Glück - ein Wort voller Urzauber und Sinnlichkeit
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Glück - ein Wort voller Urzauber und Sinnlichkeit

Beitrag von wize.life-Nutzer

Vor ein paar Jahren bekam ich ein kleines Buch geschenkt:
"Glück - 100 lange und kurze Definitionen eines Wortes versammelt dieses reich bebilderte Buch" aus dem Sanssouci-Verlag.

Hin und wieder sehe ich es im Regal stehen und dann und wann greife ich danach, so auch diese Tage wieder um drin zu blättern.....
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Ist Glück ein Zustand, den man beschreiben kann?

Dichter, Philosophen und Künstler unternehmen seit vielen Jahrhunderten den Versuch, dieses Wort "zum Lachen und Weinen" (Hermann Hesse) zu fassen und manche sind zu der klugen Erkenntnis gekommen, "dass man vielleicht glücklich sein kann, wenn man es dann will" (Theodor Fontane)

Was bedeutet das Wort Glück überhaupt?

Aus der Definition, „günstiger Verlauf oder Ausgang eines Geschehens, günstiges Geschick“[ im 12. Jahrhundert], entwickelt sich Glück zur Bezeichnung des wünschenswerten "(Gemüts-) Zustandes starker innerer Befriedigung und Freude" und/oder „überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände, Schicksal.“

Es werden noch viele andere bekannte Autoren in diesem Buch zitiert: Goethe, Schnitzler, Cicero, Nestroy, Tolstoi, Heym, Twain, Keller, Hemingway und weitere. Märchen und Sprichwörter zitiert.

Besonders gefällt mir, was Hermann Hesse schrieb:
„Es ist eines von den Worten, die ich immer geliebt und gern gehört habe. Mochte man über seine Bedeutung noch so viel streiten und räsonieren können, auf jeden Fall bedeutete es etwas Schönes, etwas Gutes und Wünschenswertes.
Und dem entsprechend fand ich den Klang des Wortes.
Ich fand, dieses Wort habe trotz seiner Kürze etwas erstaunlich Schweres und Volles, etwas, dass an Gold erinnerte und richtig war ihm außer Fülle und Vollwichtigkeit auch der Glanz eigen, wie der Blitz in der Wolke wohnte er in der kurzen Silbe, die so schmelzend und lächelnd mit dem GL begann, im Ü so lachend ruhte und so kurz, und im CK so entschlossen und knapp endete.
Es war ein Wort zum Lachen und Weinen, ein Wort voll Urzauber und Sinnlichkeit;
wenn man es recht empfinden wollte, brauchte man nur ein spätes, flaches, müdes Nickel- oder Kupferwort neben das goldene zu stellen, etwa Gegebenheit oder Nutzbarmachung, dann war alles klar.
Kein Zweifel, es kam nicht aus Wörterbüchern und Schulstuben, es war nicht erdacht, abgeleitet oder zusammengesetzt, es war Eins und rund, war vollkommen, es kam aus dem Himmel oder aus der Erde wie Sonnenlicht oder Blumenblick.
Wie gut, wie glücklich, wie tröstlich, dass es solche Wörter gab! Ohne sie zu leben und zu denken, wäre Welke und Verödung, wäre wie Leben ohne Brot und Wein, ohne Lachen und Musik.
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„Es gibt nur ein Glück im Leben
lieben und geliebt zu werden"

( George Sand)

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Quellen:
"Glück - 100 Definitionen des Wortes" herausgegeben von Siegfried Völlger, aus dem Sanssouci-Verlag, Zürich, Jahr 2000
Hermann Hesse: "Glück, Späte Prosa - Betrachtungen" aus dem Suhrkamp Verlag, Frankfurt, Jahr 1984

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