wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Religion... wozu?
Religion... wozu?

Religion... wozu?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Keine der momentan existierenden und bisher existierten Gesellschaften kommt und kam ohne Religion aus. Glaube und Religion stiftet verbindliche Werte, an die sich die Menschen halten können. Gelebt werden sie durch Vorschriften und Riten, die genau so wie Mythen zum rechten Handeln anleiten.
Die ersten tatsächlichen Beweise für ‚Religion‘ finden sich erst am Ende der Altsteinzeit, also vor 28.000 bis 11.000 Jahren. Archäologen stießen auf Grabbeigaben wie Schmuck oder andere Dinge des ‚täglichen Bedarfs‘. Spätestens jetzt machten sich die ersten Erdbewohner Gedanken um das Jenseits.
Die gesamte Zeit davor, also bis 600.000 Jahre zurück, sind Hinweise auf Glauben, bzw. Religion schwierig auszumachen. Vielleicht gehören Höhlenmalereien wie Tierbilder oder Chimären (Mischwesen aus Mensch u. Tier) bereits dazu. Mag sein, dass zu jenen frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte bereits Riten praktiziert wurden. Möglich auch, dass beim ‚Durchkosten‘ nach Essbarem der eine oder andere giftige Pilz mit seinen Halluzinogenen oder das Verbrennen bestimmter Kräuter derartige Wirkungen tat, dass diese Menschen mit Geistern in Kontakt kamen, die alsdann gezielt genutzt wurden.
Ganz sicher ist, dass Menschen Angst haben/bekommen, im Dunkeln, bei fremden Geräuschen, bei Blitz und Donner in der freien Natur. Es ist nachvollziehbar, dass Naturereignisse und Schicksalsschläge Geistern, höheren Mächten oder besonders starken Tieren zugeschrieben wurden.
Offensichtlich hat es sich als vorteilhaft erwiesen, dass man in der Gruppe, im Stamm zusammenhielt. So wurde der Jagderfolg, der am Tage nach dem Abhalten eines bestimmten Ritus‘ zu verzeichnen war, als Beweis gewertet, dass die Götter dem Stamme wohlgesonnen waren. Je mehr sich die Angehörigen des Stammes den Bräuchen hingaben, umso mehr wurde das soziale Gefüge gestärkt und Abtrünnige wurde ausgeschlossen.
Der homo sapiens entwickelte das ‚episodische Gedächtnis‘. Dies erlaubt ihm, sich an vergangenes zu erinnern und sich zukünftiges vorzustellen. So macht er sich Gedanken über das Kommende, was ihm einmal bei Krankheit, Verletzung oder Tod bevorsteht. Damit werden existenzielle Ängste ausgelöst, die ihrerseits einen Glauben unterstützen.
Fest steht, dass die Ausübung von rhythmischen Tänzen und Gesängen, der Genuss von Rauschmitteln, Meditation oder Stress spirituelle Erfahrungen auslösen können .
Ob und in wie weit Glaube tatsächlich das Überleben sichert, darüber streiten sich die Gelehrten. Die einen behaupten, dass es quasi ein Gen für Glauben geben müsste, weil es seine Träger dazu befähigt durch scheinbar sinnlose Rituale uneigennützig zu handeln, um damit das Überleben der Gruppe zu sichern. So diente die Spiritualität der Anpassung der Menschen an ihre Umwelt .
Die anderen Wissenschaftler meinen, dass der Glauben keine Vorteile zum Überleben fördert, sondern ein Nebenprodukt unserer gedanklichen Strukturen ist, weil in gefährlichen Situationen die Sinne besonders geschärft oder Verbindungen zwischen Ursache und Wirkung hergestellt werden. Derartiges sei aber eher Zufall, tauge eben auch zum Erleben spiritueller Wahrnehmungen und zu Religiosität.
Ein Streit der sich vermutlich niemals beilegen lassen wird.

Als vor rund 11.000 Jahren die Menschen begannen sesshaft zu werden, wurde das Leben komplexer. Je komplexer das Leben wurde umso komplexer wurde auch der Glaube mitsamt Riten, Zeremonien und Festen. In dieser Zeit werden besondere Plätze errichtet, teils mit tonnenschweren Steinpfeilern versehen (Göbelik Tebe, Anatolien), deren Symbolik nur vermutet werden kann. Archäologen glauben, dass erst die Errichtung solcher Plätze die Menschen dazu veranlassten sich in ihrer Nähe anzusiedeln. So wurden auf den Plätzen z.B. Toten- zw. Bestattungskulte betrieben. In Jericho begruben die Menschen vor 9.000 Jahren in ihren Häusern, vielleicht, um ihre Ahnen zu ehren. Im heutigen Sibirien in Çatalhöyük, bestatte man die Toten unter Podesten, die als Sitzgelegenheit tagsüber und nachts als Bett dienten.
Forscher stießen auch auf Totenmasken aus Gips und in späteren Gräbern nur auf Schädel. Sie vermuten, dass nun der Sitz der Seele für die damaligen Bewohner nunmehr der Kopf war. Später wurde diese Idee durch kleine Figuren aus Stein oder Ton symbolisiert. In der Jungsteinzeit finden sich nahezu in allen Siedlungen derlei Figuren. Hier zeigt sich, dass die Menschen sich eine Vorstellung zur Seele machten. Alle Symbole sollten die Kraft des Verstorbenen bewahren. Dazu waren spezielle Rituale nötig, die wohl auf Konflikte auslösten und soziale Bindungen entstehen ließen. Worüber sich die Forscher weitestgehend einig sind ist, dass es in den Siedlungen noch keine Schichten (Bauern, Handwerker, Priester) gab. Konflikte wurden untereinander geklärt, sie konnten nicht von oben herab‘ gelöst werden. Die ritualreichen Zeremonien, die strenge Regeln hatten, sorgten wohl für ein relativ ausgewogenes Miteinander.
Hinter Wolken, Wind und Wetter wurden mächtige Kräfte vermutet, Götter, die beeinflusst werden mussten, um Ernteerfolg, Nahrungssicherung und Wohlergehen zu garantieren. Es ist laut Wissenschaftlern anzunehmen, dass die ersten Götter aber eher Göttinnen waren, was ähnliche Funde von kleinen wohlgenährten Frauenfiguren in den unterschiedlichsten Ausgrabungsstätten belegen. Wahrscheinlich standen sie für Natur, Erde, Weltenlenkerin, Fruchtbarkeit. In den frühen Ansiedlungen war das Bewirtschaften der Äcker und Sammeln von Früchten Frauensache. Als Männer allmählich nicht nur Jäger waren, sondern auch als Bauern sondern als Krieger tätig wurden, trat zur Stammesmutter der Stammesvater hinzu. Also wurden neben Göttinnen auch Götter verehrt.

Die Siedlungen wuchsen an, die Tätigkeiten wurden diffiziler. Es gab Bauern, Werkzeugmacher, Hirten, Priester, Anführer, Häuptlinge und Fürsten. Die Ausbreitung erfolgte ca. vor 5000 Jahren von Anatolien nach Süd- und Mitteleuropa bis auf die Britischen Inseln. Der Götterglaube etablierte sich überall. Erstaunlich ist, was die Menschen damals leisteten. Auf Malta z.B. fanden sich Steingebäude, deren Steine bis zu 60 Tonnen wiegen, bis zu 12 m hoch und teilweise überdacht sind. Die Forscher sind sich einig, dass es sich um Tempelanlagen handelt. Sie bauten Höhlen in den Kalkstein, die Abbilder ihrer Tempel waren. Sie statteten sie mit steinernen Fenstern und Türen aus und meißelten Dachkonstruktionen hinein. In der größten Höhle fanden sich von 7000 Menschen Gebeine. Welchem Kult hier gefolgt wurde, gibt Rätsel auf.

Mit der Erfindung der ‚Schrift‘ (sehr unterschiedlich in unterschiedlichen Kulturen), machten sich 3000 Jahre v. Chr. Priester im Zweistromland daran, die Vielzahl der Götter zu ‚katalogisieren‘. Es wurden Doppelungen aussortiert, die sich im Laufe der Jahrhunderte durch die fortwährende Zuwanderung angesammelt hatten. Am Ende verblieben ungefähr 30 Götter übrig. Dies geschah in Ururk, eine Metropole ihrer Zeit mit gut und gerne 50.000 Einwohnern. Die himmlischen Vertreter spiegelten menschlich Charakterzüge, Dramen des Menschen gab es ebenfalls im Himmel. Herrscher nutzten nicht selten Götter zur Legitimierung ihrer eigenen Macht. Sie verstanden sich auch als Sachverwalter der Götter, ihre Frauen waren Sachverwalter der Göttinnen und ihre Kinder Sachverwalter von Kindergöttern. Die Herrscher wurden somit zu Vermittlern zwischen Göttern und Menschen. Das schützte unter anderem ihr komfortables Leben. Erfanden sie eine Religion oder Ideologie, umso besser. Der ‚kleine Mann‘ diente den Göttern, damit, wie man glaubte, das gesamte Universum aufrecht gehalten werden konnte. Auf Keilschrifttäfelchen sind Abertausende Anleitungen zu religiösen Riten erhalten geblieben. Damit war eine religiöse Moral geschaffen. Die Götter straften den Menschen bei Fehlverhalten mit Krankheit oder Plagen (Naturereignisse), rechtes Verhalten führte zu göttlichem Schutz und Wohlergehen.

Archäologen wollen auch die Ursprünge der monotheistischen Glaubensrichtungen zwischen Euphrat und Tigris ausgemacht haben. So sollen mesopotamische Könige das Urmodell zu dem EINEN Gott geliefert haben, weil sie vor allem einem Hauptgott dienten, der seine Weisungen direkt an die Könige sandte. Abraham, der biblische Stammvater, kam aus dem Zweistromland und war Nomade. Auf der arabischen Halbinsel wurde er von allen dort lebenden Menschen als Ursprung anerkannt. Die Sintfluterzählung findet sich ähnlich auch im Gilgamesh-Epos. (wobei ich persönlich der Auffassung bin, dass sich beides nicht gegenseitig ausschließt).
Der Gott der Juden, Jahwe soll seinen Ursprung in der Wüste Jordaniens oder Saudi Arabiens haben. So wird angenommen, dass sich die Erinnerung an einen Gott im Volk erhielt, weil der ägyptische Pharao Echnaton die Anbetung nur eines Gottes, nämlich Aton, befahl. Das heutige Israel gehörte zum damaligen Einflussgebiet Ägyptens. Als zweites soll dem Wüstengott die Besattzung Israels durch die Babylonier zur Macht verholfen haben. Nebukadnezar verschleppte während der Besatzung einen Teil der jüdischen Oberschicht nach Mesopotamien. Sie nahmen den Jahwe-Kult dorthin mit, um in der Fremde die eigene Identität zu bewahren. Nach 50 Jahren Gefangenschaft brachten die Heimkehrer dann einen strengen Monotheismus zurück in die Heimat. Der Name ‚Allah‘, den die Mulime deutlich später verehren, geht auf den höchsten Gott ‚Ilah‘ (in alten Inschriften erwähnt, die arab. Stämme nannten ihn später Allah), das hieß soviel wie 'Herr des Hundssterns, Herr der höchsten im Himmel') zurück, der wohl als Staue einst in der Kaaba stand. Mohammed, der ursprünglich den Namen Qutam trug, übernahm diesen Gott Ilah, und wandelte ihn zu einem Gott, der weder Töchter noch Söhne hat.
Weit über die Hälfte der Weltbevölkerung folgt heute einem monotheistischen Glauben.

„Ein langer Weg, an dessen Ende die Erkenntnis steht: Die Geschichte der Religion ist aufs Engste verknüpft mit der Geschichte unserer Welt – mit dem, was es bedeutet, Mensch zu sein.“
Zitat Ende, von Jürgen Bischoff.

Für mich bleiben Fragen offen, zumal sich Wissenschaftler in vielen Punkten nicht einig sind:

• Ist es wirklich so, dass der EINE GOTT, den wir meinen, reine Theorie ist und nur auf
kultische und rituelle Ideen von 'privilegierten‘ Menschen zurück geht?
• Was, wenn es Gott doch gibt, sich immer wieder bemerkbar machte, aber die Menschen es
nicht verstehen und deuten konnten?
• Ist es wirklich so abwegig, dass es wirklich nur EINEN Gott gibt?
• Das ‚Auftauchen‘ von Jahwes ist genauso wenig geklärt, wie etliche Entwicklungen des
Menschen. Denn die Affen sind nachweislich nicht unsere Vorfahren, maximal Verwandte.Alle
Menschen dieser Welt tragen ein (1) Gen in sich, dass auf eine (1) Urmutter zurückgeht.

Qelle: Jürgen Bischoff ‚Wie der Glaube in die Welt kam‘, GEO kompakt Nr. 16, 2008
Tillmann Nagel, Islamwissenschaftler


50 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Meine Religion ist die Liebe.
Womit alles gesagt wäre, Immo
nicht ganz _Renate - bei vielen "sogenannten Gläubigen" ist es genau das was fehlt - die Liebe.
Die halten sich nämlich nur mit den Dogmen auf
und deshalb sind auch die Amtskirchen zu nichts zu gebrauchen
Ja Eckhard, leider fehlt vielen, nicht nur Gläubigen, die Liebe. Viele fordern Respekt. Das müssen sie fordern, weil es ihnen an Liebe, Achtsamkeit und Zugewandtheit fehlt.
Ich finde nach wie vor 1. Korinther 13 alsolut treffend.
Das "Liebe Deine Feinde" ist für uns als Menschen so gut wie nicht machbar. Das kann erfahrungsgemäß nur Gottes Liebe und der Heilige Geist in uns geschehen lassen.
Ich glaube die meisten Bibel Sprüche sind methaphern. Leider gibt es anscheinend nur sehr wenige Menschen die das adäquat übersetzen können
Die kirchenleute die ich kenne können es jedenfalls nicht
Edith - so lange man sich selbst nicht so annehmen und lieben kann wie man ist, so kann man auch keinen anderen Menschen lieben. Dies müßten uns die Kirchenleute vormachen, können's aber selber nicht
Darum geht es ja, worum es geht! Sich selber annehmen wie man ist, was man ist, was man tut, was man denkt, welche Haltung man hat usw., dann kann man auch seinen Nächsten und seine auch Feinde lieben.
Es geht um das Erkennen der eigenen Schwächen einerseits, das korrigieren, wenn 'es' nicht stimmig ist mit dem eigenen Empfinden und dem Erkennen, dass wir Gottes Schöpfung sind und damit auch göttlich. Damit erkennen wir Gott an, wir erkennen damit an, dass er nicht unser Herr und Gebieter ist, sondern unser Schöpfer und dass er dann eingreift, wenn wir darum bitten. So können wir eine neue Wahl treffen in Bezug auf das, was wir sind und was wir sein wollen. Eigentlich ist es einfach, eine neue Wahl zu treffen. Wir sollen uns mit diesen Schritten weiter entwickeln, unsere Seele quasi ausdehnen. Das können wir nicht, wenn wir in dem Glauben verhaftet bleiben, dass wir für unsere Taten bestraft werden. Wir ahben Angst/Furcht vor Gott. Das ist Un-sinn. Er gab uns einen freien Willen
frei zu entscheiden!
Und dann bestraft er uns dafür, dass wir etwas entschieden haben? Das ist Un-sinn.
Es ist lediglich so, dass wir mit unserer Entscheidung so od. so zu handeln, eine Konsequenz zu tragen haben. Da leigt der Hund begraben.
Recht hast Du, Frau Schwester!
Danke
ja Renate, aber die Kirchen arbeiten ja mit der Angst und versuchen damit ihre Dogmen und Maßregelungen durchzusetzen - die Liebe fehlt
Stimmt, jedenfalls in weiten Zügen. Aber wer bestimmt denn, dass 'man' in die Kirche zu gehen hat? Wer bestimmt, dass 'man' nicht einmal seine Meinung während eines Gottesdienstes kund tut? Gut, habe ich mich auch noch nicht getraut, aber ich war manchmal drauf und dran. Das wäre doch dann endlich mal ein lebendiger Gottesdienst. Endlich würde doch einmal darüber diskutiert, was Gott will und war er nicht will. Dann könnten vielleicht auch endlich einmal ganz viele Missverständnisse ausgeräumt werden.

Mit Angst zu arbeiten, bedeutet Machtausübung über andere.
Macht auszuüben FÜR andere, ist eine gute Sache. Es ist ein ungeheures Missverständnis, dass Menschen immer noch glauben, dass es jene gibt, die bestimmen, wohin die Reise geht und sich unterordnen, anstatt zu begreifen, dass sie sich selber mächtig sind und sehr wohl welbst entscheiden können, wohin die Reise gehen soll. Das hat nichts mit Chaos zu tun, sondern mit 1. Selbstbestimmung und -verantwortung und 2. mit sich Ein-
bringen in die Gemeinschaft und damit Gott-gefällig zu sein, Gott nahe zu sein.
Angst ist ein gaaaaanz schlecher Ratgeber. Gott ist weder rachsüchtig, noch strafend. Gott ist 'die Liebe'. Jene Liebe, die wir erlangen wollen, im Grunde genommen. Das ist ein tiefes Wissen, dem wir eigentlich immer zustreben und weil wir eben Angst haben, etwas falsch zu machen, stellen wir uns selber ein Bein und wundern uns dann, wenn wir wieder einmal auf der Schnauze gelandet sind.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Danke für den guten Beitrag.......
Oh, bitte, gerne!
Danke für das 'lesenswert'!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Den Beitrag habe ich mit Interesse gelesen.
Nach meiner Meinung entstand Religion in dem Moment als das Tier Mensch zum Mensch mit Verstand wurde. Der Mensch hat also nicht mehr nach Instinkt gehandelt , fressen und / oder gefressen werden , einschließlich einer fast automatisierten Arterhaltung sondern er hat sich Gedanken darüber gemacht , was er nicht verstanden hat. Das hat er einem übergeordneten , nicht sichtbaren Wesen zugeordnet.
Daraus sind , nach meiner Meinung , die Religionen entstanden.
Auch die heutigen Weltreligionen haben , wie im Beitrag beschrieben ,darin ihre Wurzeln .
Die Ausübung einer Religion ist , auch wieder nach meiner Meinung , Interpretation Sache. Die war zu allen Zeiten verschieden.
Sie kann nur geprägt sein von Konservatismus . Fortschritt ist für eine Religion abträglich , da sie alte Lehren und damit Machtverhältnisse , in Frage stellt.
Dieses führte im Mittelalter zur Reformation. Während in der heutigen scheinbar aufgeklärten Zeit ein , zumindest im christlich geprägtem Teil der Welt, eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der Religion zu beobachten ist . Ausnahmen sind selbstverständlich vorhanden.
Warum der Islam so tief in der Bevölkerung verwurzelt ist , kann ich aus meiner Sicht nicht sagen. Dazu fehlt mir das nötige Hintergrundwissen.
Ich beantworte in der Regel eine Frage nach Religionen mit einem Satz aus Käuners Geschichten von Berthold Brecht :
Wer einen Gott braucht , der hat einen.
Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich finde nicht, dass Fortschritt für eine Religion abträglich ist. Jedenfalls nciht für's Christentum. Die Riten verändern sich, sind nicht dann nicht mehr 'in Stein gemeißelt'. Letztlich reformierte Jesus das Judentum und Luther die Kriche und deren festgefahrenen Ansichten. Natürlich gibt es dann Machtverlust für jene, die sie ausüben. Das Chrsitentum funktioniert in der Moderne gut, viele Menschen glauben nach wie vor an Gott und es rücken immer wieder welche nach.
Der Islam hat eine völllig andere Entwicklungsgeschichte genommen, der Koran ist Dogtrinhaft, eng und streng gefasst, der Bewegungsspielraum knapp. Deshalb hängt er auch noch im Mittelalter fest und ist aus Sicht des Korans gar nicht reformierbar. Einen Austritt aus dem Islam gibt es nicht, dann ist man abtrünnig und darf durchaus getötet werden. Andergläubige dürfen getötet werden. Da ist es doch besser zu konvertieren, wenn man in der Heimat bleiben möchte? In großen Teilen
der Länder, wo der Islam Hauptreligion ist, haben die Menschen eine geringe bis gar keine Schulbildung und keinen Zugang zur 'großen weiten Welt'....
Das kann ich so nicht unbeantwortet lassen. Wenn Deine Behauptung in der formulierten Form so richtig wäre , gäbe es keine muslimischen Ingenieure . Die gibt es aber. Auch in den Golfstaaten , auch in der Türkei und auch in anderen Ländern.
Wir sollten dieses Thema aber nicht weiter vertiefen , sonst treten wir eine Islam Diskussion los. Die ist aber nicht Thema Deines Beitrages.
Stimmt Dieter, ich will auch nciht über den Islam diskutieren. Ich erwähnte aber auch 'große Teile der Länder...', bei weitem nicht alle. Und letztlich in manchen mehr und anderen wengier...
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Es gibt Gott, ob wir an ihn glauben oder nicht.
Weil wir uns selbst als symbiotisches Wesen aus Leib und Seele, Psyche und Körper, oder Geist und Materie erkannt haben, denken wir über die Grenzen der messbaren materiellen Welt hinaus, und suchen außerhalb des Tellerrandes nach der Weltseele, jenem Geistwesen Gott, welches all das erschaffen hat und gegenwärtig erhält.
Wir Menschen können an uns selbst eine geistige Kraft erfahren, die unabhängig von der körperlichen Befähigung diesen Körper wie ein Werkzeug benützt, anfänglich seine Funktionalität erlernt, ihm bestimmte Fähigkeiten antrainiert, bestimmte Leistungen erwartet und danach forscht ihn funktionsfähig zu erhalten. Wenn also der Mensch eine Kraft nutzt, die physikalisch nicht messbar ist, so liegt es nahe auch über dem physikalisch messbaren Universum eine Kraft zu vermuten, welche dem Universum ihren Willen aufgezwungen hat, und das kann nur EIN Gott sein.
Dazu: maya70.wordpress.com/2012/07/14/
(GOTT das VERKANNTE WESEN)
'Physikalisch nicht messbar', Du sagst es. Was 'man' nicht sehen und anfassen kann scheint für so manchen nicht existent zu sein. Das empfinde ich auf einigen anderen Ebenen genau so. Unerklärliches wird als Hirgespinnst abgetan, nur weil es bisher noch keine Messmethode, bzw. Messintrument dafür gibt. Wobei sich Gott sicher nicht messen lassen wird.
Walter Dierl:
„…Weder die Existenz noch die Nichtexistenz Gottes können bewiesen werden. Beide Glauben sind nur Annahmen, … .“
Und:
"Es gibt Gott, ob wir an ihn glauben oder nicht. … .“
Damit erklärt W. D., was er als Annahme erkennt, gleichzeitig zur unumstößlichen Existenz, zur Wahrheit, die nicht bewiesen werden kann. Welch eine Logik!
Solche Ungereimtheiten erfassen Kinder nicht. Sie werden unverantwortlich indoktriniert und geraten oft in einen leidvollen Reifeprozess, wobei sie als Erwachsene mitunter in einem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen.
Renate, anders ausgedrückt: ".... welche das Universum nach ihrem Willen geschaffen hat,..." Zufrieden?
inzwischen hat selbst die Wissenschaft festgestellt, dass das Bewusstsein ohne chemische Abläufe im Gehirn existiert. Damit ist eigentlich alles beantwortet.
R.R.
30.07.2014, 08:47 Uhr:
"... Das empfinde ich auf einigen anderen Ebenen genau so. ... ."
Ich stelle mir vor, die Erde wäre schlagartig menschenleer(leider möglich). Niemand mehr kann polytheistisch, monotheistisch, atheistisch oder sich 'offenhaltend' denken, niemand was erdenken, empfinden, niemand mehr streiten. ...
Kein Gott mehr, der gedacht wird und später erfolgt noch das astronomische Aus unseres Planeten. ...
Was machen, was sind wir hier 'im Fluss des Alls'?
Da Christen im Allgemeinen an die Unsterblichkeit der Seele glauben, ist das unerheblich. Gott baut ja auch eine 'neue Welt' Wo immer das sein mag....
https://www.seniorbook.de/themen/kat...ge-reicht...
Soviel mal zu Ehrlichkeit der Wissenschaft!
Sehr unschön, wenn man sich auf sie nicht wirklich verlassen kann. Wenn sich Menschen irren, ist das das eine, aber wenn sie verfälschen, das andere.
Nun, dann soll er mal. Wer weiß was dabei herauskommt? Ich finde es auch immer wieder nett, wenn dann das Gegenteil oder was völlig anderes auftaucht...
Habe kurz geschaut, Renate. Ich lese nachher auch mal genau.
oben rechts in der Menüleiste vom Firefox, z.B. da gehts Du auf den Stern, wenn Du eine Seite speichern möchtest. Ist irgendwie umständlicher geworden, als noch neulich, vo diesem neuen Update.
die Welt, das Universum, eine höhere Instanz

denkt gar nicht daran, sich auf die sehr begrenzten

Horizonte, sehr begrenzten Sinneswahrnehmungen und

somit der sehr begrenzten temporären Erklärungsmodelle

jeglicher Wissenschaften, deren definierte "Gültigkeit"

gerade nur bis zur nächsten Entdeckung reicht,

reduzieren zu lassen !!!!!!

jeder seriöse Wissenschaftler weiß und akzeptiert das.
Renate Rathmann:
"... Das empfinde ich auf einigen anderen Ebenen genau so. ... ."
Ich nahm an, dass hier nicht nur an einen Bruchteil der Menschheit(Christentum) gedacht wurde. Das ist mir zu fokussiert.
Bei meinem Szenario geht es um die gesamte Menschheit!
4 bis 5 Mrd. bleiben außen vor?
Renate Rathmann:
"Da Christen im Allgemeinen an die Unsterblichkeit der Seele glauben, ..."
Was ist mit den 'Seelen' der Nichtchristen?
Renate Rathmann:
"Gott baut ja auch eine 'neue Welt' Wo immer das sein mag..."
Wie mystisch! Welch ein Vermutungsspektrum für Menschen 'eigenen Verstandes'!?
Auf Grund der Gegebenheiten müsste gesagt werden: Ich nehme wegen der Indizien(...)an und glaube
-Gott existiert
-Gott existiert nicht,
aber zu sagen, ich glaube dies - und das ist der 'Weisheit letzter Schluss', ist unlogisch, ist Spekulation;
oder, was logisch ist, weil beides bislang nicht bewiesen ist, muss man sich 'offen' halten.

Alfred E. Neumann
hat das im Kontext prägnant formuliert!
Joachim, was ist an meiner Empfindung falsch? Viele brauchen 'handfeste' Beweise. Wenn ich jetzt bösartig wäre, würde ich behaupten, dass jenen es an Vorstellungskraft mangelt.
Warum ist etwas unschlüssig oder unlogisch, weil es sich um Glauben handelt? Wissenschaftler nehmen an, glauben zunächst erst etwas, gehen dem nach, versuchen es zu beweisen. Manchmal gelingt das, manchmal eben nicht. ABer wo behauptete ich, es sei der Weisheit letzter Schluss?
Da ich nicht Gott bin, kann ich Dir leider keine Antwort darauf geben, was mit all den Milliarden Menschen ist, die sich nicht an Gott halten. Das allein ist seine Sache. Für mich ist es so. Ob es für Dich so ist, weiß ich nicht und das musst Du für Dich entscheiden.
PS: Ich finde auch, dass Alfre E.Neumann ein sehr gute Zusammenfassung formuliert hat.
Renate Rathmann:
"Joachim, was ist an meiner Empfindung falsch?"
Bitte um den Hinweis für den Anlass dieser Frage, denn ich schrieb nichts von falsch, sondern wunderte mich nur über die Fokussierung auf das Christentum, da ich doch von der Vorstellung ausging, "die Erde wäre schlagartig menschenleer ...", also nicht nur von Christen.
Renate Rathmann:
"Warum ist etwas unschlüssig oder unlogisch, weil es sich um Glauben handelt?"
Woran lehnt sich denn diese Frage an? Wenn jemand der Indizien wegen an Gott Glaubt, das habe ich doch akzeptiert! Glaube muss man/braucht man nicht zu beweisen, sonst wär's ja keiner!
Ich spreche keinem seinen guten persönlichen Gott ab als Quelle für seine Lebensweise, nur sollte er stets sagen, ich glaube und für mich ist es wahr, aber nicht, das i s t wahr!
Beispiele:
"Die Liebe wird von Jesus gepredigt und dem Menschen ans Herz gelegt. ... Gott hat den Menschen nach seinem Bilde erschaffen, ...
Gott baut ja auch eine 'neue Welt' Wo immer das sein mag..."
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Das eine Gen was auf eine Urmutter zurückgeht - die sog. "mitochondriale Eva" (Ein Begriff Archeogenetik), bezeichnet keine - geschweige denn die einzigste Frau, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit existiert haben muss. Sie muss nicht mal von unserer Art (Mensch) gewesen sein.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Buhhh, nein, Renate, nicht dein Artikel, sondern meine Augen!!!! Ich habe Schwierigkeiten, am Bildschirm längere Texte zu lesen --- aber ich hab es geschafft - und es war die Mühe wert! Jetzt kommt die Zeit des Nachdenkens
Ja, Heidi, ist etwas lang geworden. Tschuldigung
Ich hae beim Lesen längerer Texte auf dem Bildschirm auch immer Probleme. Es war auch meine Überlgegung, ob ich den Text teile in 2 Beträge, hielt es dann aber so für besser.
Vielen Dank, dass Du tapfer durchgehalten hast.
Ist schon gut so Renate!
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Da hast Du aber eine lange Abhandlung geschrieben. Aber so in etwa habe ich das auch gelernt. Ich habe mich aber lange damit nicht beschäftigt. Ich habe hier genug zu tun mit unserer Kirchengemeinde. Aber Menschen haben immer, mehr oder weniger, an eine Übermacht geglaubt. Viele Grüße
Naütrlich haben sie das, liegt m.M. auch auf der Hand. Aber Du siehst, noch längst sind nichit alle Lücken geschlossen. Und die größte klafft bei Jahwe.
Aus dem AT kann man ganz klar entnehmen, dass Jahwe ein Ausserirdischer war, der später sein auserwähltes Volk durch die Lande geführt hat und zig Völker Frau und Kinder ausgerottet hat. Bei so einem Gott wäre ich auch lieber Atheist. Bitte nachlesen! Jeder hat die Bibel im Haus doch keiner hat sie gelesen. Buchempfehlung: Adams Ahnen.
Es gibt noch ältere Überlieferungen als die Bibel: die sumerischen Keilschriften und die Veden.
Hallo Renate, Dein Kommentar ist mir durch die Lappen gegangen. Tschuldigung. Ich meinte damit, dass ein Ursprung, eine Umbenennung eines damals angebeten Gottes nicht wirklich zu erkennen ist, so wie z.B. ein 'Allah', der vormals Ilah war. Jahwe war einfach da.

In so fern hast Du wohl recht, Georg, dass Jahwe ein 'Außerirdischer' ist.
Hallo Renate, lange nichts von Dir gehört. Das Thema fängt langsam an zu nerven: Man kann mit einem Eunuchen nicht über Sex sprechen und mit einem Atheisten nicht über Gott.
wie wahr, wie wahr, Georg!
Trotzdem kann ich mich oft nicht des Gefühls erwehren, dass Atheisten dennoch auf der Suche sind. Sonst würden sie sich nicht so intensiv mit dem Thema Gott auseinandersetzen und so vehement versuchen, ihn zu widerlegen. Ihnen wäre es schlicht gleichgültig.
Wenn man nicht ganz dumm und böswillig ist und sich die Natur ansieht (der Hinduismus sagt: Gott habe sich zur Natur entfaltet), kann man nur zu der Überzeugung kommen, dass Gott existiert. Wer anderer Meinung ist, dem ist nicht zu helfen. Wenn ich die blöden Bemerkungen höre: die Materie ist ewig etc. Die Atheisten suchen auch nicht, sie wollen andere von ihrer Meinung überzeugen.
Luther konnte die Juden nicht leiden, weil man ja damals bis, ich glaube 1963 proklamierte, sie hätten Jesus auf dem Gewissen. Er sagte, 'ich schreibe euch die Bibel so, dass niemand mehr auf die Idee kommt, Jesus sei Jude gewesen'. Deshalb ersetzte er auch den Namen in Gott od. Herr.

Karl-Heinz, dass da eine 'Lücke klafft' formulierte ich so, weil es keinen Vorgängergott, der umbenannt wurde, wie bei Allah, also Ilah, gab. Er war da.
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren