Mein Wort zum Sonntag: Mehr Aphorismen, selbstgestrickt
Mein Wort zum Sonntag: Mehr Aphorismen, selbstgestricktFoto-Quelle: Vladimir Jovanovic - Fotolia

Mein Wort zum Sonntag: Mehr Aphorismen, selbstgestrickt

News Team
Beitrag von News Team

Mehr "Literatur light", für diejenigen, die zwischen Frühstück und Mittagessen ein paar geistige Schokopralinen genießen wollen.
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Er fürchtete die Stille; wenn alle schwiegen, hörte er das Klopfen seines Herzens, und es erschreckte ihn.
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Der eine glaubte nicht an Gott und war stolz darauf; der andere glaubte an ihn und, war voll des Zweifels. Ihre Wege trennten sich früh, und erst am Ende der Tage trafen sie wieder zusammen. Es gab zwei Wege; der erste führte hinauf, der zweite hinab. Der Ungläubige in seinem Stolz verleugnete das Bild und übersah den ersten. Der Gläubige in seinem Zweifel hielt sich für unwürdig und wählte den zweiten. Und so durchschritten sie gemeinsam die Ewigkeit.
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Er war ein scharfer Denker und suchte unerbittlich nach der Wahrheit, soweit sie in sein Weltbild passte.
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Über alles liebte er die Kinder, besonders vor den Kameras der Wochenschauen.
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Er konnte keiner Fliege etwas zuleide tun. Wenn ihn eine umschwirrte, fing er sie vorsichtig und ließ sie behutsam ins Freie. Dann setzte er sich hin und unterschrieb weiter seine Todesurteile.
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Sie sprechen von Freiheit und meinen die Freiheit, andere zu plündern.
Sie sprechen von Fortschritt und meinen bessere Waffen.
Sie sprechen von Frieden und meinen totale Unterwerfung.
Sie sprechen von Tugend und meinen fehlendes Laster.
Sie sprechen von Verzeihen und meinen die eigenen Fehler.
Sie sprechen von Moral und meinen die andern.
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Er war zu allem fähig; sogar zu etwas Gutem.
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Er sprach von Liebe und meinte Besitz; sie sprach von Liebe und meinte Hingabe. So führten sie eine glückliche Ehe.
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Er liebte es, die Menschen zu provozieren, und wenn man ihn fragte, warum er dies tue, antwortete er: So bin ich eben.
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Er träumte sein Leben lang von einem schönern Land, und als er dann erwachte, sah er die Welt in ihrer Hässlichkeit. Da schloss er wieder die Augen und träumte weiter, doch sein Paradies war nunmehr benetzt vom Tau der Bitterkeit.
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Er glaubte an das Gute im Menschen, und da er es nicht bei jedermann fand, verlor er seinen Glauben. Seitdem hasst er die Menschen.
Er glaubte an das Schlechte im Menschen, und dass er es in einem fand, bestätigte seinen Glauben. Seitdem verachtet er die Menschen.
So lebten sie, so starben sie, und keiner nennt mehr ihre Namen.
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Er spielte leidenschaftlich Schach; sein Partner war das Leben. Die meisten Leute waren Bauern, und manche Springer, Läufer oder Türme. Es gab sehr wenig Damen, und einen König stets zu einer Zeit. Doch eines Tages begegnete er einem Menschen. Er sah ihn an und dachte nach und schob ihn hilflos dann beiseite. Jetzt spielt er wieder Schach, doch manchesmal, in schlechten Träumen, sieht er sich selbst als Bauern und schwarze Pfoten würfeln die

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