Wir sind alle „erleuchtete“ Wesen

Beitrag von wize.life-Nutzer

Wenn wir insbesondere über die fernöstlichen Religionen, dem Buddhismus oder Hinduismus sprechen, meinen viele Menschen, man müsse erleuchtet sein. Weltweit werden tausende Seminare und Kurse angeboten, die zu der „Erleuchtung“ der Menschen führen soll. Zudem gibt es die unterschiedlichsten Konzepte, zum Beispiel: wie werde ich hellfühlend, hellsichtig, medial und so weiter. Doch all diese Konzepte basieren einzig auf der Wahrnehmung des Individuums. Was bedeutet, dass immer nur der etwas wahrnimmt, der als sogenannt begabt gilt, jedoch nie der Mensch, den es eigentlich betrifft.

Was die sogenannten "Erleuchteten" betrifft: wenn man auf eine Schule oder Universität geht, kann man einen Lehrer oder Professor für besonders wissend halten. Ja, man kann ihn vielleicht sogar deswegen auf einer gewissen Ebene verehren. Das liegt jedoch nur am eigenen Mangel, weil man selbst noch nicht so viel gelernt hat, wie dieser Lehrer, ein Doktor oder Professor an der Universität. Hat man jedoch sein Studium und entsprechende Facherfahrung gesammelt, steht man mit ihm auf einer Stufe und der eigene Mangel ist weg. Man wird ihn nicht mehr als einen besonderen Menschen sehen. Ich selbst hatte auch ein Aha-Erlebnis, als ich vor Jahren an einen Elternsprechtag teilnahm. Das saß er nun vor mir, der Lehrer. Ein ganz normaler Mensch, mit dem ich von Angesicht zu Angesicht sprach. Dem ich Fragen wegen meiner Tochter stellte, die ihm sehr unbehaglich schienen. Als Schüler hätte ich vor diesem Menschen einen großen Respekt gehabt. Doch bei dieser neuerlichen Begegnung, war er ein Mensch wie jeder andere, der einem täglich auf der Straße begegnet.

Wenn man das für sich selbst einmal verinnerlicht hat, gibt es auch keine "erleuchteten" Menschen. Diesen sogenannten "Erleuchteten" wird es in den Mund gelegt, dass sie "erleuchtet" sind. Ein Dalai Lama oder vielleicht auch ein sogenannter "Guru" würden nie von sich behaupten "erleuchtet" zu sein. Es sind die anderen Menschen, die solche zu sogenannten "Erleuchteten" erheben. Sie handeln aus ihrem eigenen Mangel heraus, weil sie in dem anderen mehr sehen, als bei sich selbst. Fakt ist, es gibt keine "Erleuchteten", wir sind alle erleuchtete Wesen.

Mönche oder Yogis verbringen jahrelange Meditationen damit, um den Pfad der Erleuchtung zu erlangen. Doch was sie am Ende finden, ist schlussendlich immer nur sich selbst, im hier und jetzt und das Nichts. Und gerade das Hier und Jetzt nimmt bei all diesen Erleuchtungs-Konzepten eine Schlüsselrolle ein. Am Ende geht es nämlich einzig darum, ein bewusstes Leben zu führen, um zu erkennen, dass schlussendlich hinter dem Sinn des Seins keine Erleuchtung steckt sondern wesentlich mehr stecken muss, als man auf dem ersten Blick in der Welt und ihrem Chaos vermuten könnte.

Hier noch eine kleine Ergänzung zum Thema:

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