Wer oder was ist Gott?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Vor einiger Zeit wurde mir die Frage gestellt:

"Wer oder was ist Gott?"

Eine durchaus berechtigte Frage an Christen in einer Zeit, da Gott kaum noch eine Bedeutung zu haben scheint. Der Frager bat um eine ehrliche Antwort und hat seine Frage dahingehend präzisiert

a) wer ist euer Gott und
b) warum glaubt ihr
c) an ein unbekanntes
d) überirdisches Wesen?

Nun hat er noch eine spannende Bedingung gestellt, er wollte keine Bibelzitate.

Nun denn, bleiben wir auf der Ebene des gesunden Menschenverstandes:
Zunächst finden wir in der Überschrift eine zweischneidige Frage:

WER oder WAS ist Gott?

Hierzu einmal etwas aus dem Leben.

In der Schweiz gibt es einen 16-jährigen Tüftler, der ein elektrisches Motorrad konstruiert hat. Dieses ist angemeldet, er darf es sogar fahren. Er ist der Schöpfer dieses Motorrades. Wenn Du nun das Motorrad irgendwo siehst, die umstehenden Bewunderer fragst, wer das Motorrad gebaut hat, wird man Dir das wahrscheinlich sagen. Obwohl Du den Konstrukteur nicht zu Gesicht bekommst, nicht mit ihm sprechen kannst von Mann zu Mann, wirst Du die Aussage des Auskunftgebers wohl nicht in Frage stellen. Schließlich entsteht ein solches Motorrad nicht aus sich selber und vom Himmel fällt es auch nicht. Das sagt Dir Dein gesunder Menschenverstand. Du kannst das gern im I-Net recherchieren.

Klären wir also zuerst, ob Gott ein „wer“ (ein Wesen), oder ein „was“ (eine Sache) ist.

a) Gott ist der Schöpfer und Erhalter des Universums, damit selbstverständlich auch der Erde, der Pflanzen, der Tiere und des Menschen. Um in unserer Sprache zu sprechen, ein Ingenieur und Konstrukteur

b) Ganz richtig, es ist ein Er und kein Es. Schließlich kann ein Ingenieur und Konstrukteur keine Sache sein. Das sagt uns wohl unser gesunder Menschenverstand. Hast Du den Bericht aus dem Leben verstanden, wirst Du auch dieses problemlos verstehen. Du zeigst damit, daß Du einen gesunden Menschenverstand besitzt.

Nachdem wir geklärt haben, daß Gott ein Wesen ist und keine Sache, müssen wir über dieses Wesen sprechen.

1 Du fragst als Erstes: „Wer ist euer Gott?“

Deine Forderung, keine Bibelzitate zu benutzen, ist bei gesundem Menschenverstand schlechterdings nicht möglich. Hättest Du Adam, Noah, Abraham, Isaak oder Jakob diese Frage gestellt, wäre das kein Problem. Auch wenn Du diese Frage den Menschen in Palästina vor rd. 2.000 Jahren gestellt hättest, hätte man Dir wohl ohne Zitate antworten können. In allen aufgezählten Fällen hatten diese Menschen direkten Kontakt mit Gott.

So aber wirst Du nicht umhin können, dich mit den Berichten jener zu begnügen, die diesen direkten Kontakt mit Gott hatten. Aber selbst diese können Dir von Gott nur das berichten, was sie einerseits selbst mit ihm erlebt haben und andererseits das, was er von sich preis gegeben hat. Es ist eigentlich müßig – und wohl auch von Dir nicht erwünscht – dieses dokumentierte Wissen hier zu wiederholen. Schließlich bist Du ja selber in der Lage, alle diese Informationen zu lesen. Damit ersparst Du mir auch eine Menge Arbeit. Nur einen Ratschlag vielleicht:

Eine Information abrufen, die bereits schriftlich fixiert ist, hat nichts mit einer Bewertung zu tun. Das verwechseln viele Menschen und wundern sich, daß sie mit den Informationen nicht viel anfangen können. Die Bewertung ist also auf einem ganz anderen Blatt geschrieben.

Wenn Du also hingehst und alle Informationen in der Bibel zusammenträgst, die dort hinterlassen sind über Gott, sein Wesen, sein Handeln, seine Motive, usw., dann erlangst Du ein umfassendes Bild, wer Gott ist. Das hat dann auch den Vorteil, daß Dich niemand mit seiner Bewertung in Deiner Informationssammlung falsch beeinflußt. Du wirst jedenfalls staunen, wie viele Informationen Du finden wirst. Sollte Deine Frage auf etwas anderes abzielen, mußt Du das nur mitteilen, aber das ist dann ein anderes Thema.

2. Als Zweites fragst Du: „… warum glaubt ihr …“

Das ist eine gute Frage. Hier ist wiederum zu klären, was Du wirklich wissen willst. Der Begriff „glauben“ hat, wie Du wohl weißt, mehrere Bedeutungen.

a) Nicht wissen
b) Für wahr halten
c) Vertrauen in eine Person

„Glauben“ im christlichen Verständnis hat nichts mit der Bedeutung a) zu tun. Du kennst sicher den Spruch: „was ich nicht weiß, muß ich halt glauben!“

„Glauben“ im christlichen Verständnis hat etwas zu tun mit der Bedeutung b) und c). Ich gehe hier einmal etwas näher drauf ein.

Bedeutung b), das FÜR WAHR HALTEN, bezieht sich auf Dinge, die (derzeit) nicht mit menschlichen Mitteln überprüfbar sind, aber auf dem Hintergrund anderer, eindeutiger und nicht widersprüchlicher Erfahrungen tatsächlich für wahr gehalten werden können, auf Grund der Logik nachvollziehbar sind. Dies vor allem, wenn es keine gegenteiligen Erfahrungen gibt, die die Annahme relativieren könnten.

Zwei Beispiele, die das verdeutlichen können.

1 Gott sagt, daß auf das Neubabylonische Reich zur Zeit Daniels, eines Kriegsgefangenen der Babylonier das Persische Reich folgen wird und dieses vom Griechischen Reich abgelöst würde. Dieses sollte vom Römischen Reich abgelöst werden, das in der Verbindung mit anderen Völkerschaften in den losen Staatenbund Europas münden sollte. Die geschichtliche Erfahrung beweist im Rückblick, daß Gottes Aussage zutreffend war.

Nun sagt Gott weiter, daß die Vereinigten Staaten von Amerika Macht ausüben werden, sich unter die Weisungen des letzten römischen Herrschers zu stellen. Diese Aussage liegt, wie wir wissen, noch in der Zukunft. Da aber sämtliche andere Aussagen bis heute exakt den Worten Gottes entsprachen, kann man dieses noch ausstehende Ereignis ebenfalls „glauben“ in dem Sinne der Bedeutung b), des „Für wahr haltens“. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, daß dieses letzte Ereignis nicht wie die bisherigen eintreffen wird. (die (derzeit) nicht mit menschlichen Mitteln überprüfbar sind, aber auf dem Hintergrund anderer, eindeutiger und nicht widersprüchlicher Erfahrungen tatsächlich für wahr gehalten werden können).

2 Gott sagt, daß die Pflanzen ihren Samen bei sich selber haben, um sich zu vermehren. Es geht also darum, daß Pflanzen sich innerhalb ihrer Art vermehren. Nun kennen wir nicht einen Fall, in dem aus einer Rose eine Tulpe entsprossen war. Es wäre also unlogisch zu behaupten, daß die Rose und die Tulpe miteinander verwandt wären. (auf Grund der Logik nachvollziehbar)

Bedeutung c), das VERTRAUEN IN EINE PERSON bezieht sich auf eine wechselseitige persönliche Beziehung.

Einerseits wird Vertrauen aufgebaut und gefördert aus gemachten Erfahrungen, daß etwas immer zutrifft (z. B. die Zusagen Gottes), der Gegenüber also vertrauenswürdig ist, weil zuverlässig,

andererseits gibt es ein Grundvertrauen, das durch eine gewisse Ausstrahlung, bestimmte Zusagen, usw. zu Beginn einer Beziehung vorhanden ist.

Zum dritten gibt es den Grad des Vertrauens, der sich in einer Beziehung mit jeder neuen Erfahrung verändert. Sind die Erfahrungen positiv, wird Vertrauen gestärkt, sind sie negativ, geht Vertrauen verloren.

Es gibt also mehrere Gründe, warum Christen „glauben“ [b) und c)].

3. Zum Dritten sprichst Du von „einem unbekannten Wesen“.

Nein, Christen ist Gott nicht unbekannt. Schließlich pflegen sie mit ihm Gemeinschaft, lassen sich von ihm führen, reden mit ihm. Gott ist nur jenen unbekannt, die keine Beziehung zu ihm haben und diese Beziehung auch nicht aufbauen wollen oder können.

4. Du sprichst von einem „überirdischen Wesen“.

Ganz richtig. Gott ist ein überirdisches Wesen, sonst wäre er ja nicht der Ingenieur und Konstrukteur dieser Welt. Dein gesunder Menschenverstand sagt Dir schon, daß der Konstrukteur niemals Bestandteil des Konstruktes ist. Warum sollte das bei Gott anders sein?

Ich habe mich bemüht, alles so darzulegen, daß man es mit dem gesunden Menschenverstand erfassen kann. Da Gott kein Gott der Studierten ist, sondern für alle Menschen da ist, hat er sich so mitgeteilt, daß auch jeder eine Beziehung mit ihm aufnehmen und zu ihm unterhalten kann. Dabei ist er so groß, daß er jedem die Freiheit lassen kann, sich selbst dafür oder dagegen zu entscheiden.

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