Gott würfelt nicht. Oder ist alles doch nur Zufall?
Gott würfelt nicht. Oder ist alles doch nur Zufall?

Gott würfelt nicht. Oder ist alles doch nur Zufall?

Christine Kammerer
Beitrag von Christine Kammerer

Nichts ist so unberechenbar wie die Zukunft und dennoch glauben die meisten Menschen noch heute, dass es keine Zufälle gibt. Ist also doch eine unsichtbare Hand im Spiel? Wenn nun aber unser Schicksal vorher bestimmt ist, kann es dann überhaupt so etwas geben wie Freiheit und Verantwortung?

Der Zufall bestimmt unser Leben und er kann es von heute auf morgen verändern. Aber vielleicht entsteht der Eindruck der Zufälligkeit nur, weil unser Verstand zu begrenzt ist, um die Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Doch nach welchem Gesetz richten sich die Dinge, die uns zufallen? Ist es eine Art höherer Plan oder sind wir selbst unseres Glückes Schmied?

Ist alles vorher bestimmt…
Für die Deterministen ist die Welt einfach gestrickt: hinter allem verbirgt sich ein universeller Plan. Für die einen ist es Gott, für die anderen sind es die Sterne oder eben andere Naturgesetze, die unser Schicksal lenken und bestimmen.

…oder vollkommen zufällig?
Mit der Quantenmechanik glaubten einige plötzlich wieder einmal, ein schlagkräftiges Argument gefunden zu haben, das zweifelsfrei belegt: alles ist reiner Zufall! Doch schon Albert Einstein vermutete: „Gott würfelt nicht!“ Und es dauerte nicht lange, bis man herausfand: auch der Zufall ist relativ – es ist ebenso gut möglich, dass wir nur die verborgenen Gesetze hinter den Ereignissen noch nicht kennen.

Den Zufall kann man nicht beweisen
Hirnforscher gehen heute davon aus, dass wir darauf programmiert sind, auch komplexe Dinge stark zu vereinfachen. Wir können die Informationsflut nur verarbeiten, wenn wir sie in einem sinnvollen Zusammenhang bringen und sie fanden in Experimenten heraus: wir stellen solche Zusammenhänge selbst dann her, wenn sie gar nicht vorhanden sind.

Daher kommt es wohl auch, dass sich der Glaube an übernatürliche Dinge so hartnäckig hält: an Zufälle – oder das Gegenteil davon, an Bestimmung – kann man glauben oder eben nicht. Den Zufall selbst kann man nicht beweisen. Beweisen lässt sich nur das Zusammentreffen zweier Ereignisse, die durch Ursache und Wirkung miteinander verbunden sind.

Nur die eigene Einstellung macht den Unterschied
Das eigentlich überraschende an der ewigen Diskussion ist die Tatsache, dass es letztendlich gar nicht von Bedeutung ist, ob wir an das eine oder an das andere glauben. Wichtig ist nur, wie wir ganz persönlich damit umgehen: Bedrückt uns ein unerwartetes Ereignis, macht es uns Angst und lähmt uns? Oder erkennen wir eine Chance darin? Wenn wir das Gute selbst im Schlechten sehen können und für alle Möglichkeiten offen sind, dann werden wir einfach das Beste daraus machen. Den Zufall können wir nutzen, wenn wir an unsere eigene Kraft glauben, das Schicksal, wenn wir uns davon im positiven Sinne getragen fühlen. Und in dieser Freiheit liegt letztlich auch unsere Verantwortung.