Yoga - Workshop Kloster Roggenburg
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Was ist Stress?

Beitrag von wize.life-Nutzer

Was ist Stress?

Dies ist nur kurzer Abriss von mir auf dieser riesigen Thematik:

Das Wort "Stress" entstammt dem lateinischen Wort "stringere" = anspannen. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet "Stress" = Druck. So viel zum Wortverständnis. Ein weiterer Faktor wurde ja heute bereits erklärt. Stress diente uns Menschen in der Urzeit als "lebenserhaltende Maßnahme". Die biochemischen Prozesse machen es uns möglich, unser Leben in akuten Situationen zu retten. Die Produkte, die hier in unserem Körper entstehen, wurden durch das Fluchtverhalten (Bewegung) wieder abgebaut.

Wie entsteht Stress noch?
Hier möchte ich erst einmal auf unser gesellschaftliches Verständnis eingehen:
"Ich bin im Stress" ist bei uns schon fast zum geflügelten Wort - ja sogar gesellschaftsfähig - geworden. Weiter gehört dazu das Wort "Multitaskingfähig". Es gilt als schick, zum guten Ton und fast schon zwingend notwendig, fortwährend im Aktionismus zu sein. Und wenn es nichts zu tun gibt, dann ist diese Zeit in aktive Freizeit verplant. Man schaue nur mal auf die ganzen Urlaubsangebote. Dies zieht sich hinein bis in die Kinderstube. Hinzu kommt in der ersten Lebenshälfte naturbedingt, die Gründung von Familie und Karriereplanung.

Was vermitteln wir uns damit - und auch unseren Kindern?
Gibt es nichts zu tun - steht gerade nichts an - wird sofort diese Zeit mit Aktivität aufgefüllt. Aktive Freizeit dient der Entspannung. Wirklich? Oder ist es wichtig, mitsprechen zu können? Gehört und gesehen zu werden?

Wir uns als Individuum glauben, definieren uns damit und meinen zu WISSEN dieses zu SEIN.
Zerstreuung, die Flucht, nach außen, ist die Lösung aller Schwierigkeiten, die sich zeigen. Wenn das Eine nicht klappt, fängt man das Nächste an. Die beste Möglichkeit evtl. Schwierigkeiten, womöglich noch verbunden mit Schmerz, ist immer noch in den Aktionismus zu flüchten.
Die Spirale beginnt sich zu drehen und der Ausstieg wird immer schwieriger.

Was ist die Folge daraus?
Nun zu Beginn dieser Spirale wird ständig einer neuer Ersatz gefunden. Doch irgendwann ist der Pool erschöpft. Die "Angebote" fehlen, oder es wird was Neues begonnen und trotzdem wird eine Leere gefühlt. Endlich!!! Fühlen!!! Und damit oft verbunden, kommt dann die große Sinnfrage.
Viele stehen vor einem für sie nicht definierbaren "Zustand".

Was kann ich tun - für den Anfang?
Dieser Satz wird mir oft gesagt: " Ich habe gerade im Moment keine Zeit für Ruhe, Ent - Spannung (z. Bsp. Yoga), denn da ist gerade noch ….. zu tun." Weiter höre ich noch in meiner Tätigkeit als Yogalehrerin nicht selten diese Frage:" Was soll ich denn dann in der Zeit, als ich …dieses…oder … jenes… getan habe tun?" Meine Antwort: " Nichts - einfach nichts." "Lerne dich selbst auszuhalten und einfach mal nichts zu tun." "Sitze nur mal da, halte BEWUSST deine Hände und Füße still. Der Anfang ist mit 1 oder 2 Minuten am Tag mehr als genug."

Was ist die Quintessenz?
Der Stress fängt bei uns selbst an. Beruflich können wir uns nicht immer abgrenzen, doch privat kann ich gut für mich sorgen. Gerade im privaten Bereich kann ich variieren und mich auf die aktuelle - möglicherweise - berufliche Situation einstellen. Beruflich kann ich lernen zu unterscheiden, was wirklich getan werden muss und was nicht. Hier heißt es manchmal dann auch Abschied nehmen von dem einen oder anderen "Füllstoff" meiner Zeit.

Was ist wichtig?
Sich selbst fühlen und spüren. Bewegung dient dem Stressabbau - jedoch nicht als Ablenkung vom Fühlen und der Wirklichkeit. Denn die WIRK - lichkeit ist das was wirkt (=Wirkung) und nicht immer sichtbar. Falscher Aktionismus macht Spannung und Druck = Stress. Wir müssen wieder lernen, in völliger Ruhe mit uns selbst zu SEIN. Mit allem was sich in diesem neuen geschaffenen Raum zeigen möchte. Und keiner sagt, dass es leicht wird.

Herzliche Grüße an alle

Caroline Anne Hagel©