Was fasziniert uns Frauen an Ritter und Helden? Oder: Wo sind die Männer und ...
Was fasziniert uns Frauen an Ritter und Helden? Oder: Wo sind die Männer und Frauen geblieben?Foto-Quelle: eigenes Bild

Was fasziniert uns Frauen an Ritter und Helden? Oder: Wo sind die Männer und Frauen geblieben?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Was fasziniert uns Frauen an Ritter und Helden? Oder: Wo sind die Männer und Frauen geblieben?


Sehnsucht von Mann und Frau

Es ist das was einen Mann ausmacht: Seit Urzeiten geht er Jagen und Kämpfen, Verteidigen / Schützen. Dem Großteil unserer heutigen Männer wird dieses Attribut abgesprochen.

Es ist das was eine Frau ausmacht: Seit Urzeiten ist sie diejenige, die ein Kind austrägt, sich kümmert und sich in logischer Konsequenz dem Mann anvertraut.

Früher kämpften die Ritter gegen Drachen – heute sind sie Manager und der Drache der Laptop.

Früher zog die Frau die Kinder groß - heute sind sie fast so weit und "ersetzen" den Mann.

Dann begann die Unordnung:
Kräftemäßig überlegen, nahm der Mann sich das Recht anarchistisch, diktatorisch oder unzivilisiert zu verhalten. Vertrauensbruch, Unterdrückung und Anspruch auf Machtmissbrauch gingen damit einher. Hier ist viel Leid geschehen und tut es immer noch auf der ganzen Welt. Doch dieser Jäger oder Ritter schlummert in jedem Mann. In jeder Frau schlummert "das - sich - kümmern" - die Weichheit. Schauen wir uns doch Kinder an - Jungs – sie raufen und kämpfen und gehen Risiken ein, die die Mädchen in der Regel weniger eingehen. Emanzipation als Frau und als Mann heißt für mich, Akzeptanz dessen was ein jeder IST.

Veränderung

Vor 50 Jahren noch, war die Frau für die „3 K“ zuständig und er für den „Rest“. Sie schwor bedingungslosen Gehorsam. Daraus resultierte dann mit der Emanzipationsbewegung, dass das Pendel in das andere Extrem ausschlug: Vermännlichte Frauen und verweiblichte Männer. Ist es das was wir wirk - lich (Wirkung!) wollen?! Damit ein Ausgleich stattfinden kann, ist es wichtig, dass beide Seiten auf Augenhöhe sich weiter entwickeln können. Denn findet kein Ausgleich statt, entsteht eine Unordnung. Dies darf bei der Gesamtbewegung der Emanzipation nicht vergessen werden.

Verantwortung

Ich persönlich finde, jeder sollte das sein was er / sie IST. Mit dem Recht, durch die genetischen und energetischen (man beachte das Wortspiel) die eigenen Talente, Fähigkeiten und Sehnsüchte leben zu dürfen. Das Leben verpflichtet uns, dass jeder Verantwortung für sich und seine eigene Geschichte übernimmt. Und dies ist geschlechtsunabhängig! Jeder für sich sollte in der Lage sein, an seinem Platz – in seiner Rolle alleine leben und aus seiner inneren Kraft heraus handeln zu können. Ohne Abhängigkeit und Unterdrückung! DAS IST für mich Emanzipation und auch die Grundlage einer jeder Beziehung. Und mit Beziehung meine ich nicht nur die Mann – Frau – Beziehung, nein – damit meine ich Beziehung in ihrer vielfältigen Form.

Beziehung

Der Glaube und die Hoffnung, dass der andere die eigenen Sehnsüchte und Erwartungen, von denen man glaubt selbst dazu nicht in der Lage sein zu können, erfüllt oder gar kompensiert, ist ein ganz, ganz großer dicker Fettnapf und Trugschluss. Diese Last kann der andere / ein anderer nicht übernehmen. Daraus ergeben sich drei Möglichkeiten:

• Die Beziehung scheitert
• Einer flüchtet – bis hin zur Sucht (suchen!)
• Einer resigniert – evtl. bis hin zum Tod

Wahre Liebe ist LOS – LASSEN. Es passieren LASSEN. Den Mann Mann sein LASSEN und die Frau Frau sein LASSEN. Das ist von der Natur so vorgegeben – ein Faktum. Eine Grundvoraussetzung damit Leben entstehen und bestehen kann. Es ist unser Intellekt, kombiniert mit Klarheit in Herz und Seele, der ein Zusammenleben ermöglicht – nicht unser Geschlecht. Wenn es geschlechtsabhängig wäre, hätte es Mutter Natur im Laufe der Evolution bei uns Menschen anders eingerichtet – nämlich triebgesteuert.

Übung

Sobald etwas in der Natur nicht funktioniert stirbt es aus – wird gecancelt. Aber was offensichtlich funktioniert ist weiblich und männlich! Wir als Menschen haben dazu noch den Verstand und Geist bekommen. Ich denke, die große Herausforderung für die Männer ist, anzuerkennen, dass viel Unrecht im falsch gelebten „Mann – sein“ (falsches Männerbild) geschehen ist und auch heute noch oft genug geschieht. Während wir Frauen lernen sollten zu vergeben und kraftvoll zu unserer Weiblichkeit zu stehen. Wir (Männer und Frauen) sollten anerkennen, dass diese Geschichte ein Teil der Evolution ist und dies unsere Weiterentwicklung voraussetzt. Ein Lehrer sagte mal zu mir: Früher sagte man „Weib“ (und hier ist nicht dieser negative Touch gemeint) – in der Mitte das „Ei“ – heute ist sie Frau – am Ende das „Au“! Das ist ein Denkanstoß!

Frauen wie Alice Schwarzer haben uns die Freiheit erkämpft, damit wir uns auf unsere Verantwortung besinnen und übernehmen, um auch eigenständig im Leben stehen zu können. Durch diese Emanzipationsbewegung ist es mir auch möglich, heute dieses freie Leben zu führen. Die Art und Weise dieser Bewegung war ein Extrem in die andere Richtung, das zweifelsohne notwendig war, um zum Ziel zu kommen.

Überlastung / Das Resultat

Der Preis der Frau für die "Emanzipation":
Heute besteht an uns Frauen folgende Erwartungshaltung, die aus diesem Extrem resultiert: 100% Beruf, 100% Haushalt, 100% Mutter und last but not least 100% Ehefrau. Wo bleiben da die 100% der Weiblichkeit, der Seele, das Naturell der Frau? Bei verplanten 400% bleibt da nichts mehr übrig. Ich habe auch viele Frauen gesehen, die in ihrer Mimik und Gestik, in den „Männerberufen“ verhärtet / vermännlicht und schließlich körperlich und seelisch gescheitert sind.
Der Preis der Männer für die Emanzipation:
Die Männer werden um diese 400% „reduziert“, zeitweise auch denunziert, entmündigt und um ihre Ur - Identität betrogen.

Und was bleibt davon auf der Strecke? Was ist der Preis? Was kostet es uns?

Psychische und psychosomatische Erkrankungen in kaum da gewesenem Ausmaß, bis hin zu den eigenen Kindern.

Was ist die Lernaufgabe?

Nun gilt es aus der Erfahrung und aus dem gelernten das richtige Maß zu finden. Um dieses zu finden, musste zwangsläufig das Pendel erst zum einen Pol und dann zum anderen Pol ausschlagen - das ist die Lernmethode "Erfahrung".

Sofern eine Frau sich dazu berufen bzw. im Einklang fühlt einen „Männer“ - Beruf auszuüben ist es in Ordnung, dann ist sie in ihrer Kraft. Aber nicht wegen einer oberflächliche „Emanzipation“. Das ist nicht Emanzipation. Das ist das heutige Umfeld von außen - das Kollektiv. Vielleicht auch, um sich selbst und anderen beweisen zu können, dass man wertvoll ist – den eigenen Selbstwert oberflächlich zu definieren. Einfach vielleicht auch nur, um gesehen zu werden.

Es sollte eben jeder nach seinen Sehnsüchten / Glauben oder was auch immer leben können – seine Beruf – ung! Zu den besten Köche gehören Männer – warum nicht? Sie leben ihren weiblichen / feminen / kreativen Anteil. Angela Merkel ist eine Respektperson, als Bundeskanzlerin steht sie in ihrer Kraft – warum nicht? Sie lebt ihren maskulinen Anteil aus ihrer inneren Kraft heraus. In jedem von uns ist ein femininer und maskuliner Teil – lunar und solar – emotional und rational. Bei einem mehr, beim anderen weniger ausgeprägt.

Das ist die Sehnsucht in uns W“ei“bern nach dem Helden und die Sehnsucht der Männer nach der W“ei“blichkeit. Die Sehnsucht nach Ritter und die Sehnsucht der Ritter eine Frau umwerben, schützen, und versorgen zu können. Die Sehnsucht den eigenen Archetyp leben und spüren zu dürfen.

Herausforderung an unser heutiges Leben

NUR – Leben soll es jeder dürfen, ohne die eigenen Ur - Wurzeln zu vergessen – im ausgewogenen Maß. In diesen Wurzeln Ruhe und Kraft zu finden in vollem Selbst – Bewusst - Sein. Es ist eine Kraft, die aus einer tiefen inneren Quelle sprudelt, die niemals versiegt. DAS IST EMANZIPATION!

Das ist das Potenzial, womit auch gerechtfertigt ist, warum Frauen und Männer an allen Positionen im Leben SEIN können.

... und keiner sagt, dass es einfach ist...

Caroline Anne Hagel ©
(Dies ist eine rein persönliche Sichtweise. Urheberrecht liegt ausnahmslos bei mir)

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