erwartet, dass auch Ihre Geliebte oder Ihr Geliebter, ihre/seine Verliebtheit irgendwie zeigt und zum Ausdruck bringt. Und wenn Ihre Flamme noch nicht so richtig gezündet hat, dann haben Sie vermutlich noch mehr nach Zeichen zum Ausdruck der Verliebtheit gesucht, damit das Feuer in Ihrem Herzen überspringt und die Liebe so richtig schön gegenseitig wird.
Und wie groß ist die Enttäuschung, wenn der andere diese drei magischen Worte nicht sagt: „Ich liebe dich!“, oder eben nur so ganz verhalten sagt, „naja, ich mag dich schon irgendwie...“
Liebe braucht nicht nur Worte, sondern auch Zeichen und Fakten damit sie glaubwürdig ist, damit sie bestätigt wird, damit man sich dieser Liebe so einigermaßen sicher sein kann.
So funktioniert es eben im zwischenmenschlichen Bereich.

Aber wie funktioniert es, wenn Gott den Menschen sagen will, dass er sie mit einer unfassbaren und unendlichen Liebe liebt?
Alle Blumen der Welt können das nicht wirklich zum Ausdruck bringen. Alle Melodien und Gesänge, die ein Herz bewegen können reichen nicht. Es braucht mehr, noch viel mehr um wirk­lich unmissverständlich die Liebe eines Gottes auszudrücken.
Was hat Jesus nicht alles versucht um seine Botschaft der göttlichen Liebe zu den Menschen so rüber zu bringen, dass die Menschenherzen bewegt werden zu einer Antwort der Liebe.
Er hat Kinder und bestimmt auch Erwachsene umarmt.
Er hat Wasser zu Wein und die hungrigen Menschen satt gemacht.
Er hat Kranke geheilt
Er hat sogar Tote auferweckt
Mit seinem Wort hat er Trost, Stärkung, Vergebung und Hoffnung gebracht
Wie viele haben diese Sprache der Liebe wirklich verstanden und darauf geantwortet?
Kaum der Rede wert...

Also musste die göttliche Liebe noch etwas total Verrücktes machen um ein nicht mehr bezweifelbares Zeichen der Liebe zu setzen. Ein Zeichen, das alle anderen und höchsten Ausdrucks­formen der Liebe bei weitem in den Schatten stellt.
Gott musste einen Ausdruck der Liebe finden, auf den kein Menschenherz nicht einmal im Traum gekommen wäre:
Jesu Tod, der in den Augen Ungläubiger schockierend grausam, wirkungslos und wahnwitzig ist! Das war es...
Die Vergehen die sich Menschen gegenseitig antun und die Schuld, die sie sich dadurch aufladen, kann man locker verzeihen, wenn man nicht selbst davon betroffen ist.

Aber wenn die menschliche Schuld ihren Höhepunkt darin erreicht, weil Gottes Sohn getötet wird, weil Seine Liebe bis zur Unkenntlichkeit pervertiert wird, weil wir zum Ebenbild Gottes geschaffene Wesen eher dem Widersacher Gottes ähnlich sind als dem Gott der allmächtigen Liebe, dann ist Vergebung nicht mehr so locker auszusprechen, überhaupt nicht mehr selbstverständ­lich.
Dazu auch noch mit der Perspektive, das sich im Verlauf der Menschheitsgeschichte Schuld nicht verringert sondern noch vermehrt, weil die Menschenschuld heutzutage zu einer zunehmend globalen Schuld wird mit unvorstellbarer Dimension nicht nur für die Gegenwart sondern auch für die zukünftigen Generationen, denen wir eine vergiftete, verstrahlte und verwüstete Umwelt hinterlassen, samt langfristiger Klima­katastrophe.

Der freiwillig erlittene Tod Jesu ist für uns das unfassbare Zeugnis einer Liebe Gottes zu den Menschen, die umso größer ist und sein muss (!), je größer die Schuld der Menschen ist.
Eine größere Schuld, als die, Gottes Sohn zu töten, gibt es nicht. Und auch diese Schuldvergebung spricht Jesus am Kreuz aus, wenn er den Vater um Verzeihung bittet: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. (Lk 23,34)
Hier bittet Jesus selbst als Betroffener, der die Menschenschuld am eigenen Leib zu spüren bekommt.
Es ist die größtmögliche Schuld, die ein Mensch am eigenen Leib erdulden kann, in einem solchen qualvollen Tod.

Sie kennen sicher das Lied „Gottes Liebe ist nicht nur ein Wort, Gottes Liebe das sind Worte und Taten...“
Am Karfreitag kommt diese Liebe im Höchstmaß zum Ausdruck. Und die Tat ist die freiwillige Lebenshingabe, nicht nur dass die Person Jesu aus der Welt geschafft wird.
Es ist auch der freiwillige Verzicht auf den Allmachtsanspruch eines Gottes, der an Größe nicht übertroffen werden kann.
So zeigte sich also die Liebe Gottes in absoluter Weise.

Deshalb war der Kreuzestod Jesu „notwendig“.
Der Tod Jesu war also unter dreierlei Gesichtspunkten Not-wendig:
* Am Tod Jesu wurde das Ausmaß der Schuld des Menschen sichtbar und
* am Tod Jesu wurde der unendliche Vergebungsbedarf der Menschenschuld sichtbar
* am Tod Jesu wurde die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes deutlich, die selbst durch das Übermaß der menschlichen Schuld nicht zum Ende kommt
* durch die Vergebung Jesu am Kreuz haben wir die Sicherheit, dass auch unsere persönliche und kollektive Schuld eine Hoffnung auf Vergebung haben kann.

Egal, welche Schuld ich mir oder Sie sich im Laufe eines Lebens aufladen können, die menschlich womöglich unverzeihlich, weil irreversibel ist, Gottes Liebe, die uns am Kreuz Jesu geoffenbart wurde, lässt uns auf Vergebung hoffen.
Diese uns zugesprochene Vergebung ist die ERLÖSUNG.
Deswegen besteht unsere Erlösung durch Jesus am Kreuz darin, weil wir nicht mehr dem ewigen Tod durch die eigene Schuld entgegen gehen.
Wir haben JETZT schon das ewige Leben, weil uns kein Tod mehr etwas anhaben kann, wie Paulus sagt.
Das ist es, was wir am Karfreitag feiern: Unsere Erlösung durch den Kreuzestod Jesu.
Natürlich spüren wir noch viele Schmerzen und sind von vielerlei Leiden gezeichnet. Aber gerade am Karfreitag können wir uns gegenseitig zurufen: Trotz der Nöte unseres Erdendaseins, WIR SIND ERLÖST!

Und wir sind um so mehr erlöst, je mehr wir auch einander die erlösende Vergebung zusprechen und uns die Hand reichen zum Neu­anfang. Denn auch Gott reicht uns tagtäglich die Hand zum Neuanfang, und ganz besonders heute am Karfreitag!

www.konrad-heil.de

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