Was Frauen wirklich denken: Kann man sich Optimismus verordnen?
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Was Frauen wirklich denken: Kann man sich Optimismus verordnen?

Sonja Bissbort
Beitrag von Sonja Bissbort

Vor kurzem las ich das Buch "In jedem steckt ein Optimist". Die Autorin ist Professorin für Psychologie und Neurobiologie. Im Mittelpunkt steht für sie die Frage, ob wir schon als Optimist geboren werden oder eben als Pessimist. Laut Elaine Fox gibt es eine Veranlagung, aber wir können - so die gute Botschaft des Buches - unsere Hirnstrukturen verändern.

Wer sich in Optimismus übt, kann neue neuronale Verbindungen knüpfen, das Gehirn neu verschalten und schlechte Gefühle überwinden.

Stop! Halt! Ich bin jetzt Optimist!?


Es stimmt, es gibt Tage, da klappt es mit dem Vorsatz, auch das Glatteis vor der Tür positiv zu betrachten. Aber es gibt auch Tage, da stehe ich anders auf, irgendein Sandkorn lässt mich den linken Fuß wählen und schwupp!, dann schmeckt der Kaffee nicht, die Milch ist alle, der frisch gepresste Orangensaft schüttet neben das Glas und die Warmwasserheizung ist ausgefallen, will sagen: meine morgendliche Dusche ist kalt. Ich mag keine kalte Dusche, auch nicht im Hochsommer, und schon gar nicht zum Start in den Tag.

Wenn das so weiter geht ...


An manchen Tagen geht es tatsächlich so weiter, weil ich den Knopf nicht finde, der das Schlechte abstellt. Und so schaffe ich es nicht, meinen Blick vom Schlechten auf das Gute zu wenden, egal wie oft letzteres passiert.

An anderen Tagen lächele ich über das größte Missgeschickt, trällere ein Liedchen und merke gar nicht, dass ich wütend sein müsste, weil mir jemand die Vorfahrt nimmt. Ich stoppe, winke dem anderen freundlich zu, der andere nickt überrascht und beide fahren wir frohgemut weiter.

Man sagt, die Welt ist weder gut noch böse, sondern so, wie wir sie machen und erleben.


Es stimmt. Es gibt keine unverrückbaren Tatsachen, unsere Gedanken formen das, was da draußen ist und passiert. Ob nun unsere Gedanken unseren Gefühlen folgen oder umgekehrt oder beide Hand in Hand gehen und uns dabei zum Glücksbringer oder pessimistischen Bedenkenträger werden lassen? Es ist wohl letztlich uns selbst überlassen, das Knöpfchen frühzeitig zu finden. Dann kann sogar der Partner morgenmuffeln und das Kind nörgelpetrig sein.

Mit anderen Worten:

Sie und ich bestimmen tatsächlich letztlich über unseren Optimisten und Pessimisten selbst. Jetzt und in jeder Sekunde. Und wenn wir es mal wieder nicht schaffen?


Dann üben wir uns einfach im verbindenden Dritten: in Geduld. In der Geduld mit uns und dass wir eben nicht perfekt sind und auch kein Forschungsprodukt, sondern nur ein kleines Menschlein.