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Der freie Wille
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Der freie Wille

Beitrag von wize.life-Nutzer

Schopenhauer sagte: "Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will"!

Die Bibel sagt anbeblich, dass Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben hätte. Damit wird das Dillemma begründet, warum Gott als allmächtiger Herr, der auch gelegentlich Gebete erhört und ins Leben eingreift, so viel Leid auf Erden zulässt.

Die Frage ist, gibt es wirklich einen freien Willen. Muss ein Mensch sich nicht in einer bestimmten Situation so entscheiden, wie er sich entscheidet?

Natürlich muss sich der Mensch so entscheiden, wie er es tut, den freien Willen hat er nicht wirklich. Seine Gene, seine Sozialisation und die Umstände des Augenblickes bestimmen, wie der Mensch sich entscheidet. Auch wenn er keinen unmittelbaren Zwang empfindet, er hätte unter den gleichen Umständen IMMER ganz genau das getan, was er getan hat. Ändert man nur eine Bedingung, das heißt, wäre das Wetter anders, hätte er schlechter gefrühstückt, wäre seine Frau schlecht gelaunt gewesen oder seine Eltern, hätte er sich einen Virus eingefangen oder im Lotto gewonnen, wäre in China ein Sack Reis umgefallen und er hätte davon erfahren, alles hätte ganz anders kommen können.

Welche Konsequenz lässt sich aus dieser Erkenntnis ziehen? Ist es egal, was wir tun, es ist sowieso alles vorbestimmt? Natürlich nicht, denn dann hätte die Erkenntnis ja unter Umständen einen negativen Einfluss genommen und das will ja keiner. Also tun wir doch das, was wir sowieso getan hätten.

Hat diese Erkenntnis, sofern man sie teilt (wenn man klug genug ist, tut man das), z.B. Einfluss auf die religiöse Sichtweise von Gläubigen? Sicher nicht, man könnte zwar auch in dem Zusammenhang sagen, ist doch egal, was ich tue, ich kann ja nicht anders, das muss auch Gott einsehen. Aber das kann ein religiöser Mensch natürlich nicht tun, denn er denkt ja, Gott würde ihn durchschauen.

Für denjenigen, der allerdings andere Menschen von Gottes Herrschaft und seinem Strafenkatalog überzeugen will und mit ewiger Verdammnis in der Hölle droht, wird es eng. Natürlich ist die Erkenntnis, dass es gar keinen freien Willen geben kann ein Indiz dafür, dass es gar keinen Gott gibt, der uns dafür bewertet, was wir Menschen hier auf der Erde tun.

Alles was wir tun, ist Folge dessen, wer wir sind und womit wir hier auf der Erde konfrontiert werden, wir können ja gar nicht anders. Wer ein perverser Gewaltverbrecher wird, der hat eben dieses kranke Hirn, entweder von Geburt an, oder es ist während seines Lebens etwas damit passiert. Schuld in dem Sinne hat der Mensch nicht, seinen freien Willen hat er nur scheinbar. Auf der Erde droht ihm dafür Gefängnis, aber könnte ein wissender Gott ihn dafür auch noch im Jenseits bestrafen? Hätten wir gute Menschen mit dem kranken Hirn und den Erfahrungen des Verbrechers etwa anders gehandelt? Natürlich nicht, wie denn auch?

Wichtig ist, dass wir hier und jetzt, in unserem Leben handeln. Wir müssen denjenigen helfen, die es schwer haben und wir müssen all unsere Fähigkeiten einsetzen für Leute, die diese Fähigkeiten nicht haben.

Vor allen Dingen müssen wir Verständnis üben. Niemand tut irgend etwas freiwillig, er kann gar nicht anders!


26 Kommentare

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Warum schreibst du eigentlich so auf Gott und Religion ausgerichtet, wenn du doch (wie ich auch) gar nix damit am Hut hast?
Schon gelesen oder kennst du ihn gar persönlich?
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"Ich bin Philosoph, Psychologe und Hirnforscher!"

Du hast vergessen zu sagen, dass Du zudem auch Evolutionist bist.

Darum auch die vorurteilsbelastete Leugnung eines freien Willens ...

Selbstverständlich hat jeder Mensch einen freien Willen! Dieser ist das Privileg, das Gott dem Menschen geschenkt hat. Mit diesem freien Willen kann sich jeder Mensch entscheiden für das Gute oder für das Schlechte mit allen ihren Inhalten.
Johannes, wäre ich Du mit all Deinen körperlichen und geistigen Voraussetzungen, mit all Deinen Erfahrungen, dann würde ich in jeder Deiner Lebenssituationen genauso entschieden haben, wie Du es getan hast.

In den Momenten, in denen Du die Wahl hast, eine Entscheidung zu treffen, triffst Du die aufgrund Deiner Persönlichkeit und aufgrund der Situation. Würde man exakt die gleiche Situation immer wieder nachbilden können, ohne dass Du in der Zwischenzeit gealtert wärst und neue Erfahrungen gemacht hättes, Du würdest Dich IMMER genau so entscheiden und nicht anders!

Was hat das für eine Bedeutung für Dich als gläubigen Menschen? Eigentlich nur die, dass Du Gott dankbar sein musst, dass er Dich genau so geschaffen hat. Denn wärst Du wie ich auf die Welt gekommen, wärst Du jetzt Atheist, wie ich!

Übrigens wurden die ersten Christen von Römern auch als Atheisten bezeichnet. Ein indischer Atheist glaubt nicht an Shiva, Vishnu und Krishna , ein indianischer Atheist nicht an Manitu.
Da Du Dich für Evolution ENTSCHIEDEN hast, ist Dein Denken durchaus für mich nachvollziehbar.
Für mich ist jedes menschliche Denken nachvollziehbar. Anlagen und Umwelt machen den Menschen zu dem, was er ist und was er denkt.

Kein Mensch kommt auf die Welt und darf sich entscheiden, ob er lieber mit einem gesunden oder mit einem kranken Hirn leben möchte. Wer nicht richtig tickt und so zum Gewaltverbrecher wird, hat sich das garantiert nicht ausgesucht.

Ich kann mich nicht daran erinnern, vor meiner Geburt gefragt worden zu sein, ob ich lieber ein kritischer Geist sein möchte, oder ob ich als Herdenvieh dem Führer hinterherlaufen will. Ich habe mich so entwickelt, dass ich jeder Obrigkeit gegenüber Vorbehalte habe und genau prüfe, im Zweifel aber jede Autorität ablehne, so gut es geht.

Einen Gott, der die Geschicke der Menschen und ins Leben eingreift, den sehe ich nicht, daher muss ich ihn auch nicht ablehnen. Wenn es allerdings darum geht, ihm zu huldigen, das würde ich aus Prinzip ablehnen.

Was hat Dein Gott dafür getan, so mächtig zu sein, hat er das verdient?
Du läßt nichts anderes zu, das ist Dein Problem! Du kannst nichts anderes zulassen, weil Deine Grundlage die Evoution ist und nicht die gewollte Schöpfung.

Letztlich sagst Du nichts anderes, als dass ein Verbrecher nichts dafür kann, dass er ein Verbrecher ist! Doch, das hat er sich ausgesucht.

Kain war der erste Gewaltverbrecher, von dem berichtet wird. Hat er sein Handeln nicht ausgesucht?

"Wenn du Gutes im Sinn hast, kannst du doch jedem offen ins Gesicht sehen. Wenn du jedoch Böses planst, dann lauert die Sünde dir auf. Sie will dich zu Fall bringen, du aber beherrsche sie!"

Das ist wohl mehr als deutlich. Ein Kain konnte sich entscheiden und wurde vor seinem Verbrechen dazu aufgefordert, sich zu entscheiden. Sein Tun lag also völlig in seiner Hand! Und ob Gott in die Geschicke der Menschen eingreift - aber er manipuliert den Menschen nicht, er legt ihm lediglich die Möglichkeiten zur Entscheidung vor.
"Ich habe mich so entwickelt, dass ich jeder Obrigkeit gegenüber Vorbehalte habe und genau prüfe, im Zweifel aber jede Autorität ablehne, so gut es geht."

Falsch!

Du hast Dich NICHT so ENTWICKELT, sondern eindeutig so ENTSCHIEDEN und Du entscheidest heute immer noch, dass Du im Zweifel jede Autorität ablehnst.

Wenn Du schon menschliche Autorität ablehnst, ist es naheliegend, dass Du auch Gott als Autorität ablehnst. Aber es ist IMMER DEINE ENTSCHEIDUNG!
Natürlich habe ich mich entschieden, Johannes. Aber warum habe ich mich so und nicht anders entschieden?

Das bin ich, mit allem was dazu gehört und das sind meine Erfahrungen die ich gemacht habe. All das hat dazu geführt, dass ich mich so entschieden habe, weil es das ist, was ich möchte. Hätte ich andere Erfahrungen gemacht oder wäre ich von meinem Intellekt her ein anderer, so hätte ich mich anders entscheiden können, so aber nicht!

Dein Beispiel mit Kain ist für mich natürlich nur eine Geschichte, die sich Beduinen erzählt hatten und sicher keine psychologische Studie wert. Trotzdem müsste man auch da fragen, warum hatte er so gehandelt. Auch wenn er nicht unter äußerem Zwang stand, Kain hatte nur scheinbar die Wahl, seine Gründe für die Entscheidung waren ausschlaggebend, deshalb hätte er immer so entschieden, in diesem Moment. An einem anderen Tag hätte es ganz anders laufen können, wenn er anders beeinflusst worden wäre.

Freiheit bedeutet nicht, im Willen frei zu sein!
Das heißt also schon wieder, Du bestimmst, was Du akzeptieren willst und was nicht. Damit unterstreichst Du erneut Deinen freien Willen. Ja, Du entscheidest Dich, WEIL DU ES SO WILLST!

Du willst Gott nicht akzeptieren. Also ENTSCHEIDEST DU FÜR DICH, dass es ihn nicht gibt.

Du willst das Erleben von Kain nicht als real akzeptieren. Also ENTSCHEIDEST DU FÜR DICH, dass es nur eine Geschichte ist, die sich Beduinen erzählt hatten.

Du willst den freien Willen eines Menschen nicht akzeptieren. Also ENTSCHEIDEST DU FÜR DICH, versteckst Du Dich hinter Dir unbekannten Gründen für die Entscheidung Kains. Dabei verdrängst Du die unmissverständliche Ansage, die Kain zu einer Entscheidung auffordert:

"Wenn du jedoch Böses planst, dann lauert die Sünde dir auf. Sie will dich zu Fall bringen, du aber beherrsche sie!"

Ja, hier wird klar und deutlich von Sünde gesprochen. Aber das WILLST DU JA NICHT AKZEPTIEREN. Darum ergehst Du Dich in Ausflüchten. Das ist Psychologie!
Natürlich entscheide ich, Johannes. Aber es ist keine Entscheidung, die unabhängig von den bekannten Faktoren getroffen wird!

Ich kann nicht anders entscheiden, als ich es tue. Wenn ich morgen ein beeindruckendes Buch lese, welches mein Denken nachhaltig beeinflusst, dann treffe ich meine nächste Entscheidung womöglich anders, als ich die ohne dieses Buch getroffen habe. Bin ich also frei in meinen Entscheidungen? Nein, mein ICH wird von meiner Umwelt beeinflusst.

Dir geht es ganz genauso, Johannes, ob Du das akzeptierst oder nicht.
Ich denke, das siehst Du in einem zu engen Blickfeld. Du kannst immer anders entscheiden als Du tust. Die Frage ist doch nur, OB DU WILLST. Ja, auch gegen eine erlangte Erkenntnis kannst Du entscheiden.
Aber Johannes, erkennst Du wirklich nicht, dass eigentlich nur Du das im zu engen Blickfeld siehst?

Schon das Ausgangszitat von Schopenhauer sagt doch: "Du kannst zwar tun was Du willst, aber Du kannst nicht wollen was Du willst".

Natürlich tust Du, was Du willst, aber das was Du willst ist nun einmal durch die Umstände beeinflusst und damit natürlich auch beeinflussbar.
Was geht mich Schopenhauers Rede an, hat er den Stein des Weisen gefunden? Wenn DU Schopenhauer hörig bist, ist das Deine Sache. Ich pflege, mir meine eigenen Gedanken zu machen, meine eigenen Ziele zu verfolgen, meine eigenen Entschedungen zu treffen. Diese stimmen zwar nicht immer mit dem Mainstream überein, aber ich kann sehr gut damit leben.
Warum wehrst Du dich konsequent gegen die Wahrheit? Befürchtest Du, dein ganzes Vorstellungs-Gebäude bricht zusammen, wenn Du eine andere Aussage zulässt, als das, was Du glaubst, was richtig ist?

Was macht Dich zu dem, der Du bist? Es ist einerseits Dein genetisches Rüstzeug, welches Du mitgekriegt hast und es ist das, was Du im Laufe Deines Lebens aus Deinem Körper und Geist gemacht hast und es sind die Erfahrungen, die Du gemacht hast.

Alles, was Du getan hast, waren Reaktionen auf Deine Umwelt und Deine eigenen Empfindungen.

Gäbe es auf einem anderen Planeten den exakt gleichen Johannes und würde der exakt das Gleiche erleben, er würde auch exakt genauso darauf reagieren, weil der nur scheinbar die Wahl hat, in Wahrheit aber bereits festgelegt ist.
Warum wehrst Du dich konsequent gegen die Wahrheit? Befürchtest Du, dein ganzes Vorstellungs-Gebäude bricht zusammen, wenn Du eine andere Aussage zulässt, als das, was Du glaubst, was richtig ist?
Kann ich Dich genauso fragen.....
Stimmt, das kannst Du fragen, aber ich habe die Frage zuerst gestellt!

Dass Gläubige die Religion als Wahrheit bezeichnen ist ja nun nicht neu, auch mir nicht. Allerdings widerspricht die Religion bzw. die Behauptung, es gäbe einen Gott, der sich für die Belange von Menschen auf der Erde interessiert, für mich nicht nur jeder Logik, es fehlen auch einschlägige Anhaltspunkte oder gar Beweise.

Die Erkenntnis, dass ein freier Wille dem Menschen gar nicht gegeben ist, spricht ja nicht grundsätzlich gegen die Existenz eines Gottes. Allerdings widerspricht sie der Annahme, ein Gott, der seine Geschöpfe liebt, würde dennoch über diese richten und sie gegebenenfalls bestrafen (ewige Verdammnis).

Das kann ja wohl nicht sein, denn ein Mensch kann ja nur so gottesfürchtig und gottgefällig sein, wie es seine Natur und seine Sozialisation zulässt.

Für mich bricht das Gottesgebäude ein, sobald man daran rüttelt, sprich, sobald man richtig nachdenkt!

Ich wünsche eine gute Nacht!
Deine "Erkenntnis" ist leider nur eine philosophische Spekulation, über die man nett diskutieren kann, die aber auch "beweisfrei" ist. Nur, dass Du eine Frage zuerst gestellt hat, macht sie nicht besser.
"Warum wehrst Du dich konsequent gegen die Wahrheit?"

Genau das scheint mir Dein Problem zu sein, Alfred. Du lässt ausschließlich Deine Meinung gelten. Alles andere ist für Dich nicht existent. Das ist sehr bescheiden!

Wer nach der Wahrheit sucht, wird immer mehrere Möglichkeiten in Betracht ziehen und daraus jene favorisieren, die nach Prüfung ALLER VERFÜGBAREN FAKTEN den größten Wahrheitsgehalt aufweist.

Warum sollte also ich mich gegen die Wahrheit wehren?

Ich vergleiche die Aussagen und Ansprüche mit überprüfbaren Fakten und treffe dann MEINE ENTSCHEIDUNG. Daraus ist auch mein Vertrauen (Glauben) in Gott entstanden und gewachsen.

Du hingegen läßt nur eine Version zu - Deine! Dir fehlen also die Vergleichsmöglichkeiten, um die Rechtmäßigkeit Deiner Aussagen überprüfen zu können. Damit Du viele täuschen kannst, verweist Du auf nicht überprüfbare Annahmen ("Gäbe es auf einem anderen Planeten den exakt gleichen Johannes ..."). Aber mich kannst Du damit nicht täuschen.
Du bist ein Egozentriker erster Güte. Alles dreht sich um Dich. Das macht Dich auf der einen Seite immun für die Wahrheit, auf der anderen Seite bist Du damit aber auch Dein eigener Gefangener. Dein Problem möchte ich wirklich nicht haben.

Ich verrate Dir ein Geheimnis: Bisher habe ich noch keinen Psychologen kennen gelernt, der ein anderes Bild abgegeben hat, als Du - und ich hatte schon mit vielen Psychologen das Vergnügen (10 Jahre, als ich Betreuer für psychiatrisch veränderte Personen war, 20 Jahre in der Altenpflege).

Ich kann mich, wenn ich diese ganze Zeit zurückblicke und überdenke nicht des Eindrucks erwehren, dass Menschen, die als Psychologen tätig sind, mit ihrem Beruf über andere - ihre Patienten - ihre eigenen Probleme zu lösen versuchen. Das kann nicht funktionieren.
Ihr redet oft über "meine Argumente" und "meine Wahrheit", aber die gehört mir doch überhaupt nicht alleine.

Bin ich etwa der Einzige, der erkannt hat, welchen Hintergrund die Religionen haben, warum die sich entwickelt haben und was deren Hintergründe und Absichten sind?

Natürlich hast Du mit Deinen Eindrücken über Psychologen nicht Unrecht. Als praktizierender Psychotherapeut muss man zwingend selbst eine Psychotherapie machen, um seinen eigenen Anteil zu erkennen und so in seiner Arbeit, so weit es geht, ausklammern zu können. Das gelingt aber keinem Menschen, denn keiner kann aus seiner Haut schlüpfen. Dass ein Psychologe aber automatisch große Probleme hätte, die er lösen muss, lässt sich nicht nachweisen. Ich denke, es ist oft der Versuch, Empathie aufzubauen, der zu diesem äußeren Eindruck führt!

Ich finde es aber sehr interessant, wenn festes, verankertes Wissen über die Unmöglichkeit und Absurdität eines persönlichen, für uns zuständigen Gottes auf festen Glauben trifft.
Erkannt? Das ist wohl stark übertrieben! Da würde ich wenige von Erkenntnis reden als vielmehr von vorurteilsbelasteten Hypothesen. Und dafür gibt es tatsächlich viele, die es Dir gleich tun.

Es mag sein, dass es sich von außen nicht nachweisen läßt, "dass ein Psychologe aber automatisch große Probleme hätte, die er lösen muss". Das ändert aber nichts daran, dass meine Erfahrung bisher zutreffend war.

Festes, verankertes Wissen halte ich allerdings für übertrieben. Da würde ich eher von festgefahrenen, verankerten Vorurteilen sprechen nach dem Motto - "Ich lasse nicht zu, dass ewas anderes als meine Meinung möglich ist."
Alfred sagte:

"Johannes, wäre ich Du mit all Deinen körperlichen und geistigen Voraussetzungen, mit all Deinen Erfahrungen, dann würde ich in jeder Deiner Lebenssituationen genauso entschieden haben, wie Du es getan hast."

Ich gehe mal davon aus, dass Dir sehr wohl bekannt ist, dass diese Aussage falsch ist. Es gibt genügend Persönlichkeiten, die in vergleichbaren Lebenssituationen ganz anders entschieden haben, wie ich. Ja, auch mit all den Erfahrungen, die ich gemacht habe.
Johannes, das ist jetzt aber sehr lächerlich!

Kein einziger Mensch auf der Welt hat Deine Erfahrungen machen können!

Überlegst Du eigentlich, ehe Du schreibst, oder widersprichst Du aus Prinzip?

Mal ganz von vorne: Welcher zweite Mensch auf der Welt trägt Deinen Vor- und Nachnamen, ist zur gleichen Sekunde von Deiner Mutter geboren worden, hat genau Dein Leben gelebt und exakt Deinen Körper mitsamt Deinem Gehirn erhalten?

Nein, Du bist einzigartig und wäre ich Du, hätte ich in jeder Situation genau wie Du gehandelt und wärst Du ich, dann hättest Du genau wie ich gehandelt, weil es eben nicht anders sein kann, weil wir nicht aus unserer Haut können!
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Das hier behandelte Thema zeigt mal wieder, dass Philosophie, menschliche Logik und Schlussfolgerung keine endgültigen Antworten bieten.
Auch sollte man die Lehre vom freien Willen als eine Verkürzung von in der Bibel erwähnten Aussagen über die Verantwortung des Menschen, die Entscheidungsfähigkeit und Fragen der Bestimmung durch Gott betrachten. Der Mensch versucht etwas zu verstehen, was er in seinen eigenen Kategorien nicht wirklich zu Ende denken kann, ohne den einen oder anderen Punkt aufzuheben. Logische Auflösung ist oft nur der Versuch, sich gegen unüberwindliche Grenzen zu wehren.

Übrigens: Luther sah eine klare Unterscheidung zwischen dem, was der Menschen Aufgabe und was Gottes Handeln ist:
"Es ist aber nötig, eine ganz bestimmte Unterscheidung zw. Gottes und unserer Kraft, zw. Gottes und unserem Werk festzuhalten..."
Luther, Vom unfreien Willen, aus der Antwort an Erasmus von Rotterdam, in: M. Luther, ausgewählte Werke, hg. v. H.H.Borcherdt u. G. Merz, 1962, 3.A., S. 22
Als Frage der Bestimmung durch Gott sollte man die Lehre vom Freien Willen nur dann betrachten, wenn man an Gott glaubt. Geht man, wie ich, davon aus, dass es diesen Gott, der sich für die Handlungen von Menschen auf der Erde interessiert, gar nicht gibt, dann verbietet es sich, dies zu erörtern, das wäre Zeitverschwendung!
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Ein so interessantes Thema, dass ich es vor Jahren in einer Kurzgeschichte "verarbeitet" habe:

"Sie Ignorantin! NICHTS können wir kontrollieren. Das glauben nur alle, so lange die Reizsignale fehlen! Haben sie schon mal gehasst? So richtig? Scheinbar nicht. Haben sie schon mal das Verlangen gespürt, etwas zu tun, was die Gesellschaft verbietet? Schon mal die Qual gespürt, wenn das Verlangen sie beinahe in den Wahnsinn treibt, weil sie aus dieser Gesellschaft ausgestoßen werden, wenn sie einfach nur ihrem Urtrieb folgen wollen?"
Unvermittelt schoss sein Kopf nach vorne und er schrie ihr ins Gesicht:

"Das Geheimnis ist gelüftet! Wir sind unschuldig schuldig, wenn wir schuldig werden! Und genau DAS werde ich der Welt vermitteln. Und genau DAS wird die Welt verändern!"
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