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Gute Gläubige und böse Atheisten

02.05.2014, 11:23 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Da ist ein einziger, allmächtiger Gott, der uns und das gesamte Kosmos erschaffen hat. Die Menschen fragen nicht warum er das getan hat, er wird schon seine Gründe gehabt haben. Die Menschen fragen sich, jedenfalls so lange sie in der jetzigen Ausbaustufe existieren, wie dieser Gott aussieht und was er von den Menschen verlangt.

Da sind die Christen. Ihnen hat sich dieser Gott zunächst in der Bibel offenbart, um danach noch seinen menschgewordenen Sohn zu schicken. Dieser hat dann in einer dramatischen Verkettung von Umständen zunächst das irdische Leben am Kreuz verloren, hingerichtet durch Ungläubige. Danach ist er aber wieder auferstanden und hat so demonstriert, wozu so ein Gottessohn doch fähig ist. Das hat seinen Anhängern vollends die Augen geöffnet und sie haben die Welt mit dieser Lehre beglückt.

Alle Menschen glauben trotzdem nicht an diese Version. Da gibt es noch andere Religionen, nicht ganz so erfolgreich wie das Christentum, aber ebenfalls mit sehr viel Einfluss.

In einer Zeit, in der die Wissenschaft immer mehr „Licht ins Dunkel“ bringt, ohne allerdings die letzten Rätsel der Welt lösen zu können, gibt es auch verstärkt Denkströmungen, die solchen Gottesglauben ablehnen.

Was bringt Menschen dazu, solche Religionen, die Tausende von Jahren existieren und von Milliarden Gläubigen unterstützt werden abzulehnen? Wie kann ein vernünftiger Mensch denken, so viel Artgenossen vor ihm hätten sich geirrt?

Ich denke, es steckt im Gehirn des Menschen. Durch seinen freien Willen ist er in der Lage, weiterzudenken und alles zu hinterfragen, auch uralte Überlieferungen von einem imaginären Wesen welches alles lenkt, sich aber trotzdem nicht jedem offenbart. Vielleicht ist es ja sogar die Bestimmung des Menschen, alles zu hinterfragen um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, aber das ist meine Meinung und ich bin kein Gläubiger.

Die meisten Religionen haben vorgesorgt gegen Abtrünnige. Bei den Christen gab und gibt es den Satan. Der ist dafür verantwortlich, dass manche Menschen verblendet sind und Gott nicht erkennen. Auf diese Weise wurde der Glaube im Mittelalter mächtiger als alle weltlichen Instanzen. Es gibt ja auch keine Argumente dagegen. Sobald man eins bringt, ist man selbst böse und besessen.

Genau so ist es auch heute noch. Wer an Jesus glaubt, wird sofort als ebenso guter Mensch wahrgenommen, wie es dieser Jesus gewesen sein soll. Wer hingegen Zweifel hegt und die auch äußert, mit dem muss etwas nicht stimmen. Ist er besessen? Ist er verrückt?

Wer von der Wahrnehmung Gottes fantasiert, vielleicht bei Kerzenschein in einer kleinen Kapelle in Südfrankreich, der wird bewundert. Wer hingegen erzählt, dass ihm die Erleuchtung dahingehend kam, dass er erkannte, dass das alles doch Quatsch ist und wir doch nur manipuliert wurden von den Geistlichen und kein vernünftiger Gott sich so einen Käse ausgedacht haben könnte, der ist unten durch. So ein Verräter, so ein Besessener, hinweg mit dir Satan!

In Diskussionen, in den Atheisten ihren humanen Anspruch formulieren, dass der Mensch und das Leben im Diesseits im Vordergrund stehen sollte, erkenne ich immer deren hohen Anspruch. Ich fühle mich wohl, wenn ich Gleichgesinnte erkenne. Ich erkenne das Gute im Menschen eher bei diesen Leuten, viel weniger bei denen, die mit dem Kreuz drohen und ihren Führungsstatus aus uralten Lehren ableiten, die ebensoviel Unmenschlichkeit wie Klugheit beinhalten, eben typisch sind für alles, was Menschen erschaffen haben.

Mir fehlen immer noch die Antworten auf die, für mich, entscheidende Fragen:

Warum sollte so ein mächtiger Gott Versteck spielen? Warum sollte er sich manchen Menschen offenbaren und manchen nicht? Was sollte ihm dran liegen, ob er von diesen kleinen, unwürdigen Menschen gefeiert wird? Wieso sollte er eifersüchtig darüber wachen, ob nicht jemand einen falschen Gott anbetet?

Sind die Menschen tatsächlich „menschlicher“, wenn sie an ein solches Wesen glauben, oder wäre die Welt nicht humaner, wenn lediglich nach humanistischen Regeln statt nach religiösen gelebt würde?

Für mich steht die Antwort schon fest, ich glaube aber nicht, dass ich vom Teufel besessen bin!

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12 Kommentare

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Hallo Alfred, Du fragst:

A "Warum sollte so ein mächtiger Gott Versteck spielen?"

Kann es sein, dass Du Dich nur zu wenig mit diesem Gott beschäftigt hast, weil Du zu dieser Annahme kommst?

1. Wann hat er sich versteckt?
2. Wo sollte er sich denn versteckt haben?

Wenn mir jemand sagt:

"Na, dann komm mal her, Du Mensch, lass uns mal ernsthaft miteinander reden!" hört sich das für mich nicht nach verstecken an. Da ist wohl eher jemand, der mich auffordert, meinen Verstand zu gebrauchen, meine grauen Zellen anzustrengen.

B Du sprichst von guten Gläubigen und bösen Atheisten.

1. es gibt keine "guten" Gläubigen, höchstens solche, die Gott vertrauen, weil sie bereits ihre Erfahrungen mit ihm gemacht haben.

2. es gibt keine "bösen" Atheisten, höchstens solche, die bisher noch keine Erfahrungen mit Gott gemacht haben und ihm deshalb nicht vertrauen.
  • 03.05.2014, 22:38 Uhr
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Alfred, du hörst wohl nie auf, deine Weltsicht zu überhöhen - und gläubigen Menschen Dummheit zu unterstellen!
Jeder deiner Artikel lässt durchblicken, für wie aufgeklärt und schlau du doch die Atheisten und für wie rückständig du Angehörige jeder Religion hältst. Komm doch mal runter von deinem Ross und nimm zur Kenntnis, dass es sogar Nobelpreisträger gibt, die an einen Schöpfergott glauben.
Die Geschichten der Bibel, an denen du dich immer so hochzieht, nimmt heute wohl kaum noch einer wörtlich - und kann trotzdem ein spirituell lebender Mensch sein.
Übrigens: ich selbst bin keine Christin!
  • 03.05.2014, 13:37 Uhr
Heidi, ich halte tatsächlich nahezu die gesamte Menschheit für dumm, Du hast mich durchschaut.

Ich bilde mir ein, Menschen rennen nur der Kohle hinterher und gehen dafür über Leichen. Ich bilde mir ein, Menschen in reichen Ländern beuten andere Menschen in ärmeren Ländern aus und sorgen dafür, dass diese bittere Not leiden. Ich bilde mir ein, Menschen führen Kriege. Ich bilde mir ein, Menschen schaden der Umwelt des Planeten auf dem sie leben. Ich bilde mir ein, Menschen bauen Atomkraftwerke, ohne zu wissen, wohin mit dem gefährlichen Abfall.

Und in diesem Irrglauben, der mich nicht an die globale Klugheit der Masse Mensch glauben lässt, halte ich auch deren uralte Erfindung von Göttern für völlig hirnrissig.

Ja, ich halte auch Menschen, die fest an einen persönlichen Gott glauben für dumm, so wie alle Menschen, sobald sie Massenhysterie pflegen. Du hast mich durchschaut, ich versuchte nur, mich vorsichtig auszudrücken, um niemanden zu beleidigen.

Das hier war ein Ausrutscher!
  • 03.05.2014, 19:47 Uhr
Jetzt mal ohne Ironie: Ich glaube, die meisten Menschen wissen, dass es auf der Welt nicht gerecht zugeht.
Aber man kann sie in seinem ganz persönlichen Umfeld ein ganz klein bisschen gerechter machen - dazu gehören Mut und Optimismus. Jammern bringt gar nix.
  • 03.05.2014, 21:30 Uhr
Ich verachte die Menschen doch nicht, im Gegenteil! Ich bin dafür, den Menschen noch mehr zu respektieren. Deswegen bin ich gegen alte (Irr-)Lehren, die etwas anderes als den Humanismus auf einen Sockel heben!

Unser Leben hier und jetzt ist wertvoll. Der Mensch ist wertvoll, nicht irgend ein Gott!

Ich sehe einfach nur, wie starr sich die Menschheit in vielen Dingen verrannt hat und noch verrent. Das tut sie auch da, wo sie sich unglaubliche Götter schafft und sich auferlegt, doch dran glauben zu müssen.

Aber natürlich drehen wir uns da im Kreis, wer glaubt, der glaubt halt, wer nicht glaubt, der glaubt nicht. Warum sollte ich aber nicht weiter argumentieren und Schwächen des Gottglaubens ausloten? Wer trotzdem fest genug glaubt, braucht sich doch nicht angegriffen zu fühlen!
  • 04.05.2014, 10:06 Uhr
Ist es etwa anstößig, wenn man seine Meinung vertritt und dabei im Hinterkopf hat, man könnte vielleicht auch jemanden überzeugen oder zum Umdenken bewegen?

Das ist zwar nicht meine Hauptabsicht, in erster Linie argumentiere ich ja, weil ich meine Meinung einfach einbringen möchte. Ich kenne die Leute, die sie lesen ja nicht einmal, insofern ist es mir letztlich doch ziemlich egal, was jemand mit meinen Ideen macht.

Ich erkenne aber den Unterschied, der bei religiösen Themen gemacht wird. Wenn ich über die Vorzüge des Dieselmotors referieren würde, käme sicher kein Benzinfan und würde mir Missionierungswut vorwerfen, der würde dagegen argumentieren und fertig.

Aber wehe es geht um so etwas tiefgreifendes wie den Glauben an Gott.

Ich halte den jedoch überhaupt nicht für essenziell, sondern für überflüssig und gestrig. Die Menschen sind da aber auf dem richtigen Weg, Atheisten und Agnostiker sind im Vormarsch, das lässt sich nicht leugnen. Das ist auch gut so!
  • 04.05.2014, 10:42 Uhr
Langsam wird die Diskussion sachlicher.
Alfred: Wenn du jetzt noch aufhören könntest,, den Glauben anderer als Irrlehre zu bezeichnen, kämen wir der Sache schon näher.
Dein Glauben an die Nicht-Existenz Gottes ist doch auch ein Glaube.
Weder das eine noch das andere ist zu beweisen.
Übrigens: andere Untersuchungen sagen, dass es auch immer mehr Menschen gibt, die spirituell auf der Suche sind - und sich dann oft der Esoterik zuwenden. Da wimmelt es nur so von Engeln und kosmischer Schöpferenergie - und das kostet alles viel Geld.
  • 04.05.2014, 11:07 Uhr
So sollte es auch sein.
  • 04.05.2014, 14:39 Uhr
In einer persönlichen Diskussion, bei der man sich in die Augen schaut, kann man auch besser zeigen, dass man den anderen respektiert.

Hier habe ich ein paar Zeilen, in denen ich möglichst plakativ zeigen möchte, was ich denke.

Ja, ich halte den Glauben an eine göttliche Person, die allmächtig ist, und alles erschaffen hat für einen Irrglauben. Warum sollte ich mit dieser Meinung hinter dem Berg halten? Weil es Gläubige verletzt? Ich finde es schade, dass die so verblendet sind, dass sie sich von der freien Meinung anderer verletzen lassen, aber dafür bin ich doch nicht verantwortlich.

Ich finde es ungerechtfertigt, dass Menschen um ihr Leben bangen müssen, weil sie angeblich religiöse Gefühle anderer beleidigt haben und irgend ein göttliches Gesetz verletzt. Wer glaubt, der soll dann auch bitte so stabil sein und für seinen Glauben kämpfen. Es ist arrogant zu verlangen, dass man hier Vorrechte hat, nur weil dieser Glaube so uralt und weit verbreitet ist. Ich glaube anders!
  • 04.05.2014, 15:19 Uhr
Auch noch mein Senf:
Im Prinzip gleiche Einschätzung wie Eva.
Wie aus meinem Profil ersichtlich; Ich bin Zen-Buddhistin. Im Buddhismus glaubt man nicht an einen persönlichen Gott - sondern geht aus von einem, unteilbaren Sein.
Ich fühle mich in diesem Glauben gut aufgehoben.
Aber ich würde mir nie anmaßen zu behaupten, dass Menschen anderen Glaubens, seien sie nun Atheisten oder Gottgläubige, als Irrgläubig zu bezeichnen.
Das ist Anmaßung und Arroganz, Alfred, tun mir leid!
  • 04.05.2014, 18:58 Uhr
Eva, ich verstehe was Du meinst, aber ich bin eben der Überzeugung, der Glaube an den allmächtigen, verantwortlichen und ewigen Gott in einem einzigen "Wesen" oder einer einzigen "Gestalt" ist für MICH PERSÖNLICH ganz einfach absurd. Diese Überzeugung ist es, die ich ausdrücke. Ich will dabei nicht tolerant erscheinen oder es allen recht machen.

Ich will verdeutlichen, was so ein Gottglaube für mich bedeutet. Ich verstehe gut, dass ich dabei uneinsichtig und besserwisserisch rüberkomme. Aber ich sehe mich nicht in der Veratwortung, irgend einer Religion gerecht zu werden.

Und Eva, mich kannst Du nicht zum Beweis machen, dass Atheisten intoleranter als Religiöse wären. Erstens wäre das die Tatsachen verkannt, zweitens stehe ich ja wohl nicht stellvertretend, zumal ich ja durchaus einräume, dass ich zwar nicht an den EINEN Glaube, dass der aber im Prinzip ebenso denkbar ist, wie jede andere unbewiesene Vorstellung auch. "Richtige" Atheisten lehnen alles ab, auch ein Jenseits, ich nicht
  • 04.05.2014, 19:58 Uhr
Das ändert doch überhaupt nichts an meiner Aussage, wenn ich immer wieder einlenke und extra betone, dass das nur meine Meinung ist.

Was sollte es denn sonst sein, als meine eigene Meinung, habe ich etwa irgendwo behauptet, ich selbst wäre Gott oder wenigstens ein Prophet!

Ich sage, was ich denke, wer etwas damit anfangen kann, äußert sich dazu, entweder zustimmend oder nicht, wenn er/sie möchte.

Entweder ich erzähle Quatsch oder es ist die Wahrheit, ob ich das jetzt sympathisch rüberbringe oder scheinbar autoritär und überheblich ist doch völlig egal, in der Sache.

Noch genauer, wenn ich jemanden durch meine Ausdrucksweise abschrecke, er mir sonst geglaubt hätte, es dadurch aber nicht tut - ja und, sollte das für mich eine Rolle spielen? Nein, jeder ist für seinen Glauben doch alleine verantwortlich. Ich habe meinen, von dem ich weiß, dass er winzig, fehlerhaft und unbedeutend ist, wahrscheinlich ebenso wie tausende von Jahren Weltreligionen!
  • 04.05.2014, 23:22 Uhr
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